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Freitag, 30. Juli 2010
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Blaze Bayley: Promise And Terror

Blaze zieht konsequent sein Ding durch


Bewertung: 6.5 von 10 Punkten
Release: 01.02.2010
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:36
Label: Blaze Bayley Recordings

Man kann nicht anders, als Respekt vor Blaze Bayley zu haben. Der Mann hat (ähnlich wie Tim „Ripper“ Owens im Falle Judas Priest) jahrelang Anfeindungen eingesteckt, als er Bruce Dickinson bei Iron Maiden ersetzte. Nach dem Split gründete er seine eigene Band Blaze und konnte vor allem mit den Alben „Silicon Messiah“ und „Tenth Dimension“ für mehr als nur für Achtungserfolge sorgen. Als diese aufgrund diverser Umbesetzungen schließlich zerbrach, gründete der Brite eine neue Band namens Blaze Bayley, um einen Neuanfang zu symbolisieren. Nach dem guten Debüt „The Man Who Would Not Die“ und dem Eingestehen seiner Alkoholprobleme sollte Blaze aber sein schwerster Schicksalsschlag erwarten. Im September 2008 verstarb seine Frau Debbie, mit der er gerade mal ein gutes Jahr verheiratet war, überraschend an einer Gehirnblutung. Die Beiden waren zuvor schon Jahre lang ein Paar gewesen und Debbie hatte ihren Mann zudem als Managerin unterstützt. Mit „Promise And Terror“ veröffentlicht Bayley also ein Album, was ihm sicherlich auch bei der Trauerarbeit geholfen hat.

„Promise And Terror“ ist aber kein depressives Album, sondern vielmehr genau das, was man von dem ehemaligen Maiden-Fronter erwarten konnte und durfte. Die Iron Maiden-Einflüsse lassen sich überall heraushören, die Songs sind aber härter ausgefallen und wesentlich mehr auf die Stimme von Blaze zugeschnitten, als es bei „The X-Factor“ und „Virtual XI“ der Fall war. „Watching The Night Sky“ ist ein typischer Ohrwurm, der klar vom Gesang lebt. Wer also noch nie etwas der der Tonlage von Bayley anfangen konnte, wird auch direkt vom Opener mit Grausen die Anlage ausschalten. Andererseits sollten sich solche Leute generell von seinen Solowerken fernhalten.

Jay Walsh und Nico Bermudez an den Gitarren sind ebenso wichtig für den Sound der Band, wie der Fronter selbst. Den beiden Gitarristen ist es auch zu verdanken, dass Songs wie „1633“ nicht in der Belanglosigkeit versinken, denn Blaze hat leider auch eine weitere Marotte von sich wieder in das Songmaterial eingebaut. Er neigte schon immer dazu, einen Chorus oder Teile davon zu oft zu wiederholen, wie hier, wenn er unzählige Male „In Holy Flames“ singt. Sowas wirkt dann sehr schnell ermüdend, da man offensichtlich versucht, fehlende gute Hooklines zu kompensieren. Die sind nämlich bei „Promise And Terror“ leider echte Mangelware und oftmals klingt das Material abwechslungsarm. So versanden gute Ideen wie der eingängige Mittelteil von „City Of Bones“ ein wenig.

„Faceless“ ist mit nicht einmal vier Minuten sehr kurz ausgefallen, was dem schnellen Song sehr zu gute kommt. Mich erinnert das Lied ein wenig an „Made In Hell“ von Rob Halford, angereichert mit den Maiden-typischen „Ohohoho“-Chören. Dazu kommt noch ein gutes Solo und fertig ist ein Garant für gute Stimmung auf der bald folgenden Tour. „Faceless“ ist wohl auch einer der härtesten Songs von Bayley überhaupt geworden, was wohl auf seine im ersten Absatz kurz umrissene Geschichte zurückzuführen ist. „Time To Dare“ ist melodischer ausgefallen, aber ebenso ein Highlight auf dem Album geworden. Achtet mal darauf, wie vielschichtig das Lied aufgebaut ist und euch wird deutlich, was Blaze seinem Kollegen Tim Owens voraus hat. Er ist einfach der wesentlich bessere Songwriter, wie einem das „Ripper“ Debüt „Play My Game“ deutlich vor Augen führt.

„Surrounded By Sadness“ ist eine traurige, aber keine weinerliche Ballade, bei der nach einem akustischen Beginn auch die E-Gitarren mitmischen. Leider sind abermals die Gesangslinien nicht sehr spannend ausgefallen, sodass das Lied lediglich nett im Hintergrund läuft, wenn man es hört. Emotional packen kann es einen leider nicht - und das sollten Balladen ja normalerweise tun. Das gelingt bei „Comfortable In Darkness“ schon besser, welches nach einem ähnlichen Muster funktioniert. So düster haben Blaze Bayley bisher noch nicht geklungen, aber es steht ihnen defintiv gut zu Gesicht.

Fazit: Schwierig. „Promise And Terror“ ist eine gute Platte, die vor allem von den Gitarren lebt. Am Gesang werden sich natürlich auch weiterhin die Geister scheiden, aber leider gelingt es der Band nur selten, einen Song über seine gesamte Dauer interessant zu gestalten. Oftmals verlaufen gute Ideen in den etwas zu langen Kompositionen und das obwohl das längste Stück noch nicht einmal sieben Minuten lang ist. Irgendwie vermisst man häufig Momente wie den Chorus von „Watching The Night Sky“ oder das durchgängig starke „Time To Dare“, um mit „Promise And Terror“ richtig warm zu werden. Seinen Fans wird das neue Album von Blaze Bayley aber mit Sicherheit gefallen und da auch kein wirklicher Totalausfall dabei ist, kann ich guten Gewissens 6,5 Punkte verteilen.

Tracklist:

1. Watching The Night Sky (Tipp)
2. Madness And Sorrow
3. 1633
4. God Of Speed
5. City Of Bones
6. Faceless (Tipp)
7. Time To Dare (Tipp)
8. Surrounded By Sadness
9. The Trace Of Things That Have No Words
10. Letting Go Of The World
11. Comfortable In Darkness
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