NONmusic: Not Everything Is Made In China
Das "Schon mal gehört"-Gefühl auf hohem Niveau
Bewertung: 6.5 von 10 Punkten
Release: 16.10.2009
Genre: Indie Rock/Electronic
Spielzeit: 39:19
Label: Echozone
Wenn die eigenen Behauptungen oder Thesen bestätigt werden, ist das allgemein eine sehr schöne Sache. Eine solche Behauptung stellt die slowenische Band NON, die außerhalb ihres Heimatlandes unter dem Namen NONmusic firmieren, mit dem Titel ihres ersten Albums in englischer Sprache auf: „Not Everything Is Made In China“ - eine These, die mit dem unauffällig auf dem Digipak versteckten Schriftzug „Not Made In China“ sofort belegt wird. Ob dies allerdings in einer Bestätigungssucht begründet liegt oder einfach nur zeigen soll, dass die Band sich selbst nicht ganz ernst nimmt, sei einfach mal dahingestellt.
Musikalisch schlagen NONmusic in eine bereits gut gefüllte Sparte: Indie Rock, versehen mit starken elektronischen Elementen. Das sich in diesem Übergenre häufiger einstellende „Schon mal gehört“-Gefühl macht sich dabei auch auf „Not Everything Is Made In China“ stark bemerkbar – die zehn Tracks des Albums bewegen sich zwar auf einem hohen Niveau, können sich aber nicht unbedingt von anderem abheben. Diese Ähnlichkeit, fast schon Austauschbarkeit, macht es möglich, dass die CD mehrmals im Hintergrund durchlaufen kann, ohne wahrgenommen zu werden oder größere Eindrücke zu hinterlassen.
Als Einflüsse geben die vier Slowenen Bands wie Placebo, Depeche Mode oder auch The Killers an; tatsächlich klingen sie diesen auch sehr (oder zu?) ähnlich. Vor allem Placebos Vorbildfunktion zeigt sich trotz stärkeren Elektronikeinsatzes überdeutlich, sowohl vom Songwriting als auch von den Vocals, die Brian Molkos Gesangsstil sehr nahe sind. Die Gedanken eines Hörers während des Abspielens von „Trionic“, „Dr. Ill“ oder auch „Inside Out“ könnten ohne Übertreibung wie folgt aussehen: „Das hab' ich doch schonmal gehört, was war das noch mal? Ah, Placebo? Hm, eigentlich zu elektronisch und die Stimme klingt doch etwas anders...“
Der Song des Albums, der sich am schnellsten im Ohr festsetzt, ist pikanterweise ein Cover: NONmusic haben sich „It's No Good“ von Depeche Mode vorgenommen. Rockiger und nicht so spacig wie das Original von 1997 kommt ihre Interpretation daher, erkennbar ist es aber ohne Probleme. Platziert ist der Track an zweiter Stelle auf „Not Everything Is Made In China“ - direkt nach dem als Intro fungierenden „2Euros“, das größtenteils instrumental gehalten und nur mit Redeausschnitten und dem gesungenen Statement „We are Americans“ versehen ist. Eine gute Position für ein Cover?
Doch bei aller Kritik am fehlenden Wiedererkennungswert muss man noch einmal hervorheben, dass das gebotene Niveau hoch ist. Die Songs wirken in sich stimmig und durchdacht, auch wenn man beim Songwriting eben auf Nummer sicher gegangen ist und auf Überraschungen, Ecken und Kanten verzichtet hat. „Not Everything Is Made In China“ von NONmusic bietet überspitzt gesagt also gute Durchlaufmusik, die bei Genrefans durchaus gut ankommen kann – wenn man von gleich oder zumindest ähnlich klingenden Bands die Nase voll hat und etwas Neues will, lässt man aber lieber die Finger von der Scheibe.
2. It's No Good
3. Trionic
4. Inside Out
5. Dr. Ill
6. Gender Changer
7. Digital Cry
8. Air
9. Waking Down
10. Try And Hide





