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Donnerstag, 09. September 2010
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Bejelit: You Die And I ...

Heading for the End - man sollte sich nicht vom Beginn abschrecken lassen, denn da kommt noch was....


Bewertung: 8 von 10 Punkten
Release: 26.02.2010
Genre: Melodic Heavy Power Metal
Spielzeit: 49:09
Label: Punishment 18

Seit zehn Jahren besteht die Band Bejelit bisher, aber so wirklich auffällig sind die Jungs hier in Deutschland anscheinend noch nicht. Mir waren sie zumindest völlig unbekannt, trotz der nun hier vorliegenden dritten Longplayerveröffentlichung. Der Bandname und das Cover lässt erst eine deutlich härtere Musikrichtung erwarten, aber die Südländer zocken einen recht variablen Power Metal mit kräftigen Ausschweifungen in Richtung Melodic und Heavy Metal.

„Rostov“ beginnt mit einer Kinderliedspieluhr und dramatischen, eher aus Horrorfilmen bekannten Keyboards. Das ändert sich, als die harten Gitarren Einzug halten und für mächtig Druck sorgen. Das klingt beileibe nicht schlecht, dazu der Gesang von Fabio Privitera, der sich bemüht, abwechslungsreich zu klingen. Von rauen Pars über eher klaren Gesang hin bringt er zusätzliche Akzente ein, wobei das nicht immer sehr sattelfest klingt.

„She's Lying 6ft Under” donnert dann richtig heftig durch die Lautsprecher. Gerade die Stimme erinnert mich gerade an einen anderen Sänger, wobei mir der Name partout nicht einfallen will, ja ja, das Alter. Coole Nummer mit einigem Druck im Hinterteil. Ist nicht wirklich etwas Herausragendes, aber macht zumindest richtig Spaß. Da passen selbst die vereinzelt kitschig und billig wirkenden Keyboards. Sollte man so nicht glauben.

„Saint From Beyond“ wechselt geschickt zwischen rockigen, melodischen und fast schon symphonischen Parts hin und her. Klingt ein wenig schmalzig, ist aber natürlich so gestaltet, dass keine Langeweile aufkommt. Irgendwie kommt der italienische Flair hier auch besonders rüber. Sandro Capone und Daniele Genugu liefern hier wirklich tadellose Gitarrenarbeit ab. Da stört das Keyboard, welches von Drummer Giulio Capone gespielt wird, nur wenig.

„Your Personal Hell“ versinkt dann aber leider im fast schon von Blind Guardian angehauchten Power Metal. Natürlich mit eher Helloween-ähnlichen Stimmübungen am Mikro und das ganze drei Qualitätsstufen niedriger als von den genannten Bands. Da wird dann auch ein Schuss Symphonie mit dazu gegeben und das Ganze wirkt zusammengewürfelt und nicht wirklich inspiriert, so als hätte man verschiedene Songs kombiniert.

Das erhöhe Tempo wird dann auch bei „Astaroth“ erstmal angewendet, bevor man sich überlegt, den Song stellenweise in balladeske Formen oder eben auch reinrassigen Power Metal zu lenken. Überladen und nur schwer nachvollziehbar sind auch die extremen Gesangswechsel, der sich unter anderem aus hektischen Klargesang, Gekeife und melodisch Orientiertem zusammensetzt.

„2K12 Nails“ kann auch nicht mehr punkten. Schade, denn man wünscht sich unweigerlich eine klarere Linie in den musikalischeren Strukturen der Band. Ansätze sind zuhauf vorhanden. Mit einem deutlichen Zuwachs an Flair startet dann „Death Row“. Leider ist das Cello aber auch genauso schnell wieder verschwunden, wie es erschienen ist. Der Song ist insgesamt der Härteste auf dem Album und entwickelt sich zu einem kleinen Highlight, hätte man nur das Cello öfter und länger eingebunden.

Die obligatorische Ballade dann direkt nach dem härtesten Song zu bringen wirkt ein wenig befremdlich, aber sei es drum. „Goodnight My Shade“ beginnt gut mit emuliertem Klavier und entwickelt sich trotz des triefenden Schmalzes zu einem klitzekleinen Ohrwürmchen. Reicht zum Kuscheln, aber nicht zu wirklich mehr.

„Shinigami“ ist da natürlich aus ganz anderem Holz geschnitzt. Der bisher mit Abstand beste Song bietet Power Metal der gehobenen Klasse. Mittendrin ein kurzer genialer Akustikpart, einfach nur toll, was Daniele da geschrieben hat. Das macht Spaß und sorgt auch für Headbangingaction. Warum hat man den Track nicht viel weiter vorne angesiedelt, zu diesem späten Zeitpunkt hat der ein oder andere Hörer eventuell schon die Flinte ins Korn geschmissen.

„Orfeo 10“ beherbergt einen deutlicheren symphonischen Charakter. Das rein stimmlich eröffnete Stück kann aber auch im weiteren Verlauf kräftig punkten. Das funktioniert natürlich auch nur, weil das Werk einen recht guten Sound hat, der zwar etwas differenzierter klingen könnte, aber generell als gelungen zu bezeichnen ist. Ein gelungenes Finale mit den zwei größten Highlights des Albums, quasi ein wirkliches „Heading for the End“!

Fazit: Die Band zeigt ihr Potential, ist aber in der Qualität ein wenig wankelmütig. Das liegt nicht zuletzt aber auch daran, dass sich fast alle Musiker immer wieder mit zumeist von einzelnen komponierten Stücken einbringen. Das hält natürlich die Abwechslung hoch, aber wird auf Dauer nicht reichen, um über die Landesgrenzen hinaus für Furore sorgen zu können. Und genau die Variabilität wird die Hörer hin und her reißen, aber so gut wie niemals zu einer einheitlichen Meinung kommen lassen. Trotzdem lassen vor allem die letzten Songs eine hohe Wertung zu.

Tracklist:

1. Rostov
2. She's Lying 6ft Under (Tipp)
3. Saint From Beyond
4. Your Personal Hell
5. Astaroth
6. 2K12 Nails
7. Death Row (Tipp)
8. Goodnight My Shade
9. Shinigami (Tipp)
10.Orfeo 10 (Tipp)
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