Aktuelle Themen
Counterparts: Prophets
Ein hervorragendes Debüt
Bewertung: 8 von 10 Punkten
Release: 23.02.2010
Genre: Metalcore
Spielzeit: 31:23
Label: Verona Records
Gerade in einem von mäßigen Bands überbevölkertem Genre wie dem Metalcore ist es vermutlich nicht besonders ratsam, sich Counterparts, zu Deutsch „Ebenbilder“, zu nennen – allerdings könnte der Titel des Albums, „Prophets“, für einen prophetischen, neuartigen Sound stehen, der die Band hervorhebt.
Doch um die Spannung vorwegzunehmen: Beides trifft nicht zu. Zum einen sind die cleveren und abwechslungsreichen Songs mit einer Spielzeit von unter vier Minuten nicht so ausufernd geschrieben, dass Langeweile aufkommt und man unter zu oft verwendeten Standard-Riffs leidet, zum anderen werden hier aber auch keine großen Experimente gewagt, sondern durch die Bank starker, solider Metalcore präsentiert. Die Stärke dieser Band liegt eindeutig in der Kombination von melodischen Riffs inklusive einer verträumten Nuance mit einer wuchtigen Rhythmus-Gitarre, das Ganze begleitet von einem über weite Strecken moshbaren Tempo.
Beginnt das Album mit den melodischen Brechern „Isolation“ und „The Sanctuary“ bereits sehr vielversprechend, steigert es sich im weiteren Verlauf noch um einige Stufen: Der Titeltrack „Prophets“ beinhaltet ein gehöriges Maß an Energie, welche in einer mitreißenden, klar gesungenen Hookline und finalen, epischen Riffs entfesselt wird. Wie auch sein Vorgänger, kann der mit einem klaren Refrain bestechende Song „A Plea: A Promise“, nicht nur durch die an The Ghost Inside, It Prevails oder With Life In Mind erinnernden melodischen Riffs überzeugen, sondern auch durch brachialere Passagen, die immer wieder für das notwenige Maß an Energie und Aggression sorgen.
Nach einem kurzen, sehr ruhigen Zwischenspiel namens „Carpe Diem“ folgen noch eine gute Hand voll enorm starker Songs, darunter die brutal-melodischen Livekracher „Only Anchors“ und „Dark Ages“, sowie der Hit „Sturdy Wings“, welcher mit einer sehr emotionalen, klar gesungenen Hookline den Hörer unweigerlich in seinen Bann zu ziehen vermag. Zum Abschluss folgt mit der beste Song dieses Albums: „Disgression“ beginnt eher ruhig und harmonisch, bricht dann jedoch in Mosh-Beats und treibende Gitarren aus, die wenig später in langsamere Gefilde mit einer größeren Portion Melodie abdriften, während der Mann am Mikrophon verzweifelt und sehr gekonnt geschriene Vocals hinzufügt, die so leidenschaftlich und kernig hervorkommen, dass sie schnell eine Gänsehaut verursachen und das Album dann in einem epischen Finale ausklingen lassen.
Nach einem ohnehin schon beeindruckendem Start gelingt es der Band, sich im Laufe des Albums immer weiter und weiter zu steigern – die Hooklines reißen mit, die Screams gehen durch Mark und Bein, die Rhythmus-Fraktion lässt es an packender Energie nicht im geringsten mangeln und die übrigen Riffs begeistern mit harmonischen Melodie-Bögen, wie man sie sich schon immer ersehnt hat. Ein ganz großes Album dieser so jungen Band, die bestimmt noch einige Erfolge verbuchen können wird – ganz klare Kaufempfehlung für jeden Fan von hartem aber melodischen Metalcore!
2. Isolation
3. The Sanctuary
4. Goodbye, Megaton
5. Prophets (Tipp)
6. A Plea: A Promise (Tipp)
7. Carpe Diem
8. Only Anchors
9. Dark Ages
10. Sturdy Wings
11. Digression (Tipp)






