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Lars Oppermann: Das Hiob Experiment

Gute Storyidee mit schwächelnder Umsetzung

Cover von "Das Hiob Experiment"

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Wie drückten es noch mal Die Ärzte aus? „Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will“ - und tatsächlich gibt es einige Dinge, an denen man beim Lesen von Büchern überhaupt nicht interessiert ist. Darunter finden sich zum Beispiel langatmige Beschreibungen von den Momenten, in denen ein Sänger einer Rockband mit stark alkohol- bzw. drogenhaltigem Blut entsprechend angehauchte Taten ausführt. Klar, witzig mag es sein, allerdings wirkt es nach einer Zeit auch nervend.

Genau mit solchen Beschreibungen steigt Lars Oppermann, der ehemals bei den aufgelösten Eat No Fish die Gitarre bediente, bei den Superstarfuckers in gleicher Funktion und bei Dan Hiob als Sänger tätig ist, in die Geschichte seines Buchs „Das Hiob Experiment“ ein. Getreu dem Motto „näher kann man der Band nicht sein“ wird hier von einem Auftritt auf dem Taubertal Festival erzählt, an dem der Ich-Erzähler Dan Hiob (alias Lars Oppermann) die Kontrolle relativ aus der Hand gibt – wenn man sich beim Lesen nicht selbst in einem solchen Zustand befindet oder ein totaler Fan solcher Geschichten ist, reagiert man mit einem erleichterten Seufzer, als sich langsam die Haupthandlung anbahnt.

Die Haupthandlung entstammt einer guten Idee, die zwar vielleicht im Genre nichts weltbewegendes, aber dennoch sehr reizvoll ist: Der Mitbesitzer der Videothek, in der Protagonist Dan zwischenzeitlich jobbt, wird mehrfach bedroht – und es ist offensichtlich, dass dies nicht die Taten einer geistig normalen Person sind. Es bleibt für Dan nun herauszufinden, ob er selbst in Gefahr ist oder wer überhaupt dahinter steckt, auch wenn er es vielleicht lieber lassen würde.

Oppermanns Umsetzung dieser Idee weist dabei leider Schwächen in der Ausarbeitung auf. Die Spannungskurve ist anfangs zwar noch gut gezogen, im weiteren Verlauf geraten die Geschehnisse aber immer vorhersehbarer – der letzte Teil dient quasi nur noch zur Auflösung. Zusätzlich hätte man aus dieser Idee sicherlich mehr machen können, als „nur“ 224 in großzügiger Formatierung bedruckte Seiten.

Wer mit „Das Hiob Experiment“ eine Bandchronik der Band „Dan Hiob“ (deren erstes Album mit dem Titel „Experiment“ ja ähnlich benannt ist) erwartet, wird auf alle Fälle enttäuscht: Man erfährt, wie bereits gesagt, zwar ein wenig über den „Lebensstil“ des Sängers und auch vom Schreiben einiger Songs ist die Rede, aber mehr wird nicht in diese Richtung geboten. Die Handlung ist fiktional (jedenfalls hofft man das für Lars Oppermann/Dan Hiob) und kann deshalb nicht wirklich als Bandgeschichte angesehen werden.

Alles in Allem bleibt nur zu sagen, dass man zwar durchaus mit „Das Hiob Experiment“ eine begrenzte Zeit der Langeweile überbrücken kann, aber mehr auch nicht. Das Buch ist kein Höhepunkt der Unterhaltungsliteratur, sondern vielmehr eines unter vielen, das sich vor allem an einen bestimmten Publikumskreis richtet: Fans von den musikalischen Projekten von Lars Oppermann oder auch Menschen, die sich an Alkohol- und Drogenexzessen in schriftlicher Form endlos belustigen können.

Titel: Das Hiob Experiment
Autor: Lars Oppermann
Verlag: [Mauritz & grewe]
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 978-3-938883-02-0

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