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Maarten: Keuleman: Bela B. liest Exit Mundi

Von Weltuntergängen, Felsen im Kaffee und ETs Geschwistern

Cover von "Exit Mundi"

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Bela B. liest das Hörbuch „Exit Mundi! – Die besten Weltuntergänge“. Wie jetzt? Der Sänger und Schlagzeuger der bekannten Gruppe Die Ärzte beschäftigt sich mit dem Untergang der Welt, der Apokalypse? Was ist geschehen, dass er so schwarz denkt. Nein, nein zur Beruhigung soll gesagt werden, er liest ein Buch des Niederländers Maarten Keulemans, der nicht etwa alles schwarz malt und depressiv darauf wartet, dass alles vorbei ist.

Das Hörbuch beinhaltet die Inhalte von Maarten Keulemans Homepage www.exitmundi.nl. Hier veröffentlichte der Wissenschaftsjournalist Texte zu Risiken der Nanotechnologie und die Seite wurde schnell Heimathafen verschiedenster Internet-Apokalyptiker. Innerhalb von fünf Jahren war soviel Stoff zusammen gekommen, dass daraus ein Buch entstand. Nun leiht Bela B. diesen Geschichten rund um den Weltuntergang seine Stimme.

Worum aber geht es nun in den einzelnen Geschichten? Die Wurzel sind die Risiken der Nanotechnologie und so technisch und naturwissenschaftlich sind auch die Geschichten, wie die Welt untergeht. Das Hörbuch umfasst insgesamt zwölf Geschichten, die beschreiben, wie es mit unserer Erde zu Ende geht oder gehen kann, was nur eine kleine Auswahl des Buches ist, welches 35 Geschichten enthält. Die Vorlage des vorliegenden Hörbuchs umfasst insgesamt zwölf thematische Kapitel, deren die 35 Geschichten untergeordnet sind. Es geht um Meteoriten, um das schon beginnende Aussterben der Männlichkeit, um das Ablaufen des Maya Kalenders, Zombies und Aliens. Alle Geschichten sind mit einem riesigen Augenzwinkern geschrieben. Der herunterfallende Meteorit etwa ist in der Kaffeetasse einer Person gelandet und als schon ausgestorbene Rasse werden nicht etwa die Dinosaurier herangezogen, sondern die Dodos. In der zweiten Geschichte wird die Roboterwelt ad absurdum geführt. Denn in „Roboter“ haben eben jene schon längst die Welt übernommen. Robotersoldaten rennen umher und metzeln alles nieder und der sonst so niedliche Küchenroboter Mellie nutzt das angebrachte Messer am Arm nicht etwa zum Kartoffel schälen, sondern geht damit auf die Herrin des Hauses los. Nein, nein, wird gesagt mit einem Augenzwinkern, soweit sei es ja noch nicht. Aber es werden hier nicht etwa Auswege genannt. Anschließend wird dem Hörer erklärt, warum es so kommen wird. Der Roboter sei schneller, brauche weniger Wartung und könne in kürzester Zeit viel mehr erreichen, als der gemeine Mensch. Jede Geschichte befasst sich mit bekannten Themen und keine ist so wissenschaftlich, dass der normale Hörer ihr nicht folgen könnte. Hört man genau hin, wird deutlich, dass sich die Schreiber selber aufs Korn nehmen. Herrlich zum Beispiel bei "Eiszeiten" die Aufforderung zum Schluss der Geschichte, doch schon einmal Feuerholz zu sammeln.

Zum Leser Bela B.: Er ist kein ausgebildeter Redner und das Hörbuch zeigt dies deutlich. Nicht etwa wie ein Roboter liest er die Geschichten in einem Durchgang, betont an den richtigen Stellen. Bela B. bleibt Mensch; wenn er während der Aufnahmen Durst hat, wird nicht etwa geschnitten und keiner bekommt es mit. Er trinkt, äußerst sich dazu, schlicht, er bleibt Mensch. Bela B. hat merklich Spaß beim lesen, bei den Geschichten und er bringt alle Ironie, jeden Sarkasmus derart brillant rüber, dass der Hörer geneigt ist zu glauben, er habe die Geschichten selbst erdacht und niedergeschrieben. Dies alles scheint seine Sicht der Welt komplett zu bestätigen. Die Erde ist die unsere, wir selber haben es in der Hand, das daraus zu machen, was wir uns wünschen.

Aufgenommen wird die Abfolge der Geschichten mit kurzen Unterbrechungen, wo ein scheinbar weiblicher Roboter die Überschriften liest. So weit, so passend also. Allerdings ist das Zusammenspiel zwischen Roboter und Mensch dadurch ungewohnt harmonisch. Das Artwork des Hörbuchs ist schön futuristisch, so dass es von Weitem schon dem Genre Science Fiction zuzuordnen ist. Interessant ist auch die Art, wie die Geschichten eingeleitet werden. Zu jedem Start wird aufgezeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, diesen Weltuntergang zu überleben.

Random House ist mit der Verpflichtung Bela B.s ein guter Coup gelangen, seine Art und Weise, die skurrilen Weltuntergänge vorzutragen, ist gut, und das Zuhören fällt sehr leicht. Abgeschlossen wird die Sammlung mit der Begründung „Warum die Welt nicht untergehen wird“. Glück gehabt.

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