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Zodiac: Road Tapes Vol. 1

Authentischer kann live auf Konserve nicht klingen – Leckerbissen für alle Fans
keine Wertung
Genre: Blues Rock/ Hard Rock
Spielzeit: 74:40
Release: 17.04.2015
Label: Napalm Records

Das klassische Livealbum ist schon lange wieder angesagt. Noch vor etwa zehn Jahren wollte niemand mehr etwas davon wissen, da man sich auf die DVD als einzig sinnvolles Zukunftsmedien für Livemitschnitte konzentrierte – und wer braucht schon noch eine CD, wenn man das Ganze auch mit Bild genießen kann? So schien es, doch es kommt ja immer anders als man denkt und mittlerweile sind Liveplatten in lediglich auditiver Form wieder öfters in den Verkaufsregalen anzutreffen.

Auch die Münsteraner Rocker von Zodiac setzen auf dieses Format – und nach drei Alben in drei Jahren und der ersten Headlinertour in 2014 ist eine Live-Veröffentlichung (in welcher Form auch immer) auch absolut nachvollziehbar und sinnvoll. Für eine DVD ist das Budget für eine eher im Underground verwurzelte Formation wahrscheinlich (noch) zu kostspielig, aber bei den Livequalitäten dieser Band war ein Konzerttonträger sicherlich nur eine Frage der Zeit.

„Road Tapes Vol. 1“ beinhaltet insgesamt zehn Tracks, die sich auf gut 75 Minuten verteilen und aller Wahrscheinlichkeit nach an verschiedenen Locations aufgenommen wurden (obwohl es letztes Jahr noch eine Meldung gab, nach der die Band einen kompletten Konzertmitschnitt in Essen machen wollte – siehe unten); jedenfalls vollzieht Frontmann Nick van Delft Ansagen auf Englisch und Deutsch, wobei diese sich auf artiges Bedanken und den Titel des nächsten Songs beschränken. Besonders redselig ist er nun einmal nicht gerade, dennoch gilt die Band zu Recht als hervorragende Livecombo, die erst auf der Bühne so richtig aufblüht und dort noch stärker als auf Platte agiert. Wie nicht anders zu erwarten, zeigt sich dies ebenfalls auf vorliegendem Album. Auch wenn es sich anscheinend nicht um ein zusammenhängendes Konzert handelt (was zumindest meine Wenigkeit eigentlich klar bevorzugt), bemerkt man keine Schnitte oder Soundunterschiede, alles klingt wie aus einem Guss.

Apropos Sound: Besser kann ein Livealbum einer Blues-Rock-Band einfach nicht klingen. Die Scheibe tönt unverkennbar live, echt und bodenständig, aber dennoch kraftvoll, Zuschauerreaktionen sind stets herauszuhören und es scheint tatsächlich nichts nachbearbeitet worden zu sein – gerade van Delfts Gesang hört sich sehr authentisch und natürlich an. Die Combo ist in Topform, wie sie ja auch auf der schon angesprochenen Tour im letzten Jahr eindrucksvoll bewiesen hat; das Zusammenspiel ist tight wie Sau, Nicks Gitarrensoli sind ein einziger Genuss und kleine Boni wie der zusätzliche Jampart im unverzichtbaren Epos „Coming Home“ das Salz in der Suppe.

Hinzu kommt eine hübsche optische Aufmachung; die CD sieht wie eine Schallplatte aus, wobei „Road Tapes Vol. 1“ im Übrigen auch als eine solche erhältlich ist, denn neben der CD-Variante kommt das Album auch in Doppel-Vinyl-Form. Das Teil ist klares Pflichtprogramm für jeden, der auf Hard Rock mit kräftiger Blues-Schlagseite steht und Zodiac-Fans wissen ohnehin um die exquisiten Performancekünste dieser Truppe und werden das Werk längst auf ihrem Einkaufszettel stehen haben.

Nur eine Frage muss erlaubt sein: Wieso nicht gleich eine Doppel-CD? Bei ihren Konzerten spielten die Jungs immer fast zwei Stunden und so fehlen in der Tracklist Perlen wie „Just Music“, „Sonic Child“, „Out Of The City“ oder die wunderschöne Ballade „Leave Me Blind“. Das allerdings ist natürlich Meckern auf hohem Niveau, denn allein die Darbietungen von „Coming Home“ oder „Cortez The Killer“ rechtfertigen den Kauf und angesichts des Titels „Road Tapes Vol. 1“ darf man ja auf Nachschlag hoffen.

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