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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich - Teil 6

Eine Klassenfahrt in die Highlands muss ausgenutzt werden

Ein Whisky "straight to the wood"

Zum Thema

Also dieser Whisky-Blog wird irgendwie langsam zu einem Reisetagebuch. Die heutige Ausgabe kommt direkt aus SCHOTTLAND! Ich glaube, einen besseren Ort kann es kaum geben und es kann auch eigentlich keine besseren Co-Autoren geben, als die, die ich für diesen Blog gewinnen konnte - aber langsam, eins nach dem anderen und alles der Reihe nach. Nachdem ich aus Kreta zurückgekommen bin (der letzte Blog entstand ja in 10.000 Metern Höhe im Flugzeug nach Kreta), war ich eine Woche zu Hause, bevor ich mit drei TGs (Klassen) auf nach Schottland bin um, die Highlands unsicher zu machen. Wir waren erst zwei Nächte in Edinburgh und sind dann um 09.00 Uhr von dort aufgebrochen nach Aviemore (kurz vorm Loch Ness). Direkt an der Route (A9) liegt die Destillerie Aberfeldy, die der Region der Highlands zuzuordnen ist, welche ich ja noch gar nicht besprochen habe. Da passt es doch gut, dort einen Besuchstermin zu vereinbaren. Immerhin komme ich nicht alleine, sondern mit 52 Schülern im Gepäck, aber Aberfeldy gehört zu Dewars und das ist eine ziemlich große Firma. Das „Visitor Center“ von der Aberfeldy Destillerie war dann auch groß genug, um mit diesem Ansturm fertig zu werden, obwohl sich die Schüler schon strecken mussten und es auch gerne getan haben. Natürlich war ich schlau genug, bei meiner Anmeldung zu vermerken, dass ich diesen Blog schreibe und dass ich direkt über meinen Besuch schreiben würde. Allerdings hätte ich dann auch gerne etwas zum Verlosen - einige kleine Proben aus verschiedenen Fässern zum Beispiel. Wir kamen dann morgens gegen 11.00 Uhr in Aberfeldy an. Mir wurde mitgeteilt, dass ich herzlich eingeladen sei, einen Schluck aus den Fässern zu probieren, aber ich dürfe diese Proben nicht mitnehmen. Das hat wohl steuerrechtliche Gründe. Stellt euch das mal in etwa so vor: Ich stehe vor einem Fass, in welchem sich ein 28-jähriger Aberfeldy befindet. Entweder ich trinke ihn sofort oder ich lasse es. In beiden Fällen habt ihr, liebe Leser, nichts davon, also dachte ich mir, da nehme ich doch gerne, was ich bekommen kann, und sage natürlich noch brav „Thank You“. Es ist nicht das erste Mal, dass ich in einer Destillerie „Straight from the wood“ kosten darf. Die bekloppten Schotten sind da ziemlich unkonventionell. Die schlagen mit einem Holzhammer auf das Fass, dann löst sich der Stopfen und der Zugang zum „Wasser des Lebens“ ist frei. Anschließend wird eine riesige Pipette vollgemacht und man hält sein Glas darunter - Flutsch und das Glas ist voll. Ich meine voll, nicht etwa 2 cl oder 4 cl oder so, sondern wirklich VOLL - bis ganz oben hin. Donald, unser Führer durch die Destillerie, lächelte noch fröhlich und entschuldigte sich dafür, dass die Gläser „so klein“ seien. Es ist zu diesem Zeitpunkt 13.00 Uhr, die ersten Schüler motzen schon: „Ich muss mal Pippi, wann geht’s weiter, warum dauert das so lange, ich habe Hunger …“ und ich stehe da, mit einem VOLLEN Glas 28-jährigem Aberfeldy, dessen Geruch mir verführerisch in die Nase steigt und den ich vor Abfahrt noch getrunken haben MUSS. Bitte dabei bedenken, ich habe an dem Tag noch die Verantwortung für die ganze Gruppe zu tragen. Also werden schnell die motzenden Schüler in die Ausstellung geschickt und drei davon zurückgehalten. Diese hatten bereits in Edinburgh starkes Interesse am Whisky gezeigt und mit mir abends im Pub erste Verkostungserfahrungen gesammelt. Zettel und Stift raus und dann haben wir dieses einmalige Erlebnis für den Blog festgehalten. So kann es einem gehen, wenn man mit mir unterwegs ist (lacht). Die Verkostungsnotiz findet ihr unten:


Name: Aberfeldy

Fass: wahrscheinlich Sherry Refill

Abfüller: Destillerie, drawn straight from the wood

Alter etc.:  28 Jahre > ca. 55% 

Nase: Traube, Zimt, kräuteriger Waldhonig, leichter Rauch, in der Summe pralinig, süß, herb

Geschmack: ordentlich Pfeffer zu Anfang, dann harzig und Honig ohne Ende, der ganze Mund ist voll damit, leichter Rauch, dann wird er zimtig auf der Zungenmitte und im Abgang noch ein wenig fruchtig, mit Spuren von Süßholz, ganz zum Schluss liegt noch ein Honigbonbon auf der Zunge

(09.10.2012 – mit Leo Gerz, Daniel Anders und Johannes Nguyen in der Destillerie Aberfeldy um 13.00 Uhr)

Das ist mein erster Aberfeldy, was für eine Begegnung. Zu Anfang doch recht kräftig, trotz seiner Alters, und dann wird er einfach nur geil, superklar im Audruck und wirklich sehr balanciert, sicherlich ist er, was die geschmacklichen Facetten betrifft, limitiert, aber das, was er tut, das tut er wirklich sehr beeindruckend.

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