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Freitag, 03. September 2010
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UFO

Saint Shelter: Caged Inside

Ganz nett, aber mehr leider nicht


Bewertung: 5.5 von 10 Punkten
Release: 01.11.2009
Genre: Metalcore
Spielzeit: 19:19
Label: Eigenproduktion

Saint Shelter sind eine junge aufstrebende Metalcore-Formation aus dem schönen Deutschland und haben im vergangenen Jahr ihre neueste Demo „Caged Inside“ veröffentlicht, die mit nur drei Songs schon eine stolze Spielzeit von gut 20 Minuten anbietet. Doch wer nun sofort daraus schließt, dass es sich mal wieder um eine einfallslose Formation handelt, die sämtliche Parts x-mal wiederholt, liegt falsch, denn die Songs stützen sich auf ausgedehnte Hooklines und bestechen sogar hin und wieder mit einem Gitarrensolo.

Der Opener und gleichzeitig Titeltrack „Caged Inside“ beginnt mit typischen Moshparts und wechselt dann zu melodischeren Riffs, die elegant zum Refrain überleiten, der mit angenehmen, sehr melodiösem, klarem Gesang überzeugt. An den durchweg geschrienen Versen könnte die Truppe noch etwas arbeiten, denn zum einen könnte der Gesang etwas mehr grooven und zum andern noch stärker verzerrt sein. Zugutehalten muss man dem Fronter jedoch, dass er ein gutes Händchen für eingängige Melodien hat, wie sich bereits im Refrain zeigte, und dass man selbst die geschrienen Vocals sehr gut verstehen kann – aber das ist bei deutschstämmigen Bands generell leichter als bei amerikanischen. Nachdem der erste Song mit einem netten Gitarrensolo beendet wird, beginnt der zweite Titel „Locust Heart“ wieder mit den üblichen verzerrten Breakdown-Riffs. Grundsätzlich hat sich hier nicht viel verändert, der Refrain geht nicht ganz so gut ins Ohr wie zuvor, Moshparts treffen auf leichter verdauliche Riffs und schlussendlich zeigt man zum Ende hin noch einmal einige anspruchsvollere Kunststückchen an der Gitarre.

Trotz der Länge der Songs werden diese nicht zu schnell langweilig und wirken nicht wie bei vielen anderen Bands so, als hätte man wahllos ein ums andere Riff aneinander gereiht; den roten Faden behalten die Musiker stets in der Hand, auch wenn die Riffs nicht sonderlich innovativ sind. Beim letzten Song „Grace“ zeigt sich die Formation etwas experimentierfreudiger, so sind die Vocals mal einen Tacken tiefer, in der zweiten Hälfte kann man ein Basssolo vernehmen – welches recht seltsam klingt; ein wenig nach Midi-Programmierung, aber auch ein tiefes Blasinstrument sein könnte - und zum Schluss hört man sogar mehrere Gitarrenspuren gleichzeitig, was sich als großer Gewinn erweist – ein fester zweiter Gitarrist würde Saint Shelter ganz bestimmt nicht schaden. Produktionstechnisch gibt es hinsichtlich des Gesangs oder der Saiteninstrumente nichts zu beklagen, allerdings fehlt es der Bassdrum merklich an Druck und auch die Snare klingt ziemlich hohl. Die Demo-EP kommt mit einem schön gestalteten Artwork daher, dessen Motiv sich vermutlich durch den Bandnamen erklären lässt.

Alles in allem haben Saint Shelter hier eine anständige Demo produziert, die durchaus ein gewisses Maß an Potential aufweist, allerdings noch einigen Raum für Verbesserungen zulässt. Für einen fairen Preis von drei Euro kann man als Fan des Genres jedoch gut zuschlagen und sei es nur, um eine Lokalband zu unterstützen.

Tracklist:

1. Caged Inside (Tipp)
2. Locust Heart
3. Grace
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