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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich – Teil 9

Dieses Mal ist die Redaktion mit vor Ort

Der zweite Whisky ist immer noch kein Single Cask, aber ein Small Batch, er wurde also aus zwei, drei Fässern gemischt. Nach der Abfüllung wurde der Whisky noch einmal in einem Rotweinfass gelagert um ihm eine besondere Note zu geben. Der Whisky hat eine kräftige Färbung, die aber ausschließlich vom Rotweinfass kommt. Eine nachträgliche Färbung wurde nicht vorgenommen.

Clynelish 1995

Murray McDavid 13 Jahre, 46%

Bourbon/Paulliac à Chateau Latour Casks

Nase: Banane, salzig, Rotweinnote, intensive Schärfe, kantige, rote Beeren, maritime Jod-Noten, leicht rauchig, Praline, Traubenzucker auf nasser Eiche

Gaumen: buttrig, Pistazie, weinig, Toffee, holzig-bitter, scharf gezuckerte faule Moor-Eiche

Abgang: rauchig, holzig, bittere Aprikose, etwas länger jedoch weniger angenehm

Fazit: der Wein dominiert, mächtiger Eindruck im Mund, könnte klarer definiert sein; eine gelungene Alternative des Distillerie-Charakters

9 von 15 Punkten

Nun kommen wir schon zum ältesten Whisky des Abends. Es gibt einen Clynelish March 1971. Der Whisky ist also achteinhalb Jahre älter als ich. Nicht schlecht. Über den Preis für eine solche Flasche sprechen wir einfach mal gar nicht. Warum dieser besondere Whisky schon so früh am Abend zum Ausschank kommt ist schnell erklärt. Ab jetzt gibt es dann nur noch Fassstärken und ein jeder Whisky mit Trinkstärke würde nach einer Fassstärke einfach nur noch fad schmecken.

Bevor es aber mit dem Tasting weitergeht gibt es erst einmal etwas zu essen. Aus unserer Heimat Bayern haben wir Wurst und Obatzten mitgebracht. Frisches Brot wird von Tomi beigesteuert und Bärlauchbutter von Frau Göttlich gibt es auch noch. Dazu ein kühles Blondes. Im Laufe des Abends werden wir die komplette Wurst verdrücken. So nach und nach wird die Platte immer leerer.

Tomi: Also man mag über Bayern denken was man will, Wurst machen können sie. Nach den vergessenen Hausaufgaben waren Thomas und Manu aber auch in der Bringschuld. Selbst ein recht merkwürdiges Gepansche leicht rötlicher Färbung entpuppte sich als super lecker und zudem hausgemacht by Manu with love … hach, da wird es einem doch warm ums Herz und voll hinterm Bauchnabel, den Namen kann ich allerdings bis heute nicht aussprechen, wann ist bei den Bayern eigentlich die Sprache kaputt gegangen???

Olli: OK, jetzt habe ich Wurst bekommen und bin auch mit dem angeblichen Seminar wieder versöhnt.

Nach erfolgter Stärkung geht es weiter im Programm. Nun ist er also dran, der König des Abends. Der 36-jährige Whisky hat eine schöne Färbung und schon die erste Geruchsnote lässt auf ein großes Geschmackserlebnis schließen. Allerdings verändert der Whisky während den nächsten paar Minuten, die Matthias mit der weiteren Geschichte der Brennerei füllt, mehrfach seinen Charakter.

Es beginnt ein reger Austausch über die Eigenschaften des Whiskys. Heute hat uns noch kein Exponat so weit in der Beschreibung ausufern lassen. Gleichzeitig waren wir uns am Schluss aber auch noch nie so einig über den Charakter.

Clynelish March 1971

Douglas Laing Old Malt Cask; 36 Jahre; 44,6%

Refill-Hogshead (Cask 3913), Bottled 09.2007; 191 Bottles

Nase: Kokosmilch, überreife Banane, maritim, Salz, cremig, leicht knorrig wurzelig, aber gut eingebunden, Ingwernoten, malzige Süße

Gaumen: scharf, männlicher als er riecht, salziges Shortbread mit leichter Minze oder auch Ingwer an der Zungenspitze, mit starkem Rauch, klebrige Buttervanille

Abgang: sehr lang, raucht mit starkem Buttertoffee, salzig, Quitte, leichte Tabaknoten

Fazit: sehr gefällig, wird von Schluck zu Schluck weicher und rauchiger, klar definiert – der weiß was er will

12 – 13 von 15 Punkten

Nun geht es weiter zu den Fassstärken. Zuvor entbrennt aber eine Diskussion über Selchfleisch. Ist es nun gesalzen, geräuchert, gesalzen und geräuchert, geräuchert und gesalzen oder was? Tomi ist der einzige, der weiß wie es geht (und am nächsten Morgen zum Frühstück hat der Basser sogar ein paar Spezialitäten inklusive Selchfleisch vom Metzger geholt und wir können es sogar noch probieren).

Tomi: Also da hörte ja wirklich alles auf, da wollte mir doch der Thomas Solberfleisch als Selchfleisch verkaufen. Die spinnen ja die Bayern. Es ist ja immer wieder erschreckend, mit wie wenig Allgemeinbildung bayrische Schüler in die Welt entlassen werden, natürlich hat Hessen als direktes Nachbarland da gerne kompensiert und die offensichtlichen Mängel behoben, smile.

Bevor es mit dem nächsten Whisky weitergeht gibt es wieder etwas zur Brennereigeschichte. Inzwischen befinden wir uns in den 60er Jahren. Zu der Zeit wurde die Brennerei komplett um eine ganze Produktionsstätte erweitert. In dem Moment wurde die alte Brennerei geschlossen und die komplette Produktion in die neue Destillerie verlegt. Aufgrund eines extrem heißen Sommers musste die alte Destille wieder angeworfen werden. Nun steht man vor einem Problem: Clynelish gibt es jetzt als zwei Brennereien mit zwei verschiedenen Whiskys. Um die Verwirrung wieder abzustellen wurde die alte Brennerei in „Brora“ umgetauft. Dort werden 1969 Whiskys im Stil der Islay-Whiskys gebrannt. Die Ergebnisse aus dieser Zeit sind inzwischen extrem teuer.

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