Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Soul Demise: Pre-Listening-Session zu „Thin Red Line“

Es gibt wieder auf die Mütze

Es ist ein diesiger Sonntagmittag, als man sich im bandheimatlichen Luftschutzbunker trifft, um erste Eindrücke der neuen Soul Demise-Platte „Thin Red Line“ zu erhaschen. Nach einem kurzen eingänglichen Plausch und einem Begrüßungsbierchen packen die vollständig erschienenen Death Metaller das neue noch streng geheime Werk aus und der Silberling donnert sogleich etappenweise aus den Boxen. Die Platte kommt in chronologischer Reihenfolge komplett zur Vorstellung. Durch den Hörvortrag führen vor allem Gitarrero Alex und Frontschreihals Roman. Doch auch die anderen drei Mitstreiter lassen es sich nicht nehmen, immer wieder mal mit kleinen Einwürfen zu Erklärungen oder auch mal zur Auflockerung beizutragen.

Schon als die ersten Klänge von „Plagued By Fear“ anklingen, wird klar, dass es hier nur um Soul Demise gehen kann. Vollkommen kompromisslos donnert die Nummer nach vorne und reißt von Beginn an mit. Shouter Roman erklärt zum Song, dass es thematisch darum geht, dass man in gewissen Lebenssituationen von verschiedenen unabänderbaren Umständen förmlich an die Wand gedrückt und einem jegliche Lebensfreude genommen wird. Auffällig an der Nummer ist auch, dass ein markanter Akustikteil vorkommt.

Aber keine Sorge, im Großen und Ganzen rumpelt auch „Thin Red Line“ wie gewohnt brachial aus den Boxen. Soul Demise werden detailverliebter und ein kleines bisschen vielschichtiger, aber keinesfalls ruhiger oder gar leiser. Der Hörer bekommt eher einen gegenteiligen Eindruck. Durch die erhöhte Dynamik schlägt ein jedes Abtauchen in einen schnellen und wilden Baustein ein wie eine Granate.

Der Fünfer veröffentlicht das erste Album in dieser Konstellation. Beim Vorgänger „Sindustry“ aus dem Jahr 2010 malträtierte noch Michael Dauscher den Tieftöner. Dieser strich aber kurz nach der Veröffentlichung der Scheibe die Segel und wurde nach einiger Zeit durch Dennis Schneider, der auch schon in einigen anderen Combos aktiv war oder ist, ersetzt.

Der Tapetenwechsel scheint gut zu tun, denn selten klangen Soul Demise so frisch wie nun. Außerdem wirken die fünf Musiker während der Vorstellung der neuen Scheibe völlig ausgeglichen und zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit. Dies ist auch nachvollziehbar, denn auf den ersten Blick kann man der nagelneuen Platte nicht viel ankreiden.

Textlich bewegt man sich im Dunstkreis der Themen, die Soul Demise schon immer gerne aufgegriffen haben. Es geht um physische und psychische Probleme, die gerne aus sehr direkter Sicht aufgearbeitet werden. Dabei lässt Frontmann Roman immer Luft für eigene Interpretationen, was nach eigener Aussage auch sehr wichtig für ihn ist. Denn auch wenn die Themen auf der Scheibe wie meist aus dem näheren oder weiteren Umfeld um die Band gegriffen sind, soll trotzdem die Möglichkeit für den Hörer bleiben, sich in die Rolle des Erzählers hineinzudenken und seine Stelle gedanklich einzunehmen.

Natürlich geht es nicht die ganze Zeit nur um „Thin Red Line“. Auch allgemeinere Themen wie die Zukunftsaussichten für Bands der Hausnummer Soul Demise oder auch private Anekdoten dürfen natürlich nie ganz fehlen. Und hier schlägt es auch wieder durch, das Gefühl, dass hier nicht nur fünf Musiker ihre Platte vorstellen wollen, sondern dass sich alle freuen, das Werk gemeinsam vollbracht zu haben. Dadurch wirkt die Arbeit der Truppe noch wirklicher und griffiger. 

comments powered by Disqus

Mozart und Mysteriöse Initialen

Sauerland endlich wieder metalisiert

Erfolgreicher Retro-Dienstagabend im Lükaz

Schallende Ohrfeige für den Underground-Support

Den Metal mit der Muttermilch aufgenommen

Erste Headlinershow in der Landeshauptstadt

Klein, aber fein - mit guter Stimmung, guten Bands und guten Leuten

Old School for the Old School from the Old School