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Rebellion: Whiskyspecial mit Tomi Göttlich - Teil 3

Eine Geschmacksreise durch Islay

So, es ist jetzt Montagabend und morgen geht es nach Island. Ich habe den ganzen Tag noch am Booklet für die CD herumgefummelt und der Bildschirm geht mir echt auf den Sack, aber eine knappe Stunde nehme ich mir noch, zumal die Frau gerade den Hof fegt. Ich meine, besser schreiben, bevor sie noch auf die Idee kommt, ich solle ihr helfen … beim Hof fegen … ich bitte euch.

Neben Caol Ila und Ardbeg gibt es noch Bowmore. Die Destillerie bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Abfüllungen an. Die beste ist meiner Meinung nach der „Surf“. Es ist der jüngste und billigste (deutlich unter 30,- €). Er ist vergleichbar mit dem Standard von Caol Ila - direkt, salzig und ehrlich. Die anderen Abfüllungen haben zumeist einen deutlich höheren Anteil an Sherryfässern und bei Bowmore heißt das zumeist auch, dass sie einen unangenehmen seifigen Beigeschmack haben und nebenbei meist älter und somit teurer sind. Das schmeckt dann in etwa so:

Name: Bowmore

Fass: Destillerie Gepansche

Abfüller: Destillerie Mariner

Alter etc.: 15 Jahre

Nase: warm und torfig, zwischen Salz und Jod noch eine überreife Frucht, vielleicht ein bisschen seifig und eine Spur Schinken, insgesamt sehr balanciert

Geschmack: rauchig und gleich zu Beginn eine unangenehme seifige Note, an den Zungenrändern erstaunlich verhaltenes Salz, im Rachen süße Noten, für einen Bowmore relativ wenig Rauch im Abgang, dafür krautrige Honignoten, aber die seifige Note bleibt erhalten, wird ganz hinten zu schwachem schwarzen Tee

(08.11.2009 – mit meinem Alterego)

Also ich weiß nicht. Ich mag Bowmore ja schon gerne trinken, aber der Seifentouch ist mir echt too much. Ich meine, es ist alles schön balanciert, vermutlich gibt es einen hohen Sherryanteil und ein paar echt alte Fässer, aber warum muss der bekloppte Blendmaster da solche Seifenfässer mit rein schmeißen. Ok, war im Duty Free nicht wirklich teuer, aber was mach ich jetzt mit dem Liter?

7 von 15 Punkten

Natürlich kann man nicht über Islay schreiben ohne Lagavulin zu erwähnen. Auch Lagavulin gibt sehr selten Einzelfässer an die Unabhängigen heraus, was schade ist, denn ein junger Lagavulin aus einem Bourbonfass ist ein echtes Erlebnis. Das schmeckt dann in etwa so:

Name: Lagavulin

Fass: Bourbon

Abfüller: Malt Brothers

Alter etc.: 7 Jahre > 59,1 %

Nase: salzig vanillig rauchig, bisschen medizinisch

Geschmack: scharf und wild, Vanille, Rauch, Jod und Salz, klar im Ausdruck und gut balanciert

(29.05.2010 – Goetheschule Tasting)

Ein klasse Malt, stark und klar in der Ansprache und schon richtig gut balanciert, könnte halt etwas mehr Facetten haben

10 von 15 Punkten

Der Standard dagegen hat einen hohen Anteil an Sherryfässern, was mir persönlich nicht so gefällt, denn Ausdruck und Definition leiden schon deutlich darunter. Irgendwie werden die Islay typischen Elemente ein wenig zugedeckt. Versteht mich nicht falsch, es gibt sehr viele Fans von Lagavulin. Ich persönlich gehöre halt nicht dazu, zumal ich ihn mit 45,- € auch recht teuer finde. Er schmeckt in etwa so:

Name: Lagavulin

Fass: Gepansche

Abfüller: Destillerie

lter etc.: 16 Jahre > 43 %

Nase: Jod, Salz, Rauch, im Rauch deuten sich karamellisierte Früchte (Aprikose?) an, leicht schwefelig

Geschmack: salzig scharf an den Zungenrändern, sofort starker Rauch, süße Elemente (stark gesüßter schwarzer Tee) deuten sich auf der Zungenmitte an und werden im Abgang deutlicher, eine Idee bittere Torf taucht kurz im Rachen auf

(19.12.2010 – im Ascot)

Ein eleganter und sehr gut balancierter Whisky, der gefällt ohne zu brillieren. Ich persönlich meine ja, dass jede andere Islay Destillerie ein besseres Preis-Leistungsverhältnis bietet. Für mich zu gefällig und zu unklar.

8 von 15 Punkten

Soooo, ich kämpfe mich gerade wieder durch den Antrinker. Gestern Abend (letzter Blog) war ich dann irgendwann doch … unpässlich … sozusagen, lach, aber heute werde ich mir eine ganz besondere Belohnung geben, aber vorher schreibe ich schnell noch was zu den weiteren Destillerien auf Islay.

Da wäre noch Bruichladdich, eine interesante Destillerie, deren Charakter etwas leichter und fruchtiger ist als die meisten anderen Destillerien der Insel. Es gibt eine derartige Vielzahl an unterschiedlichen Destillerie-Abfüllungen, so dass man kaum den Überblick behalten kann. Wenn ihr diese Destillerie checken wollt, würde ich den noch recht preiswerten „Waves“ empfehlen, er schmeckt etwa so:

Name: Bruichladdich

Fass: Gepansche

Abfüller: Destillerie Waves

Alter etc.: 7 Jahre > 46 %

Nase: Salz und leichter Rauch paaren sich ausgeglichen mit frischen Orangennoten, ganz hinten vielleicht eine dunkle Schokolade und eine Spur Pfeffer und wer will, kann noch einen Pfirsich finden

Geschmack: frisch, fruchtig, leicht salzig, leichter Rauch und etwas später bittersüße Honigtöne, ganz leicht seifig

(19.06.2010 – mit mir)

Also schlecht ist der nicht, der Ausdruck könnte klarer sein, ist doch alles eher verwaschen, aber andererseits balanciert und wohlschmeckend. Also für 30,- € kann man den auch mal bequem wegtrinken, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

8 von 15 Punkten

Dann gäbe es noch Bunnahabhain, den ich persönlich recht spannend finde, da er eher untypisch für Islay ist. Er ist leichter und hat einen weniger robusten Körper als die typischen Malts dieser Insel. Das schmeckt dann in etwa so:

Name: Bunnahabhain

Fass: Gemisch

Abfüller: Destillerie

Alter etc.: 12 Jahre > 46  %

Nase: süße schwere Frucht, die maritimen Elemente bleiben im Hintergrund, leicht nussige Töne nur sehr wenig Rauch, kräuterige Honigtöne, im Abgang eine Spur von Rosinen

Geschmack: warm, süß nussig, leichtes Salz, Marzipan, spät kommt leichter Rauch, er könnte im Ausdruck etwas definierter sein.

(29.05.2010 – Goetheschule Tasting)

Ein leckerer Standart, absolut empfehlenswert, leider nicht ganz so stark im Ausdruck.

9 von 15 Punkten

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