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Wacken Open Air 2011

Es geht in die 22. Runde

"Da geht's nach Wacken" - Lemmy und seine beiden Mitstreiter spielen anno 2011 mal wieder auf Wacken (hier beim Devilside 2009)

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Zum 22. Mal findet das Wacken Open Air im Jahre 2011 nun schon statt und es ist kein Ende in Sicht. Ganz im Gegenteil: Das Festival wächst und wächst; im letzten Jahr sollen es sagenhafte 75.000 Besucher gewesen sein, die den dreitägigen Kultevent besuchten. Keine schlechte Leistung, wenn man bedenkt, dass bei der ersten Ausgabe 1990 gerade mal circa 800 Leute am Start waren. So richtig können sich die Gründerväter Holger Hübner und Thomas Jensen diesen kometenhaften Anstieg an Besucherzahlen in jedem Jahr wahrscheinlich selbst nicht erklären, es ist ja auch verrückt, dass in jeder ersten Augustwoche, wo das Festival stattfindet, sich plötzlich mal eben etwa vierzig Mal so viele Menschen einfinden, wie das Dorf Wacken Einwohner hat.

Dass der Kommerz nicht Halt macht – eine eigene Biermarke für horrende Preise, Merchandise, das so weit geht, dass man sich sogar originale Erde in entsprechenden Shops kaufen kann (!), sowie zahlreiche Gimmicks drumherum wie Stripshow, Rodeo und „Wackingerdorf“ –, stößt nicht wenigen sauer auf, weil die Befürchtung im Raum steht, dieses Gedöns könnte von der Hauptsache, der Musik, ablenken. Andererseits muss sich angesichts der erneut spektakulären Verpflichtungen bei der 2011er Ausgabe eigentlich jedoch niemand ernsthaft Sorgen machen, dass dieses ganze Brimborium davon abhält, dass zehntausende Metaller wieder eine rauschende Party feiern werden.

Allein die erstmalige Verpflichtung von Judas Priest, die sich momentan auf ihrer Abschiedstournee befinden – eine richtige Auflösung soll es wohl noch nicht geben, auch wenn sich nach dem Abgang von Gründungsmitglied K. K. Downing erste Auflösungserscheinungen breit machen, aber zumindest soll es die letzte große Welttour sein – sorgte für einiges Aufsehen. Spektakulär sicherlich auch die Tatsache, dass man mit Ozzy Osbourne eine weitere Metallegende ebenfalls erstmals zum W:O:A holen konnte. Auch Motörhead, zuletzt erst 2009 dabei, sind eine lebende Legende, spielen allerdings zum gefühlten zwanzigsten Mal beim laut eigenen Angaben größten Heavy-Metal-Festival der Welt; doch wer kann von Lemmy und Co. schon genug bekommen, zumal die Engländer eine der verlässlichsten Livebands überhaupt sein dürften.

Mit Blind Guardian wiederum hat man eine der größten deutschen Metalbands in den hohen Norden geholt und Tobias Sammet wird mit seinem Avantasia-Projekt nach 2008 zum zweiten Mal Wacken rocken und mit einer Menge Gastmusiker aufwarten. Aus deutschen Landen stammen auch Kreator, die zuletzt gleichfalls 2008 auftrumpften und quasi zum festen Inventar des Festivals gehören. Doch wohin das Auge blickt, es wurde durch und durch nur das Feinste vom Feinen aus jeder erdenklichen Szene ausgewählt: Mit Moonsorrow steht die wohl beste Epic-Pagan-Metal-Band überhaupt auf dem Plan, mit Helloween holte man die nächste große Legende an Bord, Airbourne haben sich schon längst als legitime AC/DC-Nachfolger etabliert und sind trotz ihrer noch jungen Karriere schon das dritte Mal beim W:O:A am Start (Fronter Joel O’Keeffe wird es sich kaum nehmen lassen, wieder am Bühnengerüst emporzukraxeln), Children Of Bodom sind auch immer wieder gern gesehen und schon längst Wacken-Erfahrene, genau wie die Cello-Metaller von Apocalyptica, und über Cradle Of Filth kann man sagen, was man will, aber die Band ist eine große Nummer und versteht es, düstere Musik zu zelebrieren.

Keineswegs entgehen lassen sollte man sich außerdem den Auftritt der Power-Metal-Kings von Iced Earth, da deren Sänger Matt Barlow bekanntermaßen leider seinen Abschied verkündet hat. In Wacken findet tatsächlich das letzte Konzert in Deutschland mit dem Ausnahme-Vokalisten statt und wer die Show beim Rock Hard Festival gesehen hat, konnte sich davon überzeugen, dass der Mann es immer noch absolut drauf hat. Und wer weiß: Da den meisten bekannt sein dürfte, dass Iced Earth und Blind Guardian zwei gut befreundete Bands sind, wäre es doch nicht völlig undenkbar, wenn auch der ein oder andere Demons And Wizards-Song zum Besten gegeben wird...

Für jene, die etwas moderne Sounds bevorzugen, wurden dann noch die Metalcoreler von Heaven Shall Burn und As I Lay Dying verpflichtet, während Combos wie beispielsweise Morbid Angel, Sodom und die wieder vereinten Morgoth eher in die Old-School-Ecke gehen. Für den Spaßfaktor dürften indes Knorkator, die nach zwischenzeitlicher Auflösung auch wieder unter den Lebenden weilen, und Comedian Bülent Ceylan sorgen. Unmöglich, hier tatsächlich alle Gruppen zu nennen, die sich auf den inzwischen sieben (!) Bühnen tummeln werden, Fakt ist dabei jedoch: Es ist bei gut 80 Bands für jeden etwas dabei und der einzige Wermutstropfen – wie jedes Jahr – ist wohl, dass sich eine Menge Acts zeitlich überschneiden werden, sodass kaum einer in der Lage sein wird, sich alle Bands anzusehen, die er/sie gerne sehen möchte. Bei diesem unglaublichen Line-Up, das die letzten beiden Jahre sogar noch übertrifft, wird wohl jeder zugeben müssen, dass 120 Euro Eintrittspreis zwar nicht geschenkt, aber angesichts dieser Fülle an Klassebands völlig okay sind. Und obwohl natürlich alle auf möglichst viel Sonnenschein hoffen, wird selbst verregnetes Wetter niemanden davon abhalten, amtlich zu feiern. Regen gehört zum Wacken schließlich genauso dazu wie der Whisky-Cola zu Lemmy Kilmister.

Hier noch einmal das komplette Line-Up, sobald die Running Order bekannt ist, werden wir euch darüber selbstverständlich in Kenntnis setzen:

Accuser
Achren
Aeon Throne
Airbourne
Aphyxion
Apocalyptica
As I Lay Dying
Atrum
Avantasia
Battle Beast
Betontod
Blaas Of Glory
Blind Guardian
Blowsight
Bullet
Bülent Ceylan
Children Of Bodom
Coldwar
Cradle Of Filth
Crashdiet
Danko Jones
Deadlock
Deathclocks
Dir En Grey
Dust Bolt
Edelweiss
Eläkeläiset
Ensiferum
Excrementory Grindfuckers
Exquisite Pus
Hail Of Bullets
Hammercult
Hayseed Dixie
Hämatom
Heaven Shall Burn
Helloween
Hellsaw
Horch
Iced Earth
Ignis Fatuu
In Solitude
Jim Brever
Judas Priest
Kataklysm
Khold
Knorkator
Kreator
Kvelertak
Kyuss Lives
Lacrimas Profundere
Leash Eye
Maiden United
Mayhem
Moonsorrow
Morbid Angel
Morgoth
Mortal Strike
Mother Of God
Motörhead
Negator
Noein
Onkel Tom
Onslaught
Ozzy Osbourne
Paralytic
Pharao
Pneuma
Powerstroke
Primal Fear
Pussy Sisster
Rabenschrey
Reliquiae
Rhapsody Of Fire
Rude Revelations
Russkaja
Sacramental
Saltatio Mortis
Sepultura
Seven Stitches
Severenth
Shining
Shraphead
Sirenia
Skálmöld
Skeletonwitch
Ski King
Ski's Country Trash
Skindred
Slime
Sodom
Stier
Stormzone
Subway To Sally
Suicidal Tendencies
Suidakra
Tanker
Tauthr
The Aberlours
The Haunted
The Prophecy²³
The Smackballz
Tokyo Blade
Torture Squad
Triosphere
Trivium
Tsjuder
Van Canto
Venomin James
Victims Of Madness
Virginia Clemm
Visions Of Atlantic
Volcano
Voltax
Vreid
Warrant
X-Tinxion

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