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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich - Teil 5

Whiskykunde aus 10.000 Höhenmeter

So, da bin ich wieder. Ich hoffe, mir ist keiner böse, dass ich letzte Woche nicht abgeliefert habe. Es ist halt im Moment wirklich an allen Fronten Baustelle und irgendwie soll das Schreiben ja auch Spaß machen. Normalerweise sitze ich dann abends, wenn die Kinder im Bett sind und die Gattin ihre Migräne pflegt, schön an meinem Schreibtisch, trinke gepflegt ein oder zwei Gläschen und schreibe halt dabei. Diesmal ist es jedoch etwas anders. Es ist jetzt Mittwoch 10:24 Uhr. Gestern Abend lief SGE gegen BVB und es war ein gigantisches Spiel. Wer mich kennt, weiß, dass ich natürlich meiner Eintracht die Daumen halte. Gestern Abend muss man allerdings fairerweise sagen, dass beide Teams unglaublich gut gespielt haben und das Spiel somit keinen Sieger verdient hat. Aber es ist doch beachtlich, dass der Aufsteiger mit seinem jungen Team mit der vielleicht besten Fußballmannschaft Deutschlands mithalten kann. STOP falsches Thema (lacht). Also heute Morgen musste ich um 02:00 Uhr aufstehen, im Bett war ich um 00:00 Uhr, denn um 06:30 Uhr ging der Flieger von Frankfurt/Hahn nach Kreta. Ok, das stimmt nicht ganz - da die Griechen mal wieder streiken, musste der Flug auf 10:00 Uhr verlegt werden. Das mit dem Streik wusste übrigens gestern Abend schon das ganze Internet, nur Ryan-Air fiel es erst heute Morgen auf - Anja, ich brauche ja keinen Schlaf. Ich habe in Kreta genug zu tun (kein Urlaub, ich bin dienstlich dort) und deswegen keine Zeit fürs Whiskyschreiben. Ich will aber nicht noch eine Woche ohne Blog verstreichen lassen (The-Pit drohte schon mit Gewalt), also schreibe ich jetzt in 10.000 Meter Höhe - quasi über den Wolken.

Leider kann ich natürlich jetzt beim Schreiben kein Glas Whisky trinken. Ich muss also ausschließlich auf Verkostungsnotizen aus der Schublade zurückgreifen. Aber ich hoffe, dass ihr mir das nachseht. Dafür haben wir heute auch einige echte Knaller dabei. Ich würde heute gerne über die „Islands“ schreiben. Eine Region, die (Überraschung, wer hätte das gedacht) die Inseldestillerien (außer Islay) zusammenfasst. Das macht auch Sinn, denn bis auf eine Ausnahme (Arran) schmecken die Whiskys dieser Region doch recht ähnlich. Im Norden beginnend muss natürlich Orkney erwähnt werden, diese Insel war lange Zeit unter der Herrschaft der Wikinger, der sogenannten „Lords of the Isles“, und das sieht man auf Orkney auch überall. Die Insel hat gleich 2 Destillerien zu bieten, die bekanntere und zugleich auch nördlichste Destillerie Schottlands ist „Highland Park“. Die 12-jährige Standardabfüllung ist nicht so spektakulär wie die Whiskys von Islam, aber trotzdem durchaus empfehlenswert, gerade weil er sehr gut balanciert und sehr rund ist. Das schmeckt dann in etwa so:

Name: Highland Park

Fass: Destillerie-Gepansche

Abfüller: Destillerie

Alter etc.: 12 Jahre > 40 %

Nase: herbe Süße paart sich mit Salz und Andeutungen von Schinken und Rauch

Geschmack: süß und salzig mit leichtem Rauch und bitterem Torf im Rachen, der Rauch bleibt lange, ansonsten im relativ langen Abgang eher bitter (und Stefan findet noch Ananas – soso)

(04.07.2010 – mit Matthias Velte und Stefan Lüdtke)

Ein Standard, der bietet, was der Name verspricht, ohne jedoch besonders zu brillieren, absolut trinkbar mit einem Lächeln.

09 von 15 Punkten
 
Die zweite Destillerie auf Orkney heißt Scapa, Scapa ist weniger bekannt und wurde früher ausschließlich zum „Blenden“ (Verschneiden) destilliert. Von Scapa erzählt man sich folgende Geschichte: In der Nähe der Destillerie sollte ein Industriegebiet ausgewiesen werden. Dummerweise lag dies genau über der Quelle, aus welcher die Destillerie ihr Wasser bezog und Wasser ist extrem wichtig für Whisky (ich glaube das hatten wir schon in der zweiten Folge). Natürlich fürchtete man, dass das Wasser verunreinigt würde. Deswegen kaufte die Destillerie über Strohmänner alle Grundstücke des neuen Gewerbegebiets und ließ alles beim Alten. Dies war sicherlich eine gute Entscheidung, denn Scapa ist durchaus erwähnenswert. Einzelfass-Abfüllungen sind sehr selten, aber dann zumeist spektakulär und auch der Standard ist nicht schlecht. Leider habe ich nur eine recht alte Notiz, ich glaube, heute wird er als 16-Jähriger abgefüllt, aber geschmacklich hat sich ansonsten nicht viel verändert (erfreulicherweise).

Name: Scapa

Fass: Gepansche

Abfüller: Destillerie

Alter etc.: 14 > 40%

Nase: Malz, Honig, „Heidesüße“ (Markus nennt es muffig), fruchtige Frische (Apfel / Orange?)

Geschmack: ganz kurz pfeffrig scharf, dann breiter süßer Honig- und Malzgeschmack, mit Anklängen von fruchtigen Elementen, etwas später mischt sich an den Zungenrändern immer deutlicher hervortretend Salz/Jod dazu, später leichte Zimt/Minze auf der Zunge und im Rachen Torf und leichte Rauchtöne

(16.01.2008 – mit Markus Bensch)

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