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Nevertrust: Im Zoo

Chaotisch, selbstironisch und etwas zu klischeebehaftet

Das Cover zu "Im Zoo"

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Die Band Nevertrust (ja, die gibt es wirklich) hat sich ein besonderes Projekt ausgedacht: Ein Hörspiel über einen fiktiven Zoobesuch mit ziemlich verworrener Handlung wurde von der Band produziert. Die Handlung soll hier natürlich nicht verraten werden, aber grob soll zumindest die Ausgangssituation zugänglich sein. Die, wie es im Hörspiel heißt, berühmte Metalband Nevertrust hat einen Tag frei und macht einen gemeinsamen Ausflug in den Zoo. Dabei kommt es zu allerhand Wirrungen und Missverständnissen, die schon an der Kasse beginnen, weil Drummer und Neuling Imu nicht mit einer Kinderkarte in den Zoo gelassen wird. Als dann herauskommt, dass die Band ihr Bier selber zahlen soll und es nicht vom „Veranstalter“ gestellt bekommt, ist die Kacke am dampfen.

Die Geschichte ist liebevoll erzählt und die Charaktere sind recht gut ausgearbeitet. Die Story folgt einer klaren Linie, die nachvollziehbar ist und nur wenige Sprünge zwischen Charakteren und Handlungsorten aufweist. Dafür ist aber auch vieles an der Erzählung recht plump und vorhersehbar. Gewisse Attribute der einzelnen Figuren sind sehr klischeebehaftet, wie zum Beispiel der rohes Fleisch essende und ständig nur Bier saufende Metaller (Zitat: „Ich hatte schon seit dem Parkplatz kein Bier mehr“). Wenn man die Quotengrinser, die sich aus den verqueren Situationen ergeben, nicht hätte, dann wäre das Hörspiel ziemlich langweilig, was es aber nicht ist. Trotz der nicht sehr spannungsgeladenen Handlung kommt man nicht um ein paar Schmunzler herum. Zumindest, wenn man sich schon einmal mit der Situation von Bands, Veranstaltern und bei Metalkonzerten vertraut gemacht hat. Vielerlei Seitenhiebe werden hier verteilt, oftmals auch gegen die Band selbst. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie zieht man sich als Band immer wieder selber durch den Kakao und lässt andere Figuren beispielsweise stets beteuern, dass sie noch nie von der „berühmten“ Metalband Nevertrust gehört haben.

Das Hörspiel ist nicht aufwändig, aber doch mit viel Herzblut produziert und man merkt den Sprechern an, dass sie allesamt sicherlich viel Spaß mit ihren Rollen hatten.

Die brennende letzte Frage bleibt: Braucht man das Teil nun, oder nicht? Hier gilt ganz einfach: Wer sich auch mit anderen Hörspielen anfreunden kann und nicht davor zurückschreckt, auch einfach einmal etwas leichtere Kost in die Ohren gepustet zu bekommen, der sollte sich den Spaß gönnen und einmal in den Silberling (oder die Kassette) reinhören. Wer allerdings so gar keinen Bezug zu gesprochenen Erzählungen hat, der wird sich auch hier sicherlich schnell wieder abwenden. Nur für Kinder ist dieses Hörspiel sicher nicht, die Handlung ist zwar weder sehr blutig (mit einer Ausnahme) noch irgendwie zu schlüpfrig, aber so ganz ohne sind so manche Sprüche auch nicht.

Für lange Winterabende bietet „Im Zoo“ tatsächlich eine Alternative zum meist völlig bescheuerten Fernsehprogramm. Wer weiß, vielleicht heißt es auch bald: Vorhang auf für die zweite Folge.  

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