Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Zodiac Mindwarp & The Love Reaction: We Are Volsung

Da hat man wohl an der Milchstraße die falsche Abfahrt genommen
Wertung: 5.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 31:57
Release: 18.09.2010
Label: SPV

Jetzt hebt mal alle einen Finger in die Höhe, die Zodiac Mindwarp & The Love Reaction kennen und zumindest einen Song ansummen können. Okay, da ist man mit im Boot und wird sicherlich einige Seelengenoss/-innen bei sichhaben. Und nun folgt der zweite Finger in die Höhe, wenn ihr außer dem Werk „Tattooed Beat Messiah“ aus dem Jahre 1988 noch ein Album kennt. Nun lichtet sich die Schar an Rockern /-innen, die dabei  bleibt. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn diese Glam Rock-Gruppe ohne Glam hat es 1988 auch durch MTV und Zensurdiskussionen geschafft, für einiges an Aufsehen zu sorgen. Trotzdem war die Band in der Zwischenzeit nicht untätig und das gipfelt nun in einem Plattenvertrag mit dem Label SPV.

„We Ride“ eröffnet den Reigen an Rock ’n’ Roll. Zodiac singt immer noch so, als ob er im Leben noch kein Stück Seife in der Hand gehabt habe. Beim Hören beschleicht ein seltsames Gefühl, denn diese Onlinebemusterung scheint ein wenig durcheinander geraten zu sein. Hier erklingt nicht „We Ride“, sondern „Stark Von Oben“. Also nehmt die Tracklist unten als Hinweis, wie es auf dem Album wohl sein soll. Besprochen wird das Album in der Reihenfolge, wie es dargeboten wird. Also alle Uhren zurück auf null und los geht’s.

„Stark Von Oben“ eröffnet die Promo mit kräftiger Gitarre von Cobalt Stargazer. Wie schon in den Achtzigern ist hier nicht unbedingt technisch Hochwertiges zu erwarten, dafür aber geradliniger, simpler Rock, der in die Fresse tritt. Recht befremdlich klingt es, wenn die Briten „Stark Von Oben“ singen - deutsche Worte mit tief britischem Akzent. Es hört sich verboten an. Aber der Rhythmus lädt zum Kopfnicken ein.

„We Are Volsung“ erklingt dann aus den Lautsprechern. Der Gossenprophet Zodiac singt „We piss in his Face“, was nicht unbedingt Sympathiepunkte einbringt. Die Gitarre wird ziemlich stark in den Hintergrund gerückt und man hat den Eindruck, als ob hier lediglich der Gesang und das Schlagzeug die Musik machen und der Rest nur zusätzliches Beiwerk sind - irgendwie komisch.

Um aber direkt eines Besseren belehrt zu werden, darf Jack Shit mit seinem Bass anschließend dominanter zu Werke gehen und „We Ride“ prägen. Der Song hört sich wie ein Billy Idol-Song an, der auf Rotzrock getrimmt wurde. Und rocken tut der Track auf alle Fälle. Leider ist bis jetzt aber noch keinerlei Hit zu hören, der auch nur annähernd mit den Hits „Backseat Educaton“ oder „Prime Mover“ mithalten könnte.

„Tree Rider“ ist ein erster böser Tiefpunkt des bisher noch akzeptablen Albums. Recht flach und mit viel Demo-Charakter bahnt sich das Stückchen seinen Weg. Man versucht, dem Song durch den einprägsamen Refrain ein wenig Klasse einzuhauchen, was aber nicht wirklich gelingt. Ganz klar hier wird auch keine Meisterleistung durchs Gesangsmikro gepresst, das hört sich eher schräg als gelungen an.

Leider muss man sagen, dass „White Trash“ zwar spritziger daher kommt, aber der Name Programm ist. Der Sound des 88er Albums war deutlich besser, wenngleich auch weit davon entfernt, als gut bezeichnet zu werden.

Dann versucht Zodiac Mindwarp auch noch, wirklich zu singen. In „Don`t Touch My Guitar“ singt er über „Blues way shoes“. Oh je, das geht so was von in die ungewaschene Hose. Zusätzlich belastend wirken sich die schrecklichen Backgroundvocals aus.

„Lucille“ und „Die Pretty“ sind da schon wieder im Aufwärtstrend, wobei die Primitivität der Titel auch nicht gerade für die großen Akzente sorgen kann. Jedoch setzt letzterer zumindest durch den ungewöhnlichen Mittelpart Akzente - nichts Weltbewegendes, aber für Zodiac Mindwarp & The Love Reaction zumindest etwas Besonderes anno 2010.

Soundtechnisch ist „Key To Your Heart“ wieder ziemlicher Underground. Man versucht, ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen mit einem unterschwelligen kleinen Blues-Fragment, welches aber leider zu undominant in Szene gesetzt wird.

Mit „Kill Me A Mockinbird“ versucht man dann wieder verstärkt, den „Explizite Lyrics“-Sticker zu bekommen. Durch sein schleppendes, immer wieder aufbrechendes musikalisches Arrangement mit ein wenig Western-Style ist dies der musikalisch beste Song des Albums.

Fazit: Die Ideen für das Album hätte ein Keith Richards innerhalb von drei Minuten gehabt, so überschaubar ist das Ganze leider. Aber wenn man ehrlich ist, dann hat man hier auch nicht viel erwartet. Leider schafft es die Truppe aber zu keinem Zeitpunkt, an ihr Debütalbum anzuknüpfen. Der Flair ist weg. Der Spaß, der damals noch deutlich zu vernehmen war, ist dahin gegangen. Wirklich in den Popo treten tut hier nichts. Schade, man war sehr gespannt, was die Band heute noch zu bieten hat, aber es wäre besser gewesen, wenn man nur „Tattooed Beat Messiah“ und teilweise „Hoodlum Thunder“ (das zweite Werk der Band) kennen würde.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna