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Metallica: Fotografien von Ross Halfin

Ein Leben in Bildern - sowohl aus Sicht der Band, als auch aus der des Fotografens

Buchcover des Fotobands

Zum Thema

Zu Beginn dieser Buchbesprechung soll direkt ein Zitat stehen, welches die Einleitung eröffnet: „Ross hat mich gebeten, die Einführung zu dieser 147. Folge von ‚Noch ein nutzloses Buch mit Metallica-Fotos, das ihr weder braucht, noch wollt.‘ [...] zu schreiben.“ Ross Halfin hat den Titel seines Werkes tatsächlich noch in „Metallica: Fotografien von Ross Halfin“ geändert. Aber so ganz unrecht hat der Fotograf nicht mit dem Arbeitstitel. Es gibt viele, sogar sehr viele Bücher über Metallica. Ob es denn nun tatsächlich 146 sind, ist fraglich, kann aber sehr gut sein. Also stellt sich direkt zu Beginn der Besprechung eine Frage: Braucht die Welt ein weiteres? Und ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: die Welt vielleicht nicht, aber gelesen werden wird es dennoch - und das sicherlich nicht nur von Metallica-Fans.

Wie jeder Band beginnt auch „Metallica: Fotografien von Ross Halfin“ mit Danksagungen. Und es hat sich auch so eingeschlichen, dass ein Fotograf darlegt, mit welcher Ausrüstung er unterwegs ist.
 
Den Danksagungen folgt ein Vorwort von Lars Ulrich, Mitbegründer und Schlagzeuger der Band. Und diese Wahl ist nicht nur getroffen worden, um das Buch besser zu verkaufen. Lars Ulrich beschreibt an dieser Stelle, dass Ross sie ihr ganzes Leben begleitet und ihnen als sie „sehr junge, naive Grünschnäbel waren, Einblicke in das Leben des Rock’n’Roll [eröffnet hat]“. Er hat auch Ross‘ Karriere begleitet - anhand der „Knipserei“, als Motiv und auch als Freund.

Der zweite Teil der Einführung ist ein Vorwort von Peter Mensch, dem Manager von Metallica. Er beschreibt genau, was das Buch eigentlich ist: „eine Bildgeschichte eines Mannes, seiner Kamera und einer Band.“ Er fasst aber auch zusammen, was für ein schwieriger, streitsüchtiger, aber eben auch ehrgeiziger Mann Ross Halfin ist. Er findet die Begründung, warum Ross so gute Bilder von Metallica macht, schnell. Ross kenne Metallica nicht nur vom ersten Moment an, sondern könne sich in sie einfühlen. Er nutzt diese Einführung auch, um zu beschreiben, wie froh alle waren, als Ross nach kurzer Trennung wieder unter ihnen war.
 
Der dritte und letzte Teil der Einführung ist direkt von Ross Halfin verfasst. Auf diesen zwei Seiten des Buches beschreibt er kurz und bündig, wie alles zueinander gefunden hat. Es ist, als stehe Ross dabei direkt neben einem und erzähle dies bei einem Glas Bier, immer auf dem Absprung die nächsten Fotos zu schießen, einfach weil der Moment gerade perfekt ist. Ross kam zu Metallica, weil der Manager von seinen Iron Maiden-Fotos wusste und ihn auch für Metallica haben wollte. Ross ließ ihn zappeln, monatelang. Überzeugt habe ihm damals der x-te Anruf von Peter Mensch „Sei kein Arschloch, mach Fotos von meiner neuen Band!“ Das war der Start und er erzählt noch auf humorvolle und spaßige Art, wie er ein Mädel abgeschleppt habe, nur weil diese dachte, er sei Lars Ulrich. Er ließ sie in dem Glauben.

Der Hauptteil ist natürlich den Fotos gewidmet. Und es sind großartige Fotos - von Beginn der Karriere der Band Metallica bis zur heutigen Zeit. Bei den ersten Bildern schafft man es immer wieder, verblüffte Blicke zu ernten: „Das sind Metallica?“ Ross hat sie wirklich vom ersten Moment abgelichtet und genau diese Bilder zeigt der Sammelband. Es sind einzigartige Bilder dabei, Bilder die bekannt sind, Bilder die noch nicht so bekannt sind. Und immer, wenn man den Band durchblättert, erblickt man andere Details und Facetten eines Bildes, welches man schon so oft gesehen hat. Zwischen den Bildern kommt es immer wieder zu kurzen Erklärungen, wo die Bilder aufgenommen wurden. Darstellungen, dass sich Ross z.B. in Norwegen auf der Tour aufgrund der vielen Bodyguards unwohl fühlte. Oder Schilderungen, dass ein Bild von Lars Ulrich sein liebstes Bild ist, weil er dort in sich den Adonis entdeckte. Es sind also vor allem die durchlebten Emotionen, die dieser Band mitteilt, via Foto oder eben auch dem einen oder anderen Text.

Der Abschluss des Buches ist ebenso aufgeteilt wie die Einleitung. Es gibt zum Einen ein Interview mit Steffan Chirazi (derzeitiger Metallica-Fan-Club-Editor), welches nochmals das Leben des Ross mit der Band beschreibt. Das letzte Wort hat Kirk Hammett. Auch er beschreibt die Launen des Ross Halfin, vergleicht ihn mit Ebenezer Scrooge und empfiehlt jedem, ihm erst ein paar Wodkas zu geben, dann sei er nett und mitfühlend. Aber er bestätigt das Wichtigste für einen Fotografen, er mache einfach die besten Live-Fotos.

Das Buch ist nicht nur eine Foto-Biografie einer der bekanntesten Bands, nein, es ist gleichermaßen die eines Fotografens. Somit ist es nicht nur für Metallica-Fans ein Kauf-Muss, sondern auch empfehlenswert für Fotografen mit Interesse im Konzert- und Musikbereich. Das Buch zeigt die unterschiedlichsten Aufnahmeperspektiven, aber auch die mannigfachsten Möglichkeiten, eine Band oder einzelne Bandmitglieder abzulichten, ohne dass ein Bild dem anderen gleicht.

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