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Gloryful Tourtagebuch „End Of The Night“

Glorriors beenden erste Europatour

Bassist Daniel "Danij" Perl berichtet von der Tour

Zum Thema

Tag 1

 

5. Februar 2017: Tourstart/ Abfahrt

Load-In am Almanac-Proberaum in Bielefeld, Tourvorbesprechung zusammen mit Almanac, Lichtgestalt und uns. Hürde Nr. 1 für die Glorriors erfolgreich genommen, wir sind rechtzeitig am Abfahrtsort angekommen. Nach dem Einladen des Busses wird schnell klar, welche Tätigkeiten auf der Tour überwiegen werden, nämlich: ausladen, schleppen, aufbauen, zocken, abbauen, schleppen, einräumen! Teamwork ist hier das Zauberwort. Tourchef Viktor Smolski verliest das Tourregelwerk für die kommenden zwei Wochen: "No shit on the bus" und "Keiner hat Bock auf Gestank, duschen wärmstens empfohlen".

Tag 2

 

6. Februar 2017: München, Backstage

Durch die Nacht gefahren, steht der Bus morgens früh schon am Club. Da der Laden erst um 13 Uhr aufgeschlossen wird, ist erst einmal Abhängen im Bus angesagt. Die Ruhe vor dem Sturm. Für einen grauen Montag kommen recht viele Besucher ins Backstage und die Stimmung von Publikum und Bands ist top. Da macht es Laune, wieder alles zu geben. Ob es in den nächsten Tagen zur Hürde wird, direkt am Start alles zu geben, wird sich zeigen. Aber da kann man nichts machen, wenn's läuft. Der Bus Call ist schon gegen 1 Uhr, denn die Strecke nach Ungarn ist kein Katzensprung. Wir haben übrigens zwei Busfahrer dabei, die sich alle drei bis vier Stunden abwechseln, man kann also eigentlich ganz beruhigt schlafen.

Tag 3

 

7. Februar 2017: Budapest, Dürer Kert

Die Nachtruhe kommt doch etwas später, da noch aus dem Geburtstag unseres Bassisten Danij rausgefeiert werden musste... kein Problem mit genug Wein, Bier und Whiskey an Bord. Nach etwas Schlaf wachen wir in Budapest auf. Ein Falschparker, der sein Auto in dem für den Bus abgesperrten Bereich geparkt hat, sorgt nicht nur für anfänglichen Stress, sondern auch für eine längere Diskussion mit der örtlichen Polizei. Diese geht so weit, dass die Sorge aufkommt, dass die Ruhezeit unserer Busfahrer unterbrochen wird, was zu einem Problem mit der nächtlichen Fahrtzeit und somit mit dem pünklichen Ankommen für die nächste Show werden kann. Es bleibt spannend...

Auch mit dem Sound gibt es einige Probleme, da die Speicher des Mischpultes gelöscht wurden  und somit die Jungs von Lichtgestalt einen weiteren Soundcheck und Almanac einen Linecheck benötigten. Nun erst einmal eine ausführliche Trainigssession mit Kurzhanteln, Fitnessbändern und Liegestützen, um den Stressfaktor zu senken und dem Sitzfleisch zuvorzukommen. Noch genügend Zeit für einen urbanen Spaziergang: "Also los"- Gloryful-Sightseeing-Tour Part I.

Wow, eine klasse Show und Vollgas... geil Metal, Sound und schweisstreibende Hitze im Club. Das ist eine kalte Dusche wert. Gut, dass die Duschen nur einen Strahl haben, genau wie ein Wasserhahn. Beim Beladen des Busses merken alle schnell, dass wir Hand in Hand arbeiten können und auch das Menschliche dabei nicht zu kurz kommt. Klasse Truppe durch und durch!!! Nun aber auf nach Ljubljana. Noch einen kleinen Umtrunk, um den Tag Revue passieren zu lassen und mit allen zu beenden.

Tag 4

 

8. Februar 2017: Ljubljana, Orto Bar

Die Nacht wird wieder kurz, denn der Biervorrat reicht bis 4 Uhr morgens. Jens macht den Bus-DJ und so gibt es nach dem Motto „Abi-Party“ einen Klassikermix, der es in sich hat, und wieder sehr zum Trinken geeignet ist. Manche werden nachher in ihrer dunklen Koje sicherlich ein paar Sterne leuchten gesehen haben.

"Guten Morgen, Ljubljana", so wie es aussieht, stehen wir schon vor der Orto Bar. Neben dem Eingang liegt ein einsames Häufchen verkümmerter Schnee. Ein ruhiges Bild ist jetzt das beste, um dem Rausch der letzten Nacht mit Kaffee entgegenzuwirken. Jedenfalls liegt der Eingang der Orto Bar Tür an Tür zu einer Table-Dance-Bar, leider jedoch abseits der City. Heute also keine Stadterkundung, sondern nur das übliche „Vorsichhinschimmeln“ im Club. Der kleine Club hat übrigens eine erste Sahne Akustik und eine super Anlage. Hammer Sound und eine fähige Crew – läuft.

Das Merch wird heute von einer externen Company vertickt; die kriegen 15% der Einnahmen. Da man dazu auch noch 20% Taxes an den Staat abziehen muss, werden die Einnahmen aus dem Merchverkauf heute wohl etwas übersichtlicher ausfallen - da machste nix. Das Publikum hat zwar Bock, springt jedoch nur verhalten auf die soliden Shows aller Bands ab. Möglicherweise liegt es auch an dem integrierten Glaskasten, der sowohl als Raucherkabine als auch als Akustikdämmung fungiert. Nachdem wir auch hier alle Brocken verstaut und restliche Lebensmittel für die Busfahrt geraubt haben, wird uns von den Fahrern schon eine holprige Fahrt nach Prag prophezeit. Also heißt es Müdigkeit antrinken, um die REM-Phase im fahrenden Presslufthammer zu erreichen.

Tag 5

 

9. Februar 2017: Prag, Nova Chmelnice

Die Fahrt nach Prag ist gerade gegen Ende wie erwartet holprig. Diesmal müssen die Brocken ins 1. Obergeschoss geschleppt werden, aber die Jungs vom Club packen ordentlich an, so dass wir rekordverdächtige Aufbauzeiten haben. Es gibt zwei Backstageräume und einer davon hat eine Dusche mit einer stark improvisierten Tür. Diese Tür ist nicht breit genug, mit einem Spalt von ca. 15 cm, so dass sie nicht verschlossen werden kann, obwohl es eine Verriegelungsmöglichkeit gibt, jedoch sinnloserweise außen. Zweck ist bestimmt, einen Abzug zu bilden, damit der Raum nicht schimmelt.

Jens wechselt Geld, um sich eine neue Zahnbürste und Shampoo zu kaufen. Unterwegs bleibt einiges auf der Strecke; sei es durch Verschleiß oder Vergesslichkeit. Im Gespräch mit einem der Veranstalter erfahren wir, dass ca. 80 Karten im Vorverkauf weggingen. Nach dem bereits bekannten Dahinsiechen zwischen Soundcheck und Abendessen füllt sich der Saal. Zur Spitzenzeit sind es ca. 150 bis 200 Leute im Saal.

Die Stimmung ist auch schon bei Lichtgestalt grandios und steigert sich im Laufe des Abends weiter. Trotz der eingeschränkten Privatsphäre innerhalb der Dusche ist der Hygienestandard bei der kompletten Crew sehr hoch und so wurde die Dusche stark frequentiert. Die Fans tummeln sich derweil am Merch, um Autogramme abzugreifen und Fotos zu schießen. Die Stimmung ist ausgelassen und so geht es motiviert ans Einladen. Nachts erzählt Viktor im Bus noch aus dem Nähkästchen und so endet der Tag bei guter Laune in den frühen Morgenstunden.

Tag 6

 

10. Februar 2017: Cottbus, Gladhouse

Der Bus steht diesmal im Innenhof des großzügigen Jugend- und Kulturzentrums in Cottbus. Die Anlage macht bereits von außen viel her und wird uns von innen weiter überraschen. Ein großzügiger Saal, eine sehr geile PA inklusive Monitormischer auf der Bühne, geräumiger Backstage mit Frühstücksbuffet und saubere sanitäre Einrichtungen - einfach nur geil! Beim Wegräumen der leeren Cases mault sich Danij gewaltig; zum Glück ohne schwere Folgen. Alle genießen den gewonnenen Platz und bereiten sich auf die Show vor. Es werden Videos geschaut, sich alte Anekdoten erzählt und andere gehen in die nahegelegene City-Mall.

Leider füllt sich der große Saal zum Beginn der Show nur ansatzweise. Selbst die Anwesenden wundern sich über die spärliche Besucherzahl, die leider auch nicht ansteigen will. Bei uns gab es zu Beginn leider technische Probleme mit Adrians Gitarre, die dafür sorgen, dass wir „Gloryful's Tale“ zeitbedingt aus dem Set verbannen müssen. Die Show hat dennoch viel Spaß gemacht und wir rocken die wenigen Zuschauer, die sich auch hinterher am Merch erkenntlich zeigen werden.
Unsere Busfahrer haben an dem Tag das große Los gezogen, denn sie können in Hotels übernachten und so haben wir die Möglichkeit, lautstark im Bus zu feiern, da die Abreise erst für den nächsten Morgen geplant ist. Berlin ist ja quasi ums Eck.
Schräg gegenüber des Clubs gibt es sowohl eine Table-Dance-Bar als auch eine alternative Kneipe. Wir setzen uns zu siebt in die Kneipe und treffen dort unsere noch guten Freunde Jack D. und Jim B. - meine Fresse, ist das ein Abend. Michael Kolar und Hartmut erspielen sich am Kicker jeweils einen Mexikaner und der Alkohol fließt in rauen Mengen.

Tag 7

 

11. Februar 2017: Berlin, Badehaus

Aufgrund eines Missverständnisses fahren wir erst später los und kommen auch erst gegen 16:00 Uhr in Berlin an, statt geplanten 14:00 Uhr. Einigen von uns kommt es zugute, wie beispielsweise Jens und Hartmut, die auch erst nach 16:00 Uhr ihre Kojen verlassen können und dennoch neben der Spur sind. Leider bedeutet dies mehr Stress beim Aufbau und Soundcheck, der letztlich nur für Almanac vollwertig gefahren werden konnte.

Die Gegend, in der sich das Badehaus befindet, hat die höchste Kriminalitätsrate in Berlin und so tummeln sich unweit der Location Dealer und Nutten. Das Badehaus selbst hat zwar auch ein einladendes Flair, bietet uns jedoch nur wenig Rückzugsfläche. Das Essen - fließender Übergang - kommt erst zum Showbeginn von Lichtgestalt, die dann leider kalte Küche genießen werden müssen. Wir essen auch nur verhalten, weil es sich mit vollem Bauch schlecht spielt und die Gefahr groß ist, dass später alle was davon haben.

Unpassend zum Badehaus: Dort befinden sich nur Toiletten und ein Waschbecken. Eine Dusche sucht man vergeblich. Durch den einsetzenden Diskobetrieb ab 23:00 Uhr haben wir genau 30 min zum Abbau und Verstauen unserer Brocken. Trotz unserer Bemühungen können wir die zeitliche Vorgabe so gerade nicht einhalten, aber auch hier erfolgt alles wieder rekordverdächtig schnell. Leider versperrt uns ein Falschparker den einzigen Weg runter vom Gelände. Der Veranstalter ruft die Polizei, deinen Freund und Helfer, heute jedoch nicht. Glücklicherweise fährt ein anderes Auto weg, so dass wir dann endlich losfahren können.

Tag 8

 

12. Februar 2017: Flensburg, Roxy

Um 8:00 Uhr stehen wir dort und unsere Fahrer erzählen uns, dass dort erst die Party geendet hätte und dass die Putzfrau erst noch alles reinigen muss. Erste Inspektionsversuche gegen 11:00 Uhr zeigen ein Bild der Verwüstung mit einem Boden, der dem Haftungsfaktor eines aufgeheizten Teerteppichs gleichkommt. Wir stinken ausnahmslos und Andy, Jens und Hartmut entscheiden sich spontan, das lokale Schwimmbad aufzusuchen. Genau das Richtige, um runterzukommen und den Rücken vom Kojenbett wieder in Schwung zu bringen.

Gegen 14:30 Uhr, also mit deutlicher Verspätung zum geplanten Load-In, tragen wir wieder alle Brocken rein - zum Glück nur Hochparterre. Henri und die Eigentümerin rasseln wegen eines blöden Missverständnisses aneinander. Blöderweise ist die Steckdose für die Stromzufuhr des Busses mittlerweile so marode, dass die Buchse abreißt; solange es trocken bleibt, gibt es keinen Kurzschluss.

Der Raum will einfach nicht warm werden, sowohl der Konzertsaal als auch der Backstageraum. Als Abendessen gibt es Chili; da will jemand, dass wir besonders viel Freude im Bus haben. 90 min vor der Show essen sorgt für angeregte Verdauung auf der Bühne. Hartmut hat heute die Stickparade in anderer Form - Scheiße inne Pfoten und verliert gleich drei Mal einen Stock - shit happens. Das zahllos vorhandene Publikum hat durch die dicken Jacken dennoch den Saal fülliger gestaltet, was die Stimmung nicht beeinträchtigt.

Wegen der langen Anfahrt nach Nürnberg von ca. 11 Stunden und dem drohenden Verkehrschaos durch die LKW, die ab Mitternacht ihre Fahrten fortsetzen, setzen wir uns um 1:00 Uhr in Bewegung. Auch heute ist die Stimmung wegen des Bergfestes - halbe Tour hinter sich gebracht - ausgelassen und so werden die Kojen erst gegen 4:00 Uhr von den letzten aufgesucht. Viktor erwähnt beiläufig nochmal den bisher reibungslosen Tourablauf und dankt allen Anwesenden für die bisher coole Zeit.

Tag 9

13. Februar 2017: Nürnberg, Hirsch

Nach elfstündiger Fahrt mit Schlenkern, Schlägen und schreiendem Motor gilt es doch etwas zerstört in Nürnberg zu erwachen. Ja, die letzte Nacht ging wieder in die Verlängerung, wobei diverse Getränke nicht verschmäht wurden. Schwer genug, den Statusbericht fort zu setzen.  Der Blick aus dem Kajütenfenster verrät die Lage im Gewerbegebiet. Die Sonne scheint und es gibt Bock auf Musik. Vor dem Load-In gibt es aber noch eine kleine Einkaufswagenrally, bei dem Danij als Pilot des eisernen Gefährtes doch etwas übel wird. Load-In einfach gemacht! Keine Treppen und wir haben noch den Einkaufswagen! Harrharrr ...

Wir haben tatsächlich Zeit noch einzukaufen, bevor das erste Bierchen unsere Kehle befeuchtet. Es gibt Hirsch im Hirsch und die entzückende Frau des Caterings tischt schön auf. Richtig geiler Laden. Einige von uns werden sich hier zweimal duschen, um wieder so richtig zu glänzen.

Grandiose Show mit gutem Bühnensound. Trotz überschaubarem Publikum kocht die Stimmung. Nürnberger wissen, wie man Konzerte feiert. Im Moment leben und das Handy in der Tasche lassen. Ab und an ein Foto ist ja voll okay. Nun aber erstmal duschen, das Buffet vernichten, einladen und neue Vorräte in unserem Dreiachser verstauen. Nicht zu vergessen der allabendliche Umtrunk...Wieder kurz vor vier und die Schotten dicht. Also ab in die Koje, Schlaf tanken.

Tag 10

14. Februar 2017: Frankfurt, Nachtleben

Aufgewacht, es ist warm und der Blick aus dem Fenster zeigt einen funktionierenden Platz, der als Drogenumschlagplatz bekannt ist. Abgesehen von den abgezäunten Müllbergen in Strassennähe doch ansehnlich, die Frankfurter Zeil.

Das Entladen unseres Equipments entpuppt sich wieder als hürdenhaft. Dieses Mal geht es Trepp ab, nach der Show werden wir wohl trotz Erschöpfung alles wieder hochtragen müssen. Sei es drum, ss gilt, alles zu geben und schön abzurocken. Neuer Entlade- und Aufbaurekord von 30 Minuten geknackt. So lässt es sich arbeiten, Hand in Hand und auch noch Spass dabei. Das Nightlife ist klein und fein, wir haben ein gutes Gefühl, den Laden heute aufzumischen. Richtig geil! Auch hier gehen die Leute mit und geben uns die Fist Of Steel - yeah!

Duschen gibt es im nahegelegenen McFit. Da muss der Danij doch noch ein paar Ründchen drehen, um nicht vollends abzuschlaffen. Danach heisst es Cardsharing, da auch einige Jungs von Almanac duschen wollen. Abbauen und Einpacken ohne grosse Restpower. Langsamster Load-In bisher. Fast alle haben jetzt nichtmal mehr die Kraft, die Augen auf zu halten und verabschieden sich direkt. Der Rest bleibt wie gewohnt bis vier in der Lounge unseres üppig mit Verpflegung vollgestopften Freibeuters der Strasse, und geniessen feine Getränke. Auf nach Essen. Es gibt Vorfreude pur...

Tag 11

15. Februar 2017: Essen, Turock

Der Kojenblick in Essen ist dann sehr vertraut: Die Sparkasse am Viehofer Platz (genau, die die immer schon das Foyer geschlossen hat, wenn man sie mal braucht. Da wir heute schon um 6 Uhr morgens da sind, nutzen Daniel und Jens die Chance und setzen sich in die Bahn nach Bochum bzw. Duisburg, um einen Sack Dreckwäsche wegzubringen und mal etwas auszuspannen.

Ein paar der Tourgemeinschaft nutzen die nah gelegene Zivilisation, um zu Shoppen oder ein Eis zu mampfen und das benachbarte Nord Café lädt mit den Outdoor-Sitzgelegenheiten zum gemütlichen Milchkaffee in der Sonne ein. Die Vorzeichen sind heute für alle drei Bands sehr gut. Das sieht man auch schon an der ellenlangen Gästeliste. Die Show ist dann der Killer vor dem Herrn. Ein gut gefülltes Turock inkl. zahlreichen treuen Fans, Supportern, Freunden, Wegbegleitern und Musikern wie Jörg Müller, King Guerkin, Martin von ENGL Amplification, Stefan von Axxis, Frank von Night In Gales, Killustrations Björn u.v.a.

Direkt bei Einlass fliegen die Banknoten am Merchstand. Und große Hektik herrscht, da die Shirtgrößen noch nicht sortiert und besonders die viel verlangten 2xl und 3xl Varianten schwer zu finden sind. Aber das sind natürlich Luxusprobleme. Vor allem das oberkrasse "Masters Of The Universe"-Tribute-Design ist heute der Renner.

Die schwarzen Herren von Lichtgestalt starten ihren Gig dann vor vollem Haus und können auch bei dem vorwiegend aus Metallern bestehenden Publikum sehr gut punkten. Parallel dazu begrüßen wir Lisa und Geburtstagskind Jürgen Knöbel, dem wir den Eintritt und eine Art Meet & Greet schenkten. Was wir dann zu Gesicht bekommen, überwältigt uns in jeglicher Hinsicht. Lisa hat eine "End Of The Night"-Torte von einer Freundin backen lassen. Diese Torte ist nicht nur optisch der Oberhammer, sondern sie schmeckt mindestens genauso gut. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle.

Bei uns geht dann echt richtig gut was ab und Johnny hat ein paar lustig stinkige Bus-Anekdoten am Start. Breites Grinsen bei Band und Publikum, ein samt Bass über die Menge schwebender Danij, Zugaberufe nach einem rundum befriedigenden Auftritt. Das macht glücklich.

Da der Bus erst am nächsten Morgen weiterfahren wird, ist zweifellos klar, wo der Abend ausklingen wird - im Nord. Diverse Mexikaner, Jägermeister und geleerte Biergläser später muss sich Hartmut erneut Michael Kolar beim Kicker geschlagen geben. Gut angetrunken ist es ein Reflextest par excellence. Die beiden schließen um etwa 3:30 Uhr den Laden mit ab und in der Lounge des Busses halten Jens, Adrian, Hartmut und Armin von Almanac bis 5:30 Uhr durch, bis es auch von hier aus im Zombiemodus in die Kojen geht.

Tag 12

16. Februar 2017: Siegburg, Kubana

Wir haben schon im Vorfeld vernommen, dass beim Kubana Club das Mariva - eine Wellness-Oase - angesiedelt ist. Wie immer packen alle fleißig an, um die Brocken schnell in den Konzertraum zu schlörren. Das Bühnenbild steht schnell und während Almanac in den Startlöchern für den Soundcheck stehen, gehen Jens, Hartmut und Tom von Lichtgestalt saunieren. "What a feeling...", um einen bekannten Refrain zu zitieren. Gut erholt, aber aufgrund der verschwitzten Klamotten stinkend, betreten wir die Bühne und werden vom doch mittlerweile gut gefüllten Saal gefeiert. So kann der letzte Tag in Deutschland unserer Tour ausklingen.

Danij und Roman gehen noch in die Stadt, um etwas warmes zu Essen. Nach einer Stunde des nächtlichen Umherirrens und Erfragens der Möglichkeiten geht es hoffnungsvoll in ein Irish Pub, das noch als einziges geöffnet hat. Mal schauen ob es dort warmes Essen gibt... Leider nein, aber mit leerem Magen möchten die beiden nicht gehen. Also noch schnell zwei Bier reinschrauben, während die Musikanlage im Hintergrund viermal hintereinander B.B.King mit "Blues Boys Tune" trällert. Beim fünften Mal gehen die beiden. Derweil ist die Feier im Tourbus im Gange. Siehe da, es gibt einen Toaster, Toast mit Käse und eine Mikrowelle an Bord. Warmes Essen, Musik und Getränke, der Abend verspricht wieder länger zu werden.

Tag 13

17. Februar 2017: Duycker, Hoofddorp

Trotz der Anreise von ca. vier bis fünf Stunden stehen wir früh morgens an der Venue. In unmittelbarer Nähe einer Shopping-Mall erstrahlt das riesige Kulturzentrum mit Kino, Bibliothek, Cafe und zwei Bühnen - krasser Komplex! Ab 11:00 Uhr genehmigen sich erste Crewmitglieder ihr Frühstück. Load-In 15:30 Uhr und Soundcheck ab 16:00 Uhr ist doch zu sportlich und so laden wir bereits um 14:30 Uhr alles aus und bauen auf. Das Mischpult ist so neu, dass selbst die Hauscrew den Umgang nur partiell beherrscht. Wegen daraus resultierenden teschnischen Problemen verzögert sich der komplette Ablauf. Bei unter 50 Leuten fangen Lichtgestalt mit ca. 10 min Verzögerung an. Leider füllt sich der Saal nicht, aber die Stimmung ist dennoch gut.

Wir geben wie immer Vollgas und kommen verschwitzt von der Bühne und erfreuen uns der Dusche danach. Am Ende geben wir noch mit Almanac und Lichtgestalt zusammen die obligatorischen Autogramme, bevor wir alle Sachen wieder in den Trailer räumen. Michaels altes Snarefell wird schnell zur Frisbeescheibe umfunktioniert und wird als solche von Tom (Lichtgestalt), Michael (Almanac) und Hartmut fröhlich auf der Freifläche am Bus durch die Gegend geworfen.

Die Stimmung der Crew ist super, alle haben ein Lächeln, vielleicht auch, weil das traute Heim und die Entspannung auf der Couch greifbar sind. Während der Großteil im Bus feiert, sind Jens, Danij, Hartmut und Roman, der Mercher noch im Café und trinken dort gemütlich Jupiler Bier. Hartmut lässt sich noch ein Glas 43 mit Milch kredenzen. Jens und Adrian finden in der Lounge erst gegen 07:30 Uhr ein Ende und Viktor, Michael Kolar und Hartmut fahren noch Formel 1 an der Playstation, wobei Hartmut total abkackt und zeigt, dass man besser nicht mit ihm Auto fahren sollte. Seine Runden dreht er vermehrt auf dem Grün und dem Sand als auf dem Aspahlt, so dass er kurz danach schlafen geht.

Tag 14

18. Februar 2017: Willemeen, Arnheim

Der Blick aus dem Fenster verspricht einen Veranstaltungsort, der zumindest von außen schon kultig aussieht. Alle Insassen des Viehtransports sind sich einig: Es wird eine gute Show.     Die Tasse Kaffee ist heute Pflicht, um auf Touren zu kommen. Den kann man aber zur Feier des Tages auch auswertig genießen. Immerhin sind es noch einige Stunden bis zum Loadout. Da Johnny noch eine Dose Kallax in seinem Gepäck hat, gibt es heute auch noch eine kleine Wette von dieser besonderen "Delikatesse" zu kosten. Eigentlich sollte diese nach dem Konzert stattfinden, wird aber wegen der langen Wartezeit vorgezogen. Bei dem Gewürge der Kombatanten Johnny und Michael Kolar (Almanac) schliessen sich noch einige dem Geruchstest an. Danij schafft es sogar, einen halben Stinkefisch zu essen. Sehr zu seinem Leidwesen, denn jeder Aufstoßer sorgt für den besonderen Delikatessgeschmack. Auch das Frühstück und diverse Getränke schaffen keine Abhilfe.

Der Loadout ist dann doch angenehmer als gedacht, da es einen funktionierenden Lastenaufzug gibt, um die Ladung in den ersten Stock zu verfrachten.    Alles steht, die Soundchecks sind erledigt und die ersten Besucher trudeln ein. Die richtige Zeit für eine kleine Stärkung. Es gibt Schlabberpamp. Köstlich .... nicht. Der Kühlschrank wird erst kurz vor dem Start des Konzertes mit einer Kiste Bier für alle gefüllt. Naja, da muss man wohl noch etwas nachkaufen.

Es ist gut gefüllt und Lichtgestalt heizen wieder ein. Zur Überaschung aller erscheint die "Böse Fee" auf der Bühne, passend zum Song und zur Freude aller. Auch bei uns kommt unerwarteter Weise der Krieger Roman, der sonst für Almanac hinter dem Merch steht, zum "Worriorscode" auf die Bühne und schreit das Publikum an. Almanac liefern wieder einen bombastischen Sound, bei dem auch wir ungeachtet der Konsequenzen mal abfeiern können. Zu "Straight To Hell" wird die Party auf die Bühne verlagert und lauthals mitgesungen. Die Schlagzeuger kloppen auf die Snares während Adrian sich mit Victor Smolski ein Solobattle liefert.

So langsam schleicht sich etwas Schwere in unsere Herzen, der letzte Load-In, bei dem leider nicht mehr alle mit anpacken und das Verabschieden von guten Musikern und mitlerweile guten Bekannten. Vielleicht bleiben sogar einige Kontakte und Freundschaften bestehen. Nun trennen sich unsere Wege, der Bus wird die Route nach Bielefeld aufnehmen, während die Glorriors nach Duisburg düsen, um sich dort zu verteilen.

Fehlt noch der Dank an alle Insassen, die Fahrer und auch das doch sehr variierende Publikum auf allen Etappen.

Cheers and Rock on!

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