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Visual Kei

Dossier zur "Visual Kei"-Szene

Visual Kei oder Gothic? Beide Szenen legen wert auf optisch ausgefeilte Outfits mit Gesamtkonzept

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Die Kleidung

Wie eben schon erwähnt, ist bezüglich dem “Visual Kei“ zugehörigen Kleidungsstil keine modische Grenze gesetzt. Ganz wie in der bei uns heimischen Gothic-Szene gilt: Je optisch ausgefallener, desto besser! Aber im Gegensatz zum „klassischen Barock- und Mittelalterstil“ (wie er sehr gerne innerhalb der Gothic-Szene anzufinden ist), richtet sich “Visual Kei“ zumeist an die moderne Ausdrucksform im kunstvollen Manga- und Futurismusstil. Zu diesen nicht selten sogar maßgeschneiderten Kostümen gesellen sich natürlich je nach persönlichem Musikgeschmack und Ausdrucksform auch die abgefahrensten Frisuren, Make-up-Zauberreien, farbige Kontaktlinsen bis hin zu künstlichen Gebissen und androgynen Erscheinungsbildern hinzu. Das Ziel ist hierbei allerdings weniger, in der schwarzen Einheitsmasse zu verschwinden und seinem persönlichen Welt- und Seelenschmerz nachzugehen, sondern um alles in der Welt aufzufallen, zu provozieren und sich so weit wie möglich von der gegenwärtigen Masse abzuheben. Dies ist ein Trend, der in Japan schon dazu führte, dass sich eigene Modelabels rein auf ausgefallene “Visual Kei“-Kleidung und Kostüme spezialisiert haben und damit auch sehr erfolgreiche Bilanzen vorweisen können. "Kein Wunder" mag man da denken: Gelten die Japaner doch nicht umsonst als sehr begeisterungsfähig und konsumfreudig. Auch wenn Manches davon für westliche Sehgewohnheiten doch vielleicht recht bizarr erscheinen mag.
“Visual Kei“ ist in Japan mittlerweile längst von der einstigen Underground-Subkultur zum Lifestyle mutiert: Ob nun in modischen Aspekten, in der Musik oder im Film: “Visual Kei“ hat in Japan längst eine ganze Generation an jungen Szenegängern und Konsumenten geprägt.

Musik und Texte

Das Besondere an der musikalischen Stilrichtung des “Visual Kei“ ist sicherlich auch die Tatsache, dass man sich (fast) keinerlei Dogmen und Grenzen unterwirft: Ob nun knallharte Metal-Riffs, hymenartige Rock-Parts, melodische Dark-Wave-Elemente, rotzige Punkstücke, lupenreiner Asia-Pop oder letztendlich auch sanfte Balladen im traditionellen Folkstil - der musikalischen Vielfalt sind keinerlei Grenzen gesetzt. Das kann man allerdings von den Aussagen der einzelnen Liedertexte nun nicht gerade behaupten, da es hier durchaus ein paar strenge Regeln zu beachten gilt: So steht z.B. nur dem jeweiligen Sänger (bzw. der Sängerin) das klassische Privileg zu, die gesamten Songtexte zu verfassen und auf Papier zu bringen. Auch muss beim Schreiben der Texte darauf geachtet werden, dass die Zeilen sich nicht reimen dürfen - eine Tradition, die von der klassischen, japanischen Poesiekunst übernommen wurde. Außer der einheimischen Sprache soll keinerlei Fremdsprache (wie z.B. Englisch oder Deutsch) in den Liedern vorkommen, es sei denn, sie wird geschickt als Phrase in den vorhandenen Liederkontext mit eingebaut. Warum dies so ist, lässt sich u.a. mit der Tatsache festmachen, dass nicht alle Japaner der englischen Sprache mächtig sind. Ebenso hat man Angst, durch die fremdsprachlichen Einflüsse jenes mystische, musikalische Feingefühl für die Musik zu verlieren, denn diese ist es, die die Musik im Grunde erst zu etwas Besonderen machen soll. Inhaltliche Schwerpunkte und Traditionen sind hingegen keine vorhanden. Demzufolge lässt sich das musikalische Spektrum komplett aus den Vollen schöpfen. Das hat zur Folge, dass von traurigen Balladen über gesellschaftskritische Texte, morbiden Fantasien und purem Nonsens keinerlei Grenzen gesetzt sind. Selbst sexuell explizitere Inhalte sind ebenso wenig tabu wie tief schürfende, philosophische Inhalte.

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