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Superlative und Absurditäten - Teil 8: Maskierte Bands

Eine Reise ins Land der Gesichtslosen

Seine unheilige Eminenz Papa Emeritus

Ghost

Ein untoter Papst und seine namenlosen Ghule mit Sturmmasken und Mönchskutten predigen das Evangelium des Leibhaftigen: Mit einem Konzept, das man eher bei einer besonders finsteren Black-Metal-Truppe vermuten würde, begeistern Ghost aus Schweden ihr Publikum spätestens seit ihrem Debütalbum „Opus Eponymus“. Dass darauf eben nicht Geschredder und Gekreische zu hören sind, sondern wunderbar old-schooliger Retro-Metal mit heillos kitschigen Melodien und fast schon penetranten satanischen Huldigungen, erklären die selbsternannten Teufelsprediger wie folgt: Popmusik komme eben beim großen Publikum besser an und schließlich wolle man eine Botschaft verbreiten, die auch gehört werden soll! Zu diesem Zwecke bedient man sich auch gern mal eines Beatles-Covers – gerüchteweise huldigt „Here Comes The Sun“ in der Ghost-Fassung tatsächlich nicht der Sonne, sondern dem Spross des Antichristen: „Here Comes The Son“.

Dass hinter dem ganzen okkulten Zinnober eine Band steht, die in erster Linie Theater spielen will, wird spätestens mit dem zweiten Album "Infestissumam" deutlich. Im Vorfeld zum Release nutzen Ghost bei einem Livegig in Schweden die besonderen Vorzüge ihrer Maskerade und tauschen auf offener Bühne ihren singenden Papst aus: Papa Emeritus I tritt ab und übergibt das Mikrofon an einen dezent anders kostümierten Nachfolger, hinter dem sich natürlich nach wie vor dieselbe Person (gerüchteweise der schwedische Musiker Tobias Forge) verbirgt.

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