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Bastardo: Skip The Present
Lauter, grooviger Desert-Rock
Bewertung: 8 von 10 Punkten
Release: 22.11.2008
Genre: Stoner Rock / Metal
Spielzeit: 41:26
Label: Eigenproduktion
Manchmal kann ein Wort so viel aussagen. Bastardo beispielsweise umschreibt in drei Silben den Sound der gleichnamigen Combo schon ziemlich gut: Irgendwie dreckig, irgendwie räudig, irgendwie outlawmäßig. Mit tonnenschweren, drückenden Riffs zelebriert die vierköpfige Truppe ihren Stoner-Rock nach Kyuss-schem Vorbild und verpasst dem Ganzen durch die markante, leicht an Lemmy erinnernde Röhre von Sänger Andreas Klute eine ziemlich eigene Note. Ihr erstes reguläres Album hört auf den Namen „Skip The Present“ und bietet neun Mal eigentlich alles, was das Wüstenrockerherz begehrt.
Der energetische Opener „Belladonna“ und das darauf folgende Groovemonster „Under Glass“ eröffnen den Silberling und gefallen durch kraftvollen Gesang, nette kleine Gitarrenfrickeleien und natürlich rohe Gewalt: Kopfnicken mit Genickbruchgefahr. „Saint“ macht in dieser Tradition weiter, setzt zu Beginn in puncto Drive fast noch einen drauf, kommt dafür aber zwischendrin immer wieder kurz zu relativer Ruhe. Leider fügt sich der Gesang hier bei weitem nicht so harmonisch in den Sound ein wie bei den beiden Vorgängersongs; ab und zu klingts hier eindeutig zu gewollt.
Den ersten Ruhepunkt der Platte findet man im Instrumental „New Day Dawning“, das leise und entrückt beginnt, um sich langsam zu steigern und schließlich in verzerrte Sonnenaufgangsgitarren zu münden, deren Idylle jedoch bald scheinbar zu bröckeln beginnt. Der Grund dafür wird mit „43“ nachgeliefert: Wah-Wah-Gitarren, abgehackte Breaks und erneut äußerst ausgeprägter Groove pflügen sich durch den Gehörgang, toppen in Sachen Zugkraft noch den Beginn der Platte. Darf es noch ein Gang mehr sein? „Hell A.“ hat ihn; dynamischer, brutaler und kompromissloser als jeder vorherige Song, und man fragt sich zwischenzeitlich, was Andreas Klute da eigentlich vom „eye of the storm“ singt – bis der knapp sechsminütige Track halb vorbei ist und übergleitet in ein bluesiges Gitarrensolo in verrauchter Kneipenatmosphäre. Auch diese Idylle muss bald wieder der Dampfwalze weichen – aber dass Bastardo darin am Besten sind wurde ja bereits angedeutet.
Etwas unspektakulär geraten dagegen der Track „Sky Dive“ mit seiner Stop-Go-Dynamik und der größtenteils instrumentale „Scarscraper“, der aber immerhin noch mit atmosphärischen Geigenklängen zu punkten weiß. Auch in „The Bottom Line“, mit über achteinhalb Minuten Spielzeit der längste und dynamisch abwechslungsreichste Track der Platte, taucht das Streichinstrument gegen Ende noch einmal auf und geleitet den Hörer harmonisch und friedvoll hinaus – definitiv ein trügerischer Schlusspunkt, denn „Skip The Present“ will nicht leise und schon gar nicht friedvoll sein; versucht Harmonie tunlichst zu vermeiden. Daran, dass dieses Unterfangen ordentlich gelungen ist, besteht wohl kein Zweifel. Wer es laut, dreckig und druckvoll mag, der sollte Bastardo auf jeden Fall Gehör schenken.
2. Under Glass (Tipp)
3. Saint
4. New Day Dawning
5. 43
6. Scarscraper
7. Hell A. (Tipp)
8. Sky Dive
9. The Bottom Line (Tipp)






