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Layment: Listening-Session im Studio

Irgendwo zwischen begeistertem Zuhören, Interviewen und Abhängen

Lange, sehr lange hat es gedauert, bis endlich die Stippvisite im Sounds Of Steel Studio zusammenkommt – ist ja auch nicht einfach, viele verschiedene Charaktere auf einen Punkt zu bringen. An diesem Abend allerdings sitzen wir gemütlich beisammen, was in persona Sänger Marian Schmidt sowie die beiden Gitarristen Tobias Schmidt und Benjamin Burschei von Layment und der Produzent des neuen Albums „Of Gods & Goats“, Christian Köhle, neben seinem Knöpfchenposten auch als Tieftöner bei The Claymore aktiv, bedeuten. Ein Kasten Bier, kurzerhand von Tobias in die Runde gehauen, dazu ein paar Dosen Aufputschmittel in Form eines Energy-Drinks, entspannt auf die Couch gelümmelt und den Regler der Boxen aufgerissen, so widmen wir uns dann den neuen Songs vom Album, nachdem ein paar allgemeinere Themen für ersten Redefluss sorgten.

Gleich nach dem Intro geht es im Midtempo mit „Another Road“ los, wobei schnell schon das lyrische Konzept deutlich wird, nicht unbedingt einem roten Faden auf dem Album zu folgen, sondern durchaus auch kritisch „Lebensanweisungen“ zu unterstreichen. Der Opener jedenfalls handelt davon, dass man sich entscheiden muss, in welche Richtung man gehen will. Mit „To The Ravens“ gehen Layment dann etwas vertrackter zu Werke, wobei man wie auf den Alben zuvor unverkennbar Marian heraushört, aber auch schon wieder die typischen laymentschen Trademarks der singenden Gitarre verbaut sind. Überhaupt, Marian zeigt sich an diesem Abend sehr redefreudig. Gerade die Gesangsarrangements bezeichnet er für seine Stimmlage als optimal und ideal, denn die sind genauestens austaxiert, was sicherlich auch an der parallelen Arbeitsweise lag. So wurden schon die ersten Schritte der Kompositionen aufgenommen, damit man sie sich anhören und verfeinern konnte, um gerade beim Anlegen vom mehrstimmigen Gesang auch nicht den Livefaktor aus den Augen zu verlieren. Und da wären wir wohl auch bei einer der prägnantesten Änderungen auf „Of Gods & Goats“, denn mittlerweile müssen auch gesanglich alle Saiteninstrumentbediener ran, was zu einer deutlichen Steigerung der emotionalen Tiefe der Songs, aber auch zu einer großen Herausforderung mutiert. Marian dazu im Detail:

„Okay, wie klingt das jetzt so, wenn ich das so mache, da noch einen drüber oder drunter singe? Welchen Grad der Härte in der Stimme muss ich benutzen, damit das gewünschte Ergebnis herauskommt? Vielleicht ist es hier zu viel, dort zu wenig. Da ist es natürlich ganz großartig, wenn man ein bisschen Studioequipment im Proberaum hat. Da kann man unglaublich geil daran arbeiten, damit habe ich so viele Nächte im Proberaum verbracht und Dinge arrangiert. Das wirst du auch gleich hören. 'I Am Kholossos' heißt der Song. Ein Liter Energydrink und ich. Auf diese Weise lernt man auch viel von sich selber oder über sich selbst, wenn man sich selber immer wieder kontrolliert.“

Gitarrist Benjamin lässt dann auch überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass die größte Prämisse darin liegt, dass sie die Livepower auch auf die Platte bringen. Zu dem regelmäßigen Problem von der verkopften Studioarbeit gegenüber einer Liveshow hat Marian diese Ansätze:

„Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten: Du schreibst Songs, gehst ins Studio und stellst fest, dass sie anders klingen. Oder du schreibst Songs im Studio und willst sie live spielen und stellst fest, dass du es nicht kannst. Und die dritte Variante ist die, die wir in den letzten Jahren verfeinert haben. Wir sitzen ja schon sehr lange an dem Soundmaterial und wir haben ja auch schon die EP herausgebracht, auf der wir bereits die ersten Ergebnisse präsentieren konnten. Das war ein sehr anstrengender Prozess, der aber gleichzeitig auch viel Spaß gemacht und allen auch ein bisschen den Spiegel vorgehalten hat, wie man Musik machen kann und wie wir es für uns sollten, damit wir das bestmögliche Ergebnis erzielen. Man muss ja erst die eigenen Grenzen kennen lernen, um sie zu verschieben. Was ich hier eingesungen habe, war nie mit dem Gedanken: 'Mal schauen, ob ich das auch live kann.' Es ist alles so, dass ich es auch live reproduzieren kann und dass es auch Spaß macht, das Ganze zu singen. Da ist einfach ganz viel Feeling drin.“

Produzent Christian will zu diesem frühen Zeitpunkt noch in den Fokus packen, dass sie sehr viel Zeit in den Schlagzeugsound verwendet haben, um einen natürlichen Sound zu optimieren. Viel Wert legt er dabei auf den natürlichen Sound und den Verzicht aufs Triggern. Man merke schon den Unterscheid, wenn man die Toms einfach richtig spannt, das Ganze richtig abmikrofoniert. Der größere Aufwand und die größere Herausforderung lohnen sich einfach, zumal man die ersten Ansätze der Vorproduktion schon vor gut eineinhalb Jahren einleitete. Und das unter neuen Voraussetzungen, denn mit Matthias musste ein neuer Drummer integriert werden, der zudem auch zum ersten Male bei einer Produktion auf die Kessel wemsen durfte.

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