Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rock Hard Festival 2016

Bunt gemischtes Billing mit Thrash-lastigem Freitag und Blind Guardian als Sonntagsheadliner

Turbonegro sorgten bereits 2012 für eine amtliche Party.

Zum Thema

Kinder, wie die Zeit vergeht – schon wieder ist ein Jahr rum, Pfingsten steht quasi vor der Tür und damit die nächste Ausgabe des Rock Hard Festivals. Bereits zum 14. Mal jährt sich der Event im Gelsenkirchener Amphitheater, diesmal schon relativ früh Mitte Mai, weswegen die Befürchtung, das Wetter könnte anno 2016 nicht so toll oder zumindest noch nicht so richtig warm werden, sich mit der Hoffnung, dass es trotzdem gut wird (weil es bislang erfreulicherweise fast immer mitspielte), so ziemlich die Waage hält.

Letztendlich aber auch nur eine Randnotiz, denn geil war es bisher eigentlich immer, egal, wie sich die äußeren Umstände präsentierten. In jedem Fall haben die Veranstalter für entsprechende Voraussetzungen gesorgt, indem es auch diesmal wieder ein äußerst abwechslungsreiches Billing (wohl sogar noch vielfältiger als in den letzten Jahren) zu bestaunen gibt. Gleich sieben Verpflichtungen auf einmal zauberte man im vergangenen September aus dem Hut; mit Blind Guardian war da auch gleich ein ordentlicher Hammer dabei. Die Krefelder Truppe braucht man wohl kaum noch ausgiebig vorzustellen, den Namen kennt jeder und auch im Amphitheater sind Hansi Kürsch und Co. bereits aufgetreten: 2003, als das Magazin anlässlich seines 20jährigen Bestehens zum ersten Mal das Festival veranstaltete – damals noch als einmalige Veranstaltung geplant. Mit seinem aktuellen Album „Beyond The Red Mirror“ hat das Quartett eine erneut starke und von der Kritik weitestgehend positiv bewertete Platte am Start – ganz sicher werden die Jungs als Sonntagsheadliner wieder alles geben und sich um einen stimmungsvollen Abschluss bemühen.

Zuvor allerdings werden noch 21 weitere Bands für jede Menge Pommesgabel-Alarm und exzessives Headbangen sorgen. Beispielsweise das Thrash-Kleeblatt Sodom, Destruction und Tankard, das den kompletten Freitagabend für sich in Anspruch nehmen und direkt hintereinander auftreten wird. Für einen fulminanten Auftakt gleich am ersten Festivaltag ist also gesorgt, auf dass der Pegel aus dem Stand gleich in den roten Bereich vordringen mag. Hatte sich früher hin und wieder so mancher Fan beschwert, dass der Thrash-Bereich nicht genug ausgelotet sei, so gibt es in dieser Hinsicht in diesem Jahr also wirklich nichts zu meckern, zumal mit Accuser eine weitere Gruppe dieser Couleur antritt, wenngleich die Siegener ihren Thrash mit ordentlich Groove würzen.

Wer es noch etwas derber mag, darf sich auf Cannibal Corpse freuen, die den Co-Headliner am Sonntag markieren und bekannt dafür sind, gerade live keine Gefangenen zu machen – an sich eine verlässliche Konstante in diesem Bereich. Ebenfalls für eine todesmetallische Note werden Discreation verantwortlich zeichnen, genauso wie Sulphur Aeon, während die Schweden von Tribulation mit deutlich schwarzmetallischerer, aber auch rock’n’rolliger Schlagseite agieren. Akustische Arschtritte dürften jedenfalls garantiert jede dieser Formationen verteilen.

Das gilt selbstverständlich auch für Grand Magus, ebenfalls nicht zum ersten Mal beim Rock Hard Festival anwesend, die mit ihren eingängigen, klassischen Heavy-Metal-Hymnen hundertprozentig ein Meer an Powerfäusten hervorrufen dürften. Außerdem wird das Trio passenderweise direkt am 13. Mai sein neuestes Studiowerk „Sword Songs“ veröffentlichen, das Fronter JB schon jetzt ganz forsch als das beste Grand-Magus-Album bezeichnet hat. Die Fans werden also wahrscheinlich sogar in den Genuss brandneuen Materials kommen. 

Hymnisch geht es auch bei Turbonegro, der letzten bestätigten Band und dem Samstags-Headliner, zu – wenn auch mit etwas mehr Augenzwinkern und derbem Humor. Der Chaotenhaufen war schon 2012 am Start und sorgte für eine einzige Party – da müsste es ja mit dem Gehörnten höchstselbst zugehen, sollte dies nicht vier Jahre später noch einmal möglich sein.

Apropos Humor: Den haben sich auch die Power-Metaller Orden Ogan (nach 2010 und 2013 zum dritten Mal dabei) auf die Fahnen geschrieben. Ob man die Mitmach-Spielchen nun lustig oder eher peinlich findet, sei jedem selbst überlassen; die stets fantastische Stimmung bei Auftritten der Arnsberger sagt zumindest alles über ihre Live- und Entertainerqualitäten aus. Ebenso wie Turbonegro (oder auch die bereits erwähnten Tankard) nehmen sie sich zumindest nicht übertrieben ernst.

Gespannt sein darf man insbesondere auch auf die Konzerte von Black Trip – auf der Homepage des Rock Hard Festivals allen Fans von Thin Lizzy, Iron Maiden und The Hellacopters beschrieben, was sich ja schon mal sehr gut anhört – und Kadavar (Ger). So mancher mag bei letzteren die Nase rümpfen und sich darüber echauffieren, dass sich da schon wieder so eine „Retro-Truppe“ im Line-up tummelt, doch die Vorliebe solcher Bands bei der Rock-Hard-Belegschaft dürfte bekannt sein und was spricht dagegen – die gut besuchten Auftritte von Blues Pills, Jex Thoth oder Graveyard in den letzten Jahren konnte man schließlich ebenso als großen Erfolg bezeichnen. In Gestalt von Year Of The Goat findet sich im Übrigen noch eine von alten Psychedelic-Bands inspirierte Truppe im Billing, die es als zweite Kapelle des Festivals überhaupt sicherlich nicht leicht haben wird, aber dennoch sicherlich alles versuchen wird, die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen.

Dass es in diesem Jahr besonders abwechslungsreich zugeht, zeigt auch die Verpflichtung der legendären The Exploited – Punk ist beim RHF eher eine Seltenheit, aber bei dem Kultfaktor, den Wattie und seine Mischpoke genießen, dürften auch die meisten Metaller sich eher freuen als herumzumosern. Zumal als Gegenpol mit Metal Church, Riot V, Nightingale und der NWOBHM-Legende Satan noch jede Menge klassischer Heavy Metal vom Feinsten auf dem Programm steht.

Sorcerer sorgen zu guter Letzt für den Doom-Faktor 2016, Portugal’s Finest Moonspell hingegen für einen gotischen Anstrich. Ein bunt gemischter Stilmix also, wieder einmal dürfte für jeden etwas dabei sein und ob das Wetter nun mitspielt oder nicht, ich leg mich trotzdem schon mal fest (auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): Es wird wieder geil!

Hier die Übersicht über die komplette Running Order (die genauen Spielzeiten stehen noch nicht fest):

Freitag, 13. Mai:

Sulphur Aeon
Year Of The Goat
Satan
Tankard
Destruction
Sodom

Samstag, 14. Mai:

Accuser
Sorcerer
Tribulation
Orden Ogan
The Exploited
Kadavar (Ger)
Metal Church
Turbonegro

Sonntag, 15. März:

Discreation
Black Trip
Nightingale
Grand Magus
Moonspell
Riot V
Cannibal Corpse
Blind Guardian

Weitere wichtige Informationen:

Ort: Gelsenkirchen, Amphitheater
Preise: 82,50 € inkl. MwSt. und 10% VVK-Gebühr

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann