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zZz: Juggernaut

Wilder Ritt
Wertung: 8,5/10
Genre: Electro-Rock / Noise / Psychedelic Rock
Spielzeit: 47:29
Release: 02.09.2016
Label: Popup Records / H’Art

Die Amsterdamer zZz haben bereits einmal für Furore gesorgt - schon mit ihrem ersten Album konnten sie internationale Erfolge feiern. Auch im ersten Anlauf haben die beiden Protagonisten auf eine sehr minimalistische Art und Weise Musik produziert und vor allem durch den dabei entstandenen freien Sound Aufmerksamkeit erregt.

Auch „Juggernaut“ folgt diesem Schema, wenn auch etwas abgewandelt. zZz haben auf der neuen Platte Drums, Synthies, Bassläufe und verschiedenste Singrichtungen zu einem Potpourri aus verschiedensten Stilen gemischt, welches insgesamt nicht neu ist, aber durchaus befrischt serviert wird.

Basis des Sounds der Amsterdamer ist vor allem der Drumbeat von Björn. Das seit der letzten Veröffentlichung etwas aufgestockte Schlagzeug bohrt sich unwillkürlich ins Hirn der Hörer und verbindet nicht zuletzt durch die simpel anmutende Spielart des Drummers eine gewisse Leichtigkeit, die die Ohren direkt mit den Beinen verknüpft.

Allerdings ist außer der Stimme und den Drumbeats nichts auf „Juggernaut“ natürlichen Ursprungs. Alle weiteren Melodieelemente kommen aus Synthesizern, Keyboards und ähnlichen Gerätschaften. Doch das sollte nicht als Kritik verstanden werden, zZz arbeiten nämlich unglaublich kreativ mit verschiedensten Mitteln, um immer wieder neue Sphären zu erzeugen.

So kann man sich stilistisch durchaus auch während eines Songs stark verändern. Vom Noisigen Opener „Blood“ führt die Reise nahtlos zum sehr elektrischen „Dead End“ bis hin zum Psychedelic-Trip in Überlänge namens „Juggernaut“.

Eines muss aber auch klar sein: „Juggernaut“ ist nämlich eine klare Mangelware. Diese Musik gehört im Prinzip nicht auf einer CD gebändigt. Sie sollte da stattfinden, wo sie hingehört: In Hinterhof-Discos, Szene-Clubs oder sonstwo, aber nicht sterilisiert auf einer Makrolonscheibe.

Natürlich hat nicht jeder Mensch die Möglichkeit, einen Auftritt des Duos zu besuchen und somit ist die Platte ja schon wieder gerechtfertigt. Davon abgesehen bietet der Silberling auch einigen Hörgenuss, da er sehr geil produziert wurde. Man hat erfreulicherweise darauf verzichtet, die Produktion völlig zu überzüchten und sich stattdessen einem möglichen Livesound ziemlich weit angenähert. Als Hörer hat man schon des Öfteren mitten im Geschehen zu sein. Vor allem, wenn die Musik wie bei „Doze“ kurrzeitig völlig ins Atmosphärische abgleitet, wirken Stereoeffekte recht plastisch. Am besten zu hören sind sie natürlich auf einer halbwegs tauglichen Hifi-Anlage oder mit Kopfhörern.

Kaum hat man sich aber so schön in diesen sphärischen Wellen eingelebt, da ziehen zZz wieder am Gashebel und tauchen mit „Red Beat“ wieder in die Electro-Richtung ab. Damit legt man die Trittstufen zur Tür des Titelsongs, der wirklich einem Ectasy-Trip recht nahekommt.

So toll die Platte nun aber auch sein mag, das Livegefühl kann sie nicht erzeugen. Das muss man dann schon vor Ort erleben. Am besten passt die Scheibe wirklich für Leute, die schon auf einem Gig waren und die Stimmung nochmals rekapitulieren lassen wollen.

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