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Hatchet

Alter Horror im neuen Gewand
Zum Thema

Wenn ein Film schon fett mit dem Zusatz „Old School American Horror“ auf dem Cover wirbt, dürften gerade bei eingefleischten Horrorfans der späten 70er und frühen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts die Augen hell aufleuchten vor Begeisterung.
Wenn dann allerdings noch zu lesen ist, dass es sich bei “Hatchet“ um „Kein Remake. Keine Fortsetzung. Und (um) keine japanische Vorlage“ handelt, dann sollte in jedem Falle ein Blick hinab in die tiefen Sümpfe von New Orleans riskiert werden: Dort, wo niemand Geringeres als Victor Crowley sein blutiges Unwesen treibt.

Inhaltsangabe

Als Ben seinen Kumpel Marcus bei ihrem Besuch in New Orleans überredet, eine “Haunted Swamp Tour“ mitzumachen, ahnen beide noch nicht, dass die Legende von Serienkiller Victor Crowley ganz und gar der Wahrheit entspricht. Mit ihrem Boot sind sie im Sumpf gestrandet und müssen nun einen Weg zurückfinden. Doch der schrecklich entstellte Massenmörder lauert schon mit seiner Axt und schlägt sich damit buchstäblich durch die jungen frischen Opfer. Eine Spur aus Blut und Körperteilen zieht sich durch das Dickicht und Ben und Marcus müssen einen Weg finden, Victor Crowley zu stoppen, bevor sie Futter für die Alligatoren werden.

Kritik

Um es gleich vorweg zu nehmen: Drehbuchschreiber und Regisseur Adam Green (“Spiral“) hat es bei “Hatchet“ wirklich vorbildlich verstanden, bewusst sämtliche Klischees der amerikanischen Horror- und Slasherhits der frühen 80er Jahre auf die Spitze zu treiben, sei es nun bei den charakterlich extrem flach gehaltenen Protagonisten (inkl. der notorisch nervtötenden, zickigen Wasserstoffblondine mit dem explosiven „Doppel D“-Brustumfang) oder der auffallend simplen und vorausschauenden Handlung.
“Hatchet“ spielt ganz und gar bewusst mit den Klischees und Dogmen erfolgreicher Kultstreifen wie “Freitag, der 13.“, “The Burning“ oder den unzähligen “Halloween“-Sequels. So ist es doch immer wieder das gleiche, altbekannte „Schema F“, welches eine Gruppe feierlauniger (sowie zumeist Sex- und drogensüchtiger) Jugendliche in die blutigen Fänge von unheimlichen (sowie natürlich übermenschlichen) Serienkillern treibt.

Denn seien wir ehrlich: Gerade solche Antihelden wie Freddy Krüger (“A Nightmare on Elm Street“), Jason Vorhees (“Freitag, der 13.“) oder Michael Mayers (“Halloween“) haben sich in einer spektakulären Rekordzeit zu kommerziellen Kultfiguren im Merchandising entwickelt. Entsprechend bettelt die gierige Fangemeinde geradezu danach, möglichst noch viele Filme ihrer „Helden“ sehen zu dürfen.
Entsprechend können also jene diabolischen Killermaschinen sowieso nicht sterben. Ergo ist der finale Ausgang der entsprechenden Filme reine Makulatur und somit meist gleich von vornherein klar. Letztendlich geht es also wirklich nur noch darum, wie viele Opfer der potenzielle Antiheld dieses Mal zur Strecke bringen darf - zumeist frei nach dem Motto handelnd: Je nerviger die entsprechenden Darsteller - desto derber und blutiger ihr Ableben. Hauptsache ist, dass das anwesende (und zahlende) Publikum sich freut. Nach „filmischen Qualitätsmerkmalen“ fragt dann allerdings natürlich keiner mehr. Und genau hier kommt nun “Hatchet“ ins Spiel.

In unserer heutigen Zeit, wo u.a. bierernste Folterschocker wie “SAW“ und “Hostel“ die Leinwände dieser Welt erobern, gibt es nicht wenige, auch unter den Horrorfans selbst, die sich die unkomplizierte und partytaugliche Splattermär jener glorreichen 80er Jahre zurückwünschen: Denn sicherlich floss auch damals das Blut reichlich in Strömen - doch waren die ganzen Tötungsriten damals deutlich übertriebener ausgefallen, als es heute der Fall ist.
Sprich: Der fiktive Charakter bei Kalibern wie “Friday“ oder “Nightmare“ war um ein Vielfaches höher ausgefallen als bei den erschreckend-realen „Kriegsberichtschlachtfeldern“ der Marke “Hostel“ und Co.
Somit fehlt also vermehrt die Abgrenzung aus fiktionaler Erlebniswelt und gegenwärtigen Problemfeldern. Das Kino verliert seine Unschuld durch die vermehrte Anpassung an aktuelle und reale Gräueltaten.

Doch was ist, wenn ein findiger Autor wie Adam Green nun genau diesen Makel erkannte? Richtig: Er schreibt ein Drehbuch voller Versatzstücke aus der damaligen Slasher- und Splatterära und peppt diese durch eine satte Portion an Sarkasmus und Selbstironie auf. Herauskommt dabei ein abgedrehtes Filmchen wie “Hatchet“, das sich zwar selbst nicht auch nur eine einzige Minute lang ernst nimmt - zugleich aber dennoch den altbekannten, dreckigen Psychoterror der frühen 80er Jahre in sich birgt. Hinzu würzte Green “Hatchet“ ausschließlich mit einer ganzen Palette an reinen „handgemachten“ Spezialeffekten, die sich in ihrer detaillierten Brutalität und Heftigkeit nicht zu verstecken brauchen: So werden hier beispielsweise fleißig Köpfe abgeschlagen, Gliedmaßen der Reihe nach herausgerissen oder gar in blanken Innereien gewühlt.
Kurzum: “Hatchet“ ist - bezogen auf seine Effekt- und Maskenarbeit - eine recht ansehnliche Schlachtpalette geworden, die (im wahrsten Sinne des Wortes) keine Gefangenen macht. Aber das ist kein Wunder, zeichnet sich doch hier niemand Geringeres als ein John Carl Buechler für die Spezialeffekte aus - ein Mann, der u.a. schon bei Filmen wie “From Beyond - Aliens des Grauens“ (USA, 1986) und “Freitag, der 13. Teil VII - Jason im Blutrausch“ (USA, 1988) tätig war.

Ein Clou ist Allrounder Adams aber auch mit der Besetzungsliste des Filmes gelungen: So haben mit Robert Englund (Darsteller des “Freddy Krüger“) und Tony Todd (Darsteller des “Candyman“) gleich zwei Szenestars recht augenzwinkernde und liebevolle Nebenrollen erhalten. Des Weiteren spielt “Jason Vorhees“-Darsteller Kane Hodder mit wirklich beängstigender Intensität den schrecklich entstellten Killer Victor Crowley und “Buffy“-Mitstreiterin Mercedes MaNab gibt sich bei “Hatchet“ ebenfalls ein aufzehrendes Stelldichein.
Garniert wir all dies mit dem Soundtrack von Amerikas Schockrocker Nr. 1 Marilyn Manson, der für den Film extra seinen Song (Man beachte die passende Ironie) “This Is The New Shit“ aus dem Jahre 2003 zur Verfügung stellte.

Fazit

Sicherlich wird “Hatchet“ auf Grund seiner „altbackenen Inszenierung“ und dem (beabsichtigten) Overacting einiger Darsteller nicht wenigen etwas sauer aufstoßen. Allerdings liegt dies dann mitnichten am Film selbst, sondern mehr an der völlig falschen Herangehensweise des Publikums selbst, denn “Hatchet“ ist lediglich Nostalgie und moderne Satire zugleich und will nicht ernsthaft revolutionieren.

Aber trotz seiner vorhanden Situationskomik ist “Hatchet“ gerade zum Schluss hin in nicht wenigen Momenten äußerst düster und spannend ausgefallen. Zugleich brillieren insbesondere die beinharten Splattersequenzen, die wie durch ein Wunder allesamt ungekürzt auf DVD zu bestaunen sind. Aber scheinbar hatte wohl auch die „angestaubte“ FSK einen guten Tag und erkannte bei all dem dargebotenen „Blutrausch“ eben auch den ironischen Charakter des Filmes.

Den Fan wird es in jedem Fall freuen und er kann sich somit auf 80 herrlich unterhaltsame Minuten einstellen. Es ist definitiv ein klarer „Must see“ für alle Liebhaber des Genres.

  • Extras:
  • Trailer zu “Hatchet“ (deutsch und englisch)
  • Trailershow
  • Nur auf 2-Disc Sepcial Edition enthalten:
  • Making of…
  • Meeting Victor Crowley
  • Guts & Gore
  • Anatomy of a Kill
  • A twisted Tale
  • Gag Reel
  • Technische Daten:
  • Sprach- und Tonformate: Deutsch (DTS 5.1 / Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: deutsch
  • Bildformat: 16:9 (1:1,78)
  • Ländercode: 2, PAL
  • FSK: 18 / keine Jugendfreigabe (= uncut)
  • Herstellungsland- und Jahr: USA, 2006
  • Stabangaben:
  • Regie: Adam Green
  • Darsteller:
  • Joel David Moore
  • Tamara Feldman
  • Deon Richmond
  • Kane Hodder
  • Parry Shen
  • Mercedes McNab
  • Joleigh Fioreavanti
  • Joel Murray
  • Richard Riehle
  • Patrika Darbo
  • Robert Englund
  • Joshua Leonard
  • u.n.v.a.
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