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Morgoth: "Cursed To Live" in eigenen Worten

Frontmann Marc schwelgt in der Vergangenheit

Marc Grewe beim Rock Hard Festival 2011

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Ein klassisches Interview --- mmh, das hatten wir doch erst vor Kurzem, da muss nun etwas anderes her, um einer der besten deutschen Death-Metal-Bands gerecht zu werden. Mit „Cursed To Live“ verfestigen Morgoth ihren Anspruch darauf, dass ihre Reunion nicht nur ein kleines Techtelmechtel für einen Sommer war, sondern dass sie durchaus gewillt sind, auch in Zukunft ein hartmetallisches Wörtchen an der Todesfront mitzureden. Ein wenig seltsam mutet allerdings an, dass ein sehr gut gelaunter Marc am Telefon so richtig in Plauderlaune kommt, dabei hatte er doch den ganzen Tag zuvor vom silbernen Rundling aus herumgeschrien.

The-Pit.de: Cursed“ vom Album „Cursed“, 1991.

Marc: Das Intro ist im Prinzip entstanden, als wir dieses Album im Winter 1990 geschrieben haben. Wir kamen gerade von der Obituary-Tour wieder, das Wetter war dementsprechend schon sehr düster, die Tage waren sehr kurz und die Wälder im Sauerland waren wolkenverhangen und dementsprechend ist die gesamte „Cursed“ im Prinzip unter diesem Einfluss auch entstanden. Wir waren auf Tour mit Obituary, kamen nach Hause und waren in einer düsteren Stimmung, weil einfach die Tour vorbei war, weil es ein so geiles Erlebnis und eine tolle Tour war. Mit den Bands zusammenzusein war auch eines der tourtechnischen Highlights, die wir hatten, auch insgesamt gesehen. Danach war man auch in einer etwas depressiven Stimmung, dass man gesagt hat: Schade, jetzt ist die Tour schon vorbei, was machen wir jetzt. Wir haben uns im Proberaum eingeschlossen und einfach angefangen und insofern ist die Platte noch im Einfluss dieser ganzen Tour entstanden. Der Winter hatte uns im Griff, es war ja November, als wir nach Hause kamen, das Laub fiel von den Bäumen, und ich glaube, dass das schon zum Großteil zu der Gesamtstimmung auf „Cursed“ beigetragen hat. Es ist alles ein bisschen getragener, ein bisschen düsterer. Das Intro war jetzt nicht der erste Song, den wir gemacht haben, es war eher einer der letzten. Nachdem wir die Songs geschrieben hatten, war klar, dass wir etwas Düsteres brauchen, etwas, was die Stimmung der Platte auch einleitet. Wir hatten ein Keyboard im Proberaum stehen, wir hatten einfach möglichst mollige Tasten gedrückt, um dem einfach erst einmal eine Richtung zu verschaffen. Der Soundtrack zum Film „Hellraiser“ hat uns durchaus ebenfalls beeinflusst. Gerade auch dieses Intro hat die etwas düstere Stimmung eingefangen.

The-Pit.de: Body Count“ vom Album „Cursed“, 1991.

Marc: Wir wussten auf jeden Fall sehr schnell, dass „Body Count“ der Opener von der Platte wird. Der Song geht erst einmal nach vorne ab und hat einen guten Refrain, wo man auch direkt weiß, in welche Richtung das Ganze gehen soll. Insofern war uns beim Schreiben schon relativ schnell klar, dass es auf jeden Fall ein Song ist, der, ich will jetzt nicht sagen Hitpotenzial hat, aber so etwas halt, was man relativ schnell im Ohr hat. Das war dann auch der ausschlaggebende Punkt, dass wir „Body Count“ direkt nach „Cursed“ als ersten Song gebracht haben.

The-Pit.de: Exit To Temptation“ vom Album „Cursed“, 1991.

Marc: Die beiden Songs gehen ja selbst auf der Platte ineinander über und wir wollten das auch auf der Live-Geschichte haben, gerade weil es ja auch die „Cursed“-Anniversary-Geschichte war, weswegen wir gedacht haben, dass wir erst einmal zwei, drei Songs von diesem Album spielen, möglichst vielleicht auch in der Reihenfolge, wie sie auf Platte sind, sodass man auch ein bisschen das Feeling abbekommt, was tatsächlich der „Cursed“-Geburtstag für uns ist. Da die beiden Songs auch auf der Studioversion mit diesem langgezogenen, relativ lang stehenden Ton ineinander übergehen, von hinten kommt dann dieses „chip, chip, chip“, rein, es war vom Prinzip klar, dass wir beide Songs auch live zusammen bringen wollten. „Body Count“ und „Exit To Temptation“ sind auch zusammen entstanden und ich kann mich daran erinnern, dass es ursprünglich geplant war, dass es eigentlich nur ein Song, ein zusammenhängender Song werden sollte. Auf einmal kamen ein paar mehr Riffs dazu und wir haben gemerkt, dass man das besser nicht in einen Song packt, sondern, dass wir besser zwei Songs daraus machen und ineinanderfließen lassen. Die beiden Song sind unmittelbar nacheinander entstanden, sodass auch bei der Probe, wenn wir die Sogs gespielt haben, klar war, dass die beiden Songs nacheinander kommen. Es ist live immer gut, wenn man diese beiden Songs schon mal gespielt hat, sodass man weiß, dass das Dingen funktioniert. Es ist auch das Gefühl, das uns auch ein bisschen Sicherheit verschafft, gerade weil diese beiden Songs vor allem für den Soundmischer ganz gut zu mixen sind, da gibt es nicht direkt das totale Geknüppel, sondern beide Songs sind ja eher ein bisschen getragen und auch die einzelnen Instrumente sind ein bisschen herausgehoben bzw. kann man sie auch alle gut nebeneinander hören.

Deswegen hat unser Live-Mischer auch schon selber gesagt, dass es gut ist, diese beiden Songs zu Beginn zu spielen, da er dann nach den beiden Songs weiß, dass es läuft und ich muss nicht von einer Ecke in die andere rennen, um Gitarre, Bass und Schlagzeug aufeinander abzustimmen. Dieser relativ langsame Anfang von „Exit To Temptation“ ist auch ein gutes Dingen, dass der Schub von unter kommt, dass der Soundmann weiß, dass der Bass z.B. lauter sein oder das Schlagzeug mehr gefeatured werden muss. Insofern ist das unbewusst ein guter Song, den wir auch für unseren Live-Mischer spielen. Wir hatten uns damals im Prinzip darüber keine Gedanken gemacht, aber unser Mischer hat das schon öfter erwähnt.

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