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Dee Calhoun: Jesus, Devil, Deed

Eine Geschichte, geboren aus einem Song

Front der neuen Novelle "Jesus, Devil, Deed"

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Für einen Musik- und Literaturliebhaber gibt es fast nichts Schöneres, als ein Album zu finden, das die Stimmung des Buches einfängt, das man gerade liest. Den perfekten Soundtrack sozusagen – umso spannender ist es, wenn eine Geschichte zu einem Song geschrieben wurde. Sänger Dee Calhoun, der durch die derzeit auf Eis liegenden Doomer Iron Man zumindest in Amerika Bekanntheit erlangte, hat sich nach seiner genialen und überraschenden Kurzgeschichtensammlung „Tales For The Screaming And Mad“ aus dem Jahr 2015 jetzt mit „Jesus, Devil, Deed“ an eine neue Buchveröffentlichung gewagt. Stein des Anstoßes dafür waren die Arbeiten zur neuen Platte „Go ToThe Devil“, die jetzt nach Verzögerung durch Rückenprobleme des Allrounders endgültig Anfang nächsten Jahres erscheinen wird, und dem darauf enthaltenen Song „Jesus, The Devil, The Deed“ – beziehungsweise einem bestimmten Gitarrenpart, der sich bei der Entstehung des Track tief ins Musikerhirn wühlte und nicht mehr weichen wollte, bis die Novelle geschrieben war.

Nebenbei hat der Mann übrigens mit Thee Iron Hand noch eine neue Band am Start, die sich ein bisschen im Siebziger-Jamsession-Style austobt, außerdem sprach der Marylander den Dokumentarfilm „Metal Missionaries“ ein – ein Wunder also, dass „Jesus, Devil, Deed“ überhaupt erschien und dabei auch noch so verdammt schnell entstanden ist.

Aber genug vom Drumherum; die Story der Novelle ist recht schnell erzählt: Plastisch beschreibt der Ami den schweren Gang eines Mannes auf dem Weg in eine Bar, um sich dort mit Jesus und dem Teufel zu treffen; von ersterem will er mit dem letzten Kleingeld seine Seele zurückkaufen, um doch lieber ein Geschäft mit dem Teufel einzugehen. Nach und nach enthüllen beide ihr wahres Gesicht: Der arme Mann muss letzten Endes recht desillusioniert feststellen, dass keine der beiden Seiten das große Glück halten kann, dass es verspricht und es weder dem Heiland noch Satan darum geht, was das Beste für den armen Sünder ist, sondern nur darum, ihre Seelensammlung zu vervollständigen und nach Belieben über den Protagonisten verfügen zu können.

Auch Bücherwürmer mit wenig religiösem Background können sich an dieser kleinen Geschichte erfreuen, sofern sie des Englischen mächtig sind – bisher erscheinen die Büchlein von Calhoun nämlich nur im Original. Da der Mann aber so ziemlich überall seine Finger im Spiel zu haben scheint, sei es nun Musik, Literatur oder Film (übrigens entwirft und schneidet Dee gerade ein Video zum Song „Jesus, The Devil, The Deed“ auf einer Vorlage des alten „Faust“-Film aus den Zwanzigern), dürfte es vielleicht nur noch eine Frage der Zeit sein, bis seine Stories auch auf Deutsch erscheinen.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“