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Wacken Open Air 2009

Vom 30. Juli bis zum 1. August geht die größte Metalparty der Welt in die zwanzigste Runde
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Am 24. und 25. August 1990 fand zum ersten Mal ein kleines, zweitägiges Open Air in dem knapp 2000 Seelen starken Dorf Wacken statt, bei dem unter anderem die Gruppe Skyline performte, in der mit Thomas Jensen einer der Veranstalter selbst den Bass bediente. Sowohl unter den auftretenden Bands, als auch unter den Veranstaltern und den zirka 800 Besuchern hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Festival in nicht einmal zwanzig Jahren das größte Metal-Open-Air der Welt sein würde, zumal die Anzahl der Besucher mit den Jahren zunächst eher schleppend wuchs.

Aus diesem Grund wurden Jensen und sein Partner Holger Hübner von vielen Seiten belächelt. In dieser Umgebung ein jährliches Festival abzuhalten, schien geradezu verrückt und anfangs rentierte sich der Event dementsprechend überhaupt nicht. Doch die harte, verbissene Arbeit und das Nicht-Aufgeben trotz finanzieller Schwierigkeiten sollten sich auszahlen: 1997 konnte man die 10.000-Besucher-Marke knacken und diese Anzahl ein Jahr später sogar verdoppeln. Aus zwei Veranstaltungstagen wurden schließlich drei, der Campingground wurde mehr und mehr erweitert und das Angebot an breit gefächertem Merchandising von T-Shirts über CDs und DVDs bis hin zu einem Metal-Kochbuch stieg kontinuierlich nach oben an.

Hatten die großen Medien zunächst noch mit Ignoranz oder verständnislosem Kopfschütteln auf die Metalszene reagiert, konnten sie spätestens ab dem Jahre 2003, wo schon fast 50.000 Leute in das schleswig-holsteinische Dorf pilgerten, nicht mehr wegschauen und mussten wohl oder übel einräumen, dass das Ganze auch für Außenstehende fraglos eine immense Faszination innehat. Immerhin drehte die Koreanerin Cho Sung-Hyung 2006 den Dokumentarfilm „Full Metal Village“, welcher sich zwar eher um die Einwohner des Ortes dreht und hauptsächlich deren Sichtweise auf das Open Air und seine Besucher schildert, aber für das Festival selbst bedeutete dies nur umso mehr Neugierige, die darauf aufmerksam wurden.

Folgerichtig waren die Events von 2007 und 2008 restlos ausverkauft, was auch für ein so großes Festival nicht gerade als Selbstverständlichkeit angesehen werden kann. Doch auch hier war eine Steigerung möglich, denn die Jubiläumsausgabe im Jahre 2009, in dem die Megaparty zum zwanzigsten Mal stattfindet, wurde bereits Ende des vorangegangenen Jahres als ausverkauft gemeldet.

Die Fans rechneten wegen des runden Geburtstags wohl mit einem ganz besonderen Programm – wenngleich dieses im Prinzip jedes Jahr gigantisch ist, wenn man sich ansieht, dass in den letzten Jahren Bands wie Iron Maiden (die 2008 eine Show hinlegten, die keiner, der da war, wohl jemals vergessen wird), Blind Guardian, Iced Earth, Immortal, Whitesnake oder Kreator aufgetreten sind – und sehen lassen kann sich das Billing auch in diesem Jahr auf jeden Fall:

Mit Airbourne tritt eine Combo auf, die bereits letztes Jahr mit einer spektakulären, teilweise zirkusreifen Show (man denke nur an Joel O’Keeffes halsbrecherische Klettereien) für ausgelassene Stimmung und gute Laune sorgte; die alten Hasen von UFO werden wahrscheinlich wieder am Donnerstag in der „Night To Remember“, wo sich ja traditionell die klassischen Hard-Rock-Gruppen die Ehre geben, die Bretter entern – ein ähnliches dürfte für Thin Lizzy gelten – und mit Motörhead und Saxon gibt es zwei weitere Band zu verzeichnen, die zum alten Eisen gehören, aber stets Qualität ablieferten und auf dem W:O:A immer gern gesehene Gäste sind.

Doch mit den Filigran-Technikern von Nevermore, die bereits ein neues Album in der Mache haben und möglicherweise sogar neues Material präsentieren werden, den alles verwüstenden Thrashern von Machine Head, Testament und Anthrax, dem Kieler Black-Metal-Kommando Endstille, den durchgeknallten Speed-Metal-Freaks von Dragonforce, den von der Hamburger Ex-Helloween-Legende Kai Hansen angeführten Gamma Ray, den live stets Arsch tretenden Wikingern Amon Amarth, den Doomern Cathedral, den Gore-Freaks von Gwar, den ultimativen Krach-Künstlern Napalm Death, den inzwischen ziemlich groß gewordenen Melodic-Death-Metallern In Flames, den schwedischen True-Metallern Hammerfall und weiteren Hochkarätern konnte das W:O:A etliche weitere namhafte, stilistisch unterschiedliche und damit vielfältige Acts gewinnen und ist somit in der Lage, ein würdiges Jubiläum auf die Beine zu stellen.

Ein wirklich außergewöhnliches Highlight allerdings dürften wohl Heaven & Hell darstellen – hier wird jeder Fan von Black Sabbath mit Ronnie James Dio am Mikro aufhorchen; „Heaven And Hell“ und „Mob Rules“ sollte ohnehin jedem echten Metalhead ein Begriff sein und auch mit ihrem neuen Album „The Devil You Know“ konnte die Band jede Menge positive Reaktionen in der Metalpresse einheimsen.

Dieses wirklich abwechslungsreiche Jubiläumsprogramm kommt hoffentlich ohne Idioten aus, die es für nötig halten, Dixie-Klos und Zelte anzuzünden, wie es im letzten Jahr vorgekommen ist. Derartig schlimme Ausschweifungen sind bislang jedoch zum Glück die Ausnahme geblieben und somit darf man sich wieder einmal auf die größte Metalparty der Welt freuen.

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