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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich - Teil 8

Von einer Whisky-Reise durch die Highlands und einer Einladung in die Irrenanstalt

Bei Dalwhinnie kann die Standardabfüllung voll überzeugen

Zum Thema



Die Destillerie ist die nördlichste Destillerie, die nicht auf einer Insel liegt (das wäre dann Highland Park). Sie kommt aus dem Fischerörtchen Wick. Früher gab es hier noch nicht einmal eine Straße. Der gesamte Warenverkehr musste per Schiff abgewickelt werden. Ich selber war noch nie in Wick, aber ich hatte vorletztes Jahr eine bemerkenswerte Begegnung. Wir waren auf einem Zeltplatz am Loch Ness. Wir hatten spontan entschieden, hier zu halten, denn es gab dort Pferde und meine Töchter lieben Pferde - sie haben zu tun und ich hab mal Pause! Also haben wir früher als geplant gehalten und die Kinder sind dann auch gleich abgedackelt zu den Pferden. Die Frau baute Tisch, Stühle und Wellness-Bereich auf (ihren, meiner besteht aus einer Flasche Whisky). Ich wurde nicht gebraucht und habe mich ein wenig in die Landschaft verdrückt (weg von den Pferden). Auf einem Parkplatz stand ein Auto und von dort rief man nach mir, ich bin hingegangen. Es saßen fünf Personen in einem Kleinstwagen, sie waren freundlich und fragten mich nach meinen Töchtern etc. Das ist in Schottland eher normal, Small Talk eben. Angenehm, wenn man Zeit hat. Irgendwie waren die aber schon etwas komisch - zu fünft in so einem Kleinstwagen zusammen gepfercht. Ich meine, warum stiegen die nicht aus. Die Sonne schien und es war warm (ungelogen). Aus dem Auto quoll schwerer Rauch, der recht süßlich roch (ich musste an meine Studentenzeit denken). Man bot mir eine verdächtig aussehende „Zigarette“ an, ich lehnte natürlich entrüstet ab! Sie sagten, sie kämen aus Wick, ob ich das wohl kennen würde? „Na klar“ antwortete ich und gab mein Whiskywissen zum Besten. Man war begeistert und gemeinsam schwärmten wir von Old Pulteney. Ich wollte eigentlich in diesem Urlaub wirklich bis Wick fahren und so luden sie mich ein, bei ihnen zu übernachten. Sie wohnten in einer psychischen Heilanstalt, der Fahrer des Wagens sei ihr Betreuer und sie seien auf Urlaub. Was ist denn das für eine abgefahrene Scheiße! Ich treffe mitten in den Highlands die Besatzung einer Irrenanstalt aus Wick auf einem Zeltplatz, wo sie Urlaub machen und fette Joints rauchen. Klingt nach Tarantino! Es blieb dann aber doch friedlich und ich glaube, wenn ich mit Kumpels unterwegs gewesen wäre, ich hätte mir den Film echt gegeben und wäre die besuchen gefahren, um Wick, Old Pulteney und eine bestimmt unvergessliche Übernachtung zu haben. So blieb es bei einer einzigartigen Begegnung. Auch meine Töchter lernten die bekloppten Schotten noch kennen und fanden sie klasse. Die fielen auch echt kaum auf inmitten der ganzen anderen bekloppten Schotten, wenn man so das ganze Jahr alleine im Regen wohnt - na ja, so sind sie halt. Als ich dann zum Wohnmobil zurück kam, hatten sich meine Töchter gestritten und Mami war noch nicht fertig mit Aufbauen, aber gestresst mit zwei schreienden Kindern und alle waren „bester Laune“. „Vielleicht sind die Schotten ja auch gar nicht so bekloppt“, schoss es mir durch den Kopf - aber nein, ich liebe meine Familie. Erst jetzt weiß ich Ruhe zu schätzen.

Ich kopiere euch unten jetzt noch den Standard Old Pulteney rein und dann noch ein ziemlich geiles Einzelfass, welches ich vor zwei Tagen extra für diesen Blog aufgemacht habe - in Ruhe - nach 23.00 Uhr. Wie gesagt … mittlerweile weiß ich solche Momente zu schätzen und zu genießen.

Ach ja, apropos reinkopieren - ich schreibe ja seit etlichen Jahren alles, was ich trinke auf (na ja fast alles, lach). Ich habe gedacht, ich kann das ja eigentlich auch veröffentlichen , so onlinemäßig. Wer mal drüber schauen mag hier der Link.

Ich würde mich dann aber auch über einen netten Eintrag im Gästebuch freuen, wenn ihr schon gucken kommt.

Und im nächsten Blog kommen einige sehr spannende Highlands zur Sprache, also: stay tuned.

Name: Old Pulteney

Fass: Destillerie Gepansche

Abfüller:
Destillerie

Alter etc.: 12  > 40%

Nase: herbe Orange mit Traube oder Pflaume und Spuren von Salz

Geschmack: Pflaume mit Spuren von Salz an den Zungenrändern, leichter Honig in der Nase, und leichtem Rauch, die Pflaumennote bleibt bis zum Ende dominierend, der Abgang ist relativ lang, wenn auch ohne weitere Überraschungen, insgesamt sehr transparent

(14.12.2009 – mit mir)

Also der trifft echt meinen Geschmack, ist jetzt schon die dritte Flasche im letzten Jahr, er schmeckt immer wieder gut und ist im Duty Free billig zu haben. Ein typisches Nordlicht, etwas eleganter als der Glenmorangie und nicht ganz so salzig wie der Clynelish.

09 von 15 Punkten



revisited 23.10.2010 mit Gerhard Göttlich in Dymchurch im Caravan

die Pflaumennote ist jetzt deutlich schwächer, ist eher eine herbe Orange, etwas zu bitter für meinen Geschmack, das Salz ist stärker, er wirkt weniger gut balanciert und transparent, immer noch nicht schlecht, würde aber für diese Abfüllung einen Punkt weniger geben.

Name:
Old Pulteney

Fass: Bourbon

Abfüller: Malts of Scotland

Alter etc.: 12 Jahre, destilliert: 02.1998, abgefüllt: 01.2011, cask nr. 1217, 255 of 301 bottles > 52,5 %

Nase: weiche, warme Noten von hellem Honig, nur Spuren von Salz, Gras und eine eher dezente Vanille, man mag nach längerem Riechen noch Kirsche finden (oder doch eher Aprikose), nach dem ersten Schluck kommen noch buttrige Karamelltöne dazu

Geschmack: breiter Honig mit Pfeffer, die Vanille schwingt im Hintergrund mit, im Rachen werden die Honigtöne leicht bitter, im recht langen Abgang kommen noch buttrige Karamelltöne immer mal wieder hoch

(01.02.2013 – für The-Pit.de-Whiskyblog)

Zu Anfang ist er leider etwas undifferenziert im Ausdruck, das kompensiert er allerdings durch eine beachtliche Wucht. Er löst sich dann wunderbar auf und hat vor allem im Abgang noch die Karamellnote in der Hinterhand. Relativ nah am Destilleriecharakter, weiß aber trotzdem durch seine Wucht und einige kleine Überraschungen zu punkten.

11 von 15 Punkten

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