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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich - Teil 4

Campbeltown, eine Region voller Blutfehden und Whisky



Fallt nicht auf den preiswerteren Springbank CV rein, der ist deutlich schwächer und meiner Meinung nach nur für ungebetene Gäste empfehlenswert, wenn er auch durchaus nicht ohne Charme ist. Ich habe ihn extra für diese Springbank Ausgabe nochmal gekostet und es notiert. Das wäre dann in etwa so:

Name: Springbank

Fass: Gepansche

Abfüller: Destillerie / CV

Alter etc.:  keine Angaben > 46 %

Nase: herbe Elemente mit süßen Tönen (Vanillepudding mit Grapefruit und Aprikose), Rauch, vielleicht ein bisschen schwefelig, warme Torfaromen, ganz hinten noch dunkler warmer Kakao

Geschmack: doch recht scharf mit bittersüßem Torf aus dem Rachen, relativ leichter Rauch, der erst später stärker wird, Vanille schwirrt irgendwo durch die Luft und so ein Gefühl von Traubenzucker kommt auf, hintenrum noch Spuren von Kakao und dann ist er relativ schnell weg

(13.09.2012 – für Whisky Blog von The-Pit.de)

Er hat sicherlich spannende Nuancen, aber er ist doch eher schwach definiert. Die einzelnen Elemente verschwimmen oder werden nur angedeutet. Teilweise ist er fast schon unangenehm kantig. Die geschmackliche Tiefe des Standards kann er nicht einmal ansatzweise erreichen. Er ist nicht teuer, aber auch nicht wirklich gut. Ich denke, man kann gut weiterleben, ohne ihn getrunken zu haben.

07 von 15 Punkten


Ansonsten stellt Springbank auch noch die Whiskys Longrow und, seit Ende 1997, Hazelburn her - interessante Variationen. Ich würde jedoch das Original empfehlen.

Ich persönlich führe Campbeltown Whiskys immer noch als eine eigene Region, weil sie schlicht und ergreifend deutlich anders schmecken als die anderen Highland Malts, zu denen die meisten Händler und sogenannten Experten die Campbeltown Whiskys mittlerweile sortieren. Eine weitere Destillerie dieser „Mini Region“ ist Glen Scotia. Diese Destillerie wird nur phasenweise betrieben und das ist durchaus verständlich, denn der zwölfjährige Standard ist nur bedingt empfehlenswert. Er schmeckt in etwa so:

Name: Glen Scotia

Fass: Gepansche

Abfüller: Destillerie

Alter etc.: 12 Jahre > 40%

Nase: vorne sehr torfig, darunter liegen leichte Spuren von Salz und Jod, aber auch etwas Vanille

Geschmack: torfig und rauchig, Spuren von Salz an den Zungerändern, leicht bitter im Rachen und vanillig in der Zungenmitt,e im Abgang wird er nussig oder mandelig, allerdings mit bitterem Beigeschmack, Stefan meinte, wie geräucherte Mandeln

(17.08.2009 – mit Stefan Lüdtke)

Ein sauberer Campbeltown Whisky ohne Allüren, aber auch ohne Höhepunkte. Natürlich kein Vergleich zum Springbank, aber dafür angenehm zurückhaltend - schön zu trinken.

08 von 15 Punkten

Glen Scotia gehört der Loch Lommond Destillerie und wer den grauseligen Loch Lommond Whisky schon einmal trinken musste, der wird verstehen, warum der Standard Glen Scotia nicht wirklich überzeugen kann. Es gibt aber immer wieder recht preiswerte Einzelfass-Abfüllungen von Glen Scotia (zwischen 50,- und 100,- €), die meistens gut bis teilweise sehr gut sind, ein Beispiel hierfür unten:

Name: Glen Scotia

Fass: Sherry Butt

Abfüller: Whiskymax

Alter etc.: 16 Jahre, destilliert 25.03.1992, abgefüllt 2009, cask nr. 12 > 60,1%

Nase: nasses herbes Holz (Eiche, das kenne ich vom Holzspalten) mit Leder drauf, Rauch ohne Ende, an den Nasenflügeln salzig, Volker hat irgendwo noch Karamell, dominierend ist die Holznote, nach dem ersten Schluck ist er deutlich vanilliger

Geschmack: scharf und kraftvoll, unglaublich erdig im Geschmack, raucht sofort hammergeil durch die Nase, die Holznote deutet sich nur im Hintergrund an, das Salz an den Zungerändern brennt lange und scharf, später leichte Zimtnoten auf der Zungenmitte und irgendwo schwebt noch bittere Orange rum, der Geschmack ist dann auf einmal weg, nur der Rauch bleibt noch eine Weile liegen.

(26.11.2009 – mit Matthias Velte, Volker Reichard)

Wow, was hat der für eine Power! Sauber und kraftvoll im Ausdruck mit richtig haarigen, dicken Eiern dran. Er könnte hintenrum etwas länger sein. Der lange Rauch weiß halt zu punkten.

11 von 15 Punkten

Dem Experten sei die gegenwärtig noch verfügbare Einzelfass-Abfüllung eines 21-jährigen Glen Scotia von Malts of Scotland ans Herz gelegt. Sie kostet 79,-. € und wäre wohl mit 12 Punkten zu bewerten (ich kann jetzt einfach nichts mehr verkosten, denn ich hatte den zehnjährigen Springbank schon… die Flasche ist noch halb voll, ich selber bin schon einen Schritt weiter).

Abschließend sollte noch die Destillerie Glengyle erwähnt werden. Sie wurde erst 2004 gegründet und füllt bereits einen Single Malt unter dem Namen Kilkerran ab (natürlich ohne Altersangabe). Eine Destillerie, die ich selber in Zukunft beobachten werde, denn ich konnte mal eine Flasche ergattern, hatte sie aber zu schnell ausgetrunken - also nichts geschrieben. Wäre auch nur für Experten empfehlenswert. So, ich bin dann mal ab inne Heia. Muss morgen (Freitag) wieder früh raus und hab am Samstag Videodreh für Ala Germanica. Ich soll Arminius spielen. Na, wenigstens überlebt er die Schlacht - also gute Chancen auf den nächsten Blog. In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Ansichten - oder anders herum: Prost.

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