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Morgoth: "Cursed To Live" in eigenen Worten

Frontmann Marc schwelgt in der Vergangenheit

Thilo Mellies beim Rock Hard Festival 2011

Zum Thema

The-Pit.de: Lies Of Distrust“ von der „Resurrection Absurd“-EP, 1989.

Marc: Das ist ebenfalls ein alter Song, ich würde sagen, dass er auch 1987 entstanden ist. Ich habe da selber früher noch Bass gespielt und ich finde, dass man da noch ein bisschen heraushört, dass Morgoth durchaus auch ein paar Punk-Roots haben. Wir kommen ja aus einem kleinen Kaff im Sauerland und früher gab es halt fünf Metalheads bei uns in der Gegend und das waren wir, dann gab es noch fünf Punks und im Prinzip waren das die zehn Leute, die sich gut verstanden haben, aber es gab immer so ein kleines Konkurrenzdenken: Was ist härter, Punk oder Metal? Wir haben natürlich immer gesagt, dass Slayer härter als Heresy oder Discharge sind. Nichtsdestotrotz haben wir uns untereinander Platten ausgeliehen und ich denke, dass gerade „Lies Of Distrust“ ein bisschen Punk-beeinflusst ist.

The-Pit.de: Under The Surface“ vom Album „Odium“, 1993

Marc: Das Riff ist Harry beim Scheißen eingefallen. Ich hoffe, er killt mich jetzt nicht, wenn ich das sage, aber es ist tatsächlich so gewesen. Die Töne, die diesen gewissen Drive zusammen mit dem Schlagzeug haben, waren erst einmal etwas Ungewöhnliches für uns, weil es zumindest zu der Zeit nicht typisch für uns war. Aber es hatte einfach diese Energie und man hat sofort gemerkt, dass da aus diesem Riff etwas entstehen kann. Ich weiß noch, dass wir diesen Song relativ schnell zusammen hatten, das war innerhalb von ein paar Stunden oder einem Tag, dass wir diesen Song geschrieben haben, weil jeder einfach so begeistert von diesem Anfangsriff war, dass wir so eine Energie entwickelt haben - da kam das eine zum anderen. Ich würde ihn auch nicht als typischen Death-Metal-Song bezeichnen, sondern er hatte etwas Hypnotisches, wo man gemerkt hat, dass es eine Geschichte ist, die in eine andere Richtung geht, was wir aber dennoch für uns vereinnahmen und unseren Stempel aufdrücken wollen.

The-Pit.de: Selected Killing“ von der „Resurrection Absurd“-EP, 1989.

Marc: Das ist der erste Song, wo wir Keyboards eingesetzt haben, ein Song auf der „Resurrection Absurd“. Damals hatten wir das Bedürfnis, auch mal etwas Ruhiges zu machen. Der Song fängt heftig an und geht dann in den düsteren Keyboard-Part. Das Dingen ist auch relativ stark von Filmmusik beeinflusst, gerade dieses düstere Keyboard ist etwas, was wir einbauen und ausprobieren wollten. Wie kann man so etwas mit Death Metal vermischen? Geht das? Können wir das machen? Oder funktioniert das nicht? Nachdem wir gemerkt haben, dass man mit diesen Keyboard-Tönen eine super Stimmung erzeugen kann, gerade auch mit diesem akustischen Riff, welches dann einsetzt und die Eruption am Ende freisetzt, das war dann auch schon im Proberaum so ein „Wow, das ist geil, das macht Spaß!“.

Damals konnte das im Proberaum nicht so reproduziert werden, weil keiner das Keyboard spielen konnte, während wir den Song gespielt haben. Wir hatten schon immer ein Keyboard im Proberaum stehen, welches nach diesem Song auch des Öfteren eingesetzt wurde, wobei wir uns immer ein bisschen gesträubt hatten. Keyboards einsetzen wollten wir nicht, aber Stimmungen erzeugen wollten wir auf jeden Fall und „Selected Killing“ war da so der Startschuss, was danach auch folgen sollte, was keyboardmäßig abging. Bei Keyboards hatte man immer an Europe oder Pretty Maids gedacht. Damals gab es auch schon Diskussionen, dass Death Metal und Keyboards doch gar nicht passen, das sei doch cheesy und weak, aber wir haben es einfach gemacht, weil wir einfach diese Stimmung so gut erzeugen wollten, wie sie dann tatsächlich auch auf der EP auch zu hören ist. Ich finde es ja auch gut, dass man nach dem totalen Geballer wieder runter kommen kann und trotzdem das Gefühl hat, dass es düster ist.

The-Pit.de: Burnt Identity“ von der „Eternal Fall“-EP, 1990.

Marc: Das ist natürlich ein Song, der einfach nur auf die Fresse geht, ein Song, der nach wie vor live super ankommt, weil da wirklich von vorne bis hinten richtig Alarm ist und der Song auch so konzipiert ist, dass da wirklich nichts Langsames oder Schleppendes reinpasst. Es war schon von vornherein klar, dass dieser Song auf jeden Fall ballern muss. Der ist auch nicht besonders lang, kurz, schmerzlos und auf die Fresse.

The-Pit.de: Isolated“ vom „Cursed“-Album, 1991

Marc: „Isolated“ ist nach „Pits Of Utumno“ unsere zweite Hymne, die auch immer von den Fans gewünscht wird bzw. die wir auch selber gerne spielen. Dazu haben wir ja außerdem unser erstes Video gedreht, was jetzt kein richtiges Video ist, weil wir eine Live-Geschichte beim Rock Hard Festival mitgeschnitten haben. Das ist ebenfalls ein Dingen, was ich immer sehr mit dem Rock Hard Festival verbinde, weil die „Cursed“ gerade raus kam, das war Mai 1991. Es war zum ersten Mal, dass wir den Song live gespielt haben, wir kamen von der US-Tour wieder und dort hatten wir das neue Material noch nicht gespielt, weil die Platte noch nicht draußen war und wir wussten so überhaupt nicht, ob der Song jetzt ankommt, weil er ja auch erst langsam anfängt. Die Platte war schon zwei, drei Wochen draußen und die Leute kannten den Song schon und wir waren ganz erstaunt, dass die Leute so darauf abgehen. Es war uns in dem Augenblick eigentlich gar nicht so bewusst, dass der Song solch eine Wirkung entfalten kann, weil er ja doch relativ getragen anfängt. Gerade den Refrain „Isolated“ haben die Leute gerne mitgegrölt und so ist das auch heute noch und so muss das auch sein.

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