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Morgoth: "Cursed To Live" in eigenen Worten

Frontmann Marc schwelgt in der Vergangenheit

Sebastian Swart beim Rock Hard Festival 2011

Zum Thema

The-Pit.de: Unreal Imagination“ vom Album „Cursed“, 1991)

Marc: Das ist dann direkt ein Song, der gleich losballert, insofern muss der Sound da dann auch stehen. Wir hatten damals unseren Proberaum in einem Schlachthof und die ersten beiden Songs hatten wir noch dort geschrieben. Da wurden abends öfters mal die Schafe geschlachtet und man hörte das Geblöke, und „Unreal Imagination“ ist einer der letzten Songs, der damals im Schlachthof entstanden ist. Der Titel gilt der unwirklichen Vorstellung, was da unter uns passiert. Man hat ja immer nur gehört, dass de Viecher nachts schon eingesperrt wurden, während wir geprobt haben, bei der Anlieferung hörte man dieses Geblöke und Gequieke, und während wir da oben Krach gemacht haben, dachten wir, dass die Tiere von uns noch malträtiert werden, bevor sie dann den Gnadenschuss erhalten. Diese unwirkliche Vorstellung, dass da unter uns lebende Tiere sind, die morgen schon tot an einem Haken hängen, das hat zumindest den Songtitel hervorgebracht. Das war einer der letzten Songs, die wir dort geschrieben haben, danach wurde dieser Schlachthof geschlossen und auch wir mussten aus dem Proberaum raus.

Danach haben wir in der Schulaula geprobt, was natürlich ein völlig anderes Ambiente hatte. Gerade unter dem Einfluss des Schlachthofes war da eher eine düstere Stimmung, das Schreien der Lämmer sozusagen, was wir des Öfteren gehört haben, war dann wohl auch unterschwellig Einfluss gebend. Es war nicht immer schön, was man da gehört hat, aber es war auch manchmal ein bisschen gruselig. Der Proberaum war natürlich auch heimelig eingerichtet, quasi unser zweites Wohnzimmer, manchmal haben wir auch dort gepennt und wenn man dann manchmal mitten in der Nacht aufgewacht ist und diese Geräusche von unten gehört hat, dann war das manchmal schon ein bisschen unheimlich.

The-Pit.de: The Travel“ von der Resurrection Absurd“-EP, 1989.

Marc: „The Travel“ ist wirklich einer der allerersten Songs, den wir geschrieben haben. Im Prinzip von unserer zweiten Demo, eigentlich ein relativ simpler Song. Unser erstes Demo war eigentlich kein reiner Death Metal, sondern eher knüppelharter Thrash, zumindest war damals auch der Gesang nicht so wie er dann zum Teil auf den EPs zu hören ist, er war eben thrashiger. „The Travel“ war vielleicht der erste Song, der als reiner Death-Metal-Song duchgehen würde, gerade von den Riffs, die relativ simpel sind, im Prinzip nur drei Töne. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich bei diesem Song zum ersten Mal tiefer gesungen habe, insofern ist „The Travel“ einer der ersten Death-Metal-Songs, die wir geschrieben haben. Wobei…„Pits Of Utumno“ ist auch auf der Demo-Version noch wesentlich trashiger zu hören, bei „The Travel“ haben wir wirklich zum ersten Mal die Gitarren tiefer gestimmt. Deswegen verbinde ich „The Travel“ immer mit dem Ursprung des Death Metals von uns.

The-Pit.de: Resistence“ vom Album „Odium“, 1993.

Marc: „Odium“ war natürlich schon ganz anders beeinflusst und „Resistance“ haben wir zumindest früher nicht sehr häufig gespielt, wegen des Schlagzeugs. Das kann man sich heute kaum vorstellen, aber damals war es immer schwierig, die Toms auf der Bühne zu hören und gerade die Toms sind für die Gitarristen sehr wichtig, um dort auf diesen Rhythmus zu kommen. Der Rhythmus ist ein bisschen vertrackt bzw. nicht ganz einfach rauszuhören, wenn man nicht genau die Schläge auf der Bühne hört. Heutzutage ist das Gott sei Dank durch die Technik, die ja nun 20 Jahre weiter und viel besser ist, einfacher. Ich weiß noch, dass wir uns bei „Resistance“ früher öfter mal verzockt haben, weil einfach keiner mehr wusste, wo er war, weil durch die Vibrationen und Schwingungen von den tiefen Toms einfach fast immer ein Feedback auf der Bühne war und wo man sich überhaupt nicht mehr konzentrieren konnte, wo denn überhaupt die Eins ist, wo man einsetzen muss. Ich habe den Song eigentlich immer supergerne gespielt, weil er auch einer meiner Lieblingssongs ist, aber die Musikanten waren immer ein bisschen sauer, vor allem, wenn der Bühnensound scheiße war. Deswegen wurde der Song früher immer ein bisschen kritisch gesehen, obwohl wir den im Proberaum immer gerne gespielt haben; live war es aber immer so ein kleines Vabanque-Spiel.

Mittlerweile haben wir mit Marc Reign aber einen Schlagzeuger, der es ordentlich draufhaut, der die Akzente auch immer gut setzt. Früher hat man bei Soundchecks ewig rumgetüftelt und die Toms konnte man dann trotzdem nicht wirklich hören, sie wurden nicht richtig abgenommen, weswegen es immer schwierig war, sich auf die Eins zu konzentrieren. Das ist so eine kleine Geschichte, die mir in Erinnerung geblieben ist, heutzutage hört man immer alles super auf der Bühne. Ein Soundcheck ist heute schon fast gar nicht mehr nötig, weil einfach die Technik und auch die Leute, die hinter den Reglern sitzen, viel besser sind. Wenn man früher im Jugendzentrum gespielt hat, dann hat irgendein Hansel dort den Sound gemacht, der aber nicht wirklich Ahnung davon hatte, was er da tut.

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