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Freitag, 12. März 2010
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Y&T

Vessels: Wife Beater

Bedrückend und beeindruckend


Bewertung: 7.5 von 10 Punkten
Release: 23.02.2010
Genre: Hardcore
Spielzeit: 15:12
Label: InVogue Records

Liest man die Tracklist der schon mit „Wife Beater“ betitelten EP der aus Ohio stammenden Formation Vessels, so wird schnell klar, dass diese Hardcore-Truppe in ihren Texten, die man größtenteils auf MySpace nachlesen kann, kaum ein Blatt vor den Mund nimmt und brutal ehrlich die Realität anspricht und anprangert, die leider immer wieder irgendwo auftaucht.

Mit Landon Tewers, Gitarrist bei Before Their Eyes, als Sänger und weiteren Bandmitgliedern der Bands Walking Edith Park und The Sound Of Glory konnte man sich schnell durch zahlreiche Auftritte einen Namen machen und unterschrieb kürzlich bei dem jungen Label InVogue Records. Die sechs Songs der EP bieten brutalen, stimmungsvollen Hardcore mit starken Breakdowns, aggressivem Drumming, stimmungsvollen Riffs und treibenden Sreams. Song Nummer Eins auf der Tracklist, der Titelsong „Wife Beater“, beginnt mit groovenden Riffs, die an For The Fallen Dreams mit weniger Melodie erinnern, der Mittelpart besticht daraufhin mit einem cleveren und sehr atmosphärischen Teil inklusive mehrerer melodiöser Aspekte, bevor zum Schluss ein drückendes Finale folgt, das sich schleppend und massiv über den Hörer wälzt und eine perfekte, dramatisch-drohende Soundkulisse zu den so harten Lyrics bietet.

Der Mittelpart des Songs „Molester“ könnte Eins zu Eins aus For The Fallen Dreams' Song „December Everyday“ stammen, lediglich eine andere Tonlage ist hier gegeben und die Produktion klingt bei Vessels etwas rauer – trotzdem ist der Sound äußerst kraftvoll und brachial ausgefallen. Bei dem Song „Bleeders“ gelingt es der Band perfekt eine Brücke zu schlagen zwischen brutalen, energetischen Riffs, die den Song ungebremst nach vorne schieben, und einigen kleinen melodischen Feinheiten, welche den Song so interessant machen. Leider gelingt dies nicht immer so hervorragend, denn der Song „Abuser“ kommt schon berechenbarer daher, die Riffs sind typisch Breakdown-lastig, die Vocals variieren kaum und harmonische Spielereien sucht man hier leider vergebens. Zuletzt wird die CD mit dem Stück „Guts“ abgerundet, welches in einem extremen Breakdown endet, der durch seine brachiale Gewalt sicherlich noch für so manche Gänsehaut sorgen wird – zwar stellt dieser Song keine technische Meisterleistung des Songwritings dar, allerdings ist er durchaus unterhaltsam und für Fans von brutalem, direktem Hardcore und 2-Step uneingeschränkt zu empfehlen: So wie die ganze EP.

Sofern man kein Problem mit direkten Lyrics hat, die sich auch mit weniger angenehmen Themen auseinandersetzen, ist „Wife Beater“ eine solide EP mit einigen großen atmosphärischen Momenten, die man als aufmerksamer Hardcore-Hörer nicht verpassen sollte, gerade dann nicht, wenn man sich an den großen und bekannten Bands dieses Genres schon sattgehört hat – aber Achtung: Die Stimmung, die dieser EP beiwohnt, ist drückend und nicht allzu leicht zu verdauen.

Tracklist:

1. Wife Beater (Tipp)
2. Clots
3. Molester
4. Bleeders (Tipp)
5. Abuser
6. Guts
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