Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Zion: Drakula

Zuviel Tzaziki geschnupft
Wertung: 2/10
Genre: Dark Metal , Melodic Black Metal
Spielzeit: 50:2
Release: 21.07.2007
Label: Metal Fighters

Seit dem Jahre 1995 existiert das griechische Projekt namens Zion nun schon. Am Anfang beschränkte man sich darauf, Gedichte zu schreiben, welche in der Gedichtsammung „Thanatomenes Anases“ zu finden sind. Bis auf „6th Gate“ ist „Drakula“ nunh aber erst das zweite intonierte Lebenszeichen dieses Projekts. Die Mucke des griechischen All-Star-Projekts kann man am ehesten in Richtung Dark Metal packen, der sich eine Kelle Melodic Black Metal und ein bisschen Gothic einverleibt hat. Und wie der Name schon sagt, beschäftigt man sich in diesem Konzeptalbum mit dem Grafen Drakula. Nun ja, nichts Neues, aber vielleicht flasht diese Interpretation ja.

Mächtig auf Eindruck aus ist das kurze und knackige „Atrocities Of Vlad Tepes (Intro)“, das mit dämonischen Vocals punkten möchte und aufgrund den dargestellten Szenen auch hörbuchtechnisch beeindrucken möchte. In dem recht netten „Order Of The Dragon“ sind neben den gut gelungenen Vocals immer wieder dämonische Stimmen zu vernehmen.

Sturm und Regen, dazu Schreie und „Drakula – The Son Of The Devil“ kommt aus der Dunkelheit auf den Hörer zu. Die Growls gehen durchaus in Ordnung, was aber gar nicht geht, sind die im Refrain beigesteuerten, zum Glück nur kurz zu hörenden cleanen Einschübe. Aber das Grauen wartet an der nächsten Ecke, und zwar durch diese unsäglichen Female-Vocals, die so dünn und nichtssagend sind, dass man sich fragt, ob die Herren dies echt ernst gemeint haben. Mir graust es jetzt ganz gewaltig, nicht etwa, weil ich keinen Knoblauch mehr im Haus habe, sondern wie man einen Song derart verhunzen kann, der von der instrumentalen Darbietung nicht schlecht geraten ist, als Beispiel sei hierfür mal das Gitrarrenintro genannt.

Hörbuchtechnisch geht´s mit einem Pferd im Galopp weiter in „When Love Bleeds In Vain“. Auch hier gehen die opernhaft in Szene gesetzten Damenvocals nun gar nicht. Man möge es mir verzeihen, aber stellenweise lässt mich das Riffing an Running Wild denken, auch wenn dort allerdings Power ohne Ende geboten wird, während man hier eher im Brackwasser schippert. Leute, holt euch gefälligst für eure Female-Vocals ein Weiblein, das auch wenigstens ein bisschen singen kann. Das ist ja schrecklich, was man da hören muss.

An „Alone“ kann man zunächst keine Negativpunkte ausmachen. Wenn man mal von diesen ekligen Cleanvoclas absieht, hat man hier das beste Stück der Scheibe vorliegen, auch wenn texttechnisch mit der ständigen Wiederholung des „One Day We´ll Die“ nicht gerade tief in die Trickkiste gegriffen wurde.

Elektronische Klänge gibt es dann in „The Forest Of The Impaled (Outro)“, weches aber insgesamt gesehen überflüssig ist und außerdem aufgrund seiner starken industrialmäßigen Ausrichtung so gar nicht recht zu dem Rest der Scheibe passen will.

Danach passiert etwas, das ich generell, aber verstärkt dann ärgerlich finde, wenn ich diese Scheibe während einer Autofahrt höre: Man hat hier, begonnen vom „Track 7“ bis einschließlich Track 65“ einfach jeweils 4 Sekunden auf die CD gepackt, in denen nichts herrscht als Stille. Eine Frechheit, denn sowas ist Verarschung der Leute, die diese CD gekauft haben.

Oh, welch Überraschung, es kommt ja doch noch was, und zwar der Hidden Track, welcher durch Synthiegewabere und vorgetragene Worte aus Frauen- und Männermund dominiert und die Reise nach Transsilvanien beendet. Gelinde gesagt ist dieses Teil absolut übeflüssig, da hier eine geschlagene Viertelstunde lediglich Langeweile intoniert wird.

Und dann kommt die absolute Krönung: Ich frage mich, ob meine Lautsprecher ihren Geist aufgegeben haben. Oh nein, der Blick auf die Spielzeitanzeige verrät, dass der Song sehr wohl noch läuft, wenn man dies denn nun noch als „Song“ bezeichnen kann. Denn ab Minute 15:15 kommt Stille. Stille, die aufgebläht wird bis zur sage und schreibe 20. (in Worten zwanzigsten!) Minute aufgebläht wird. Wie schon gesagt, ist dies eine Frechheit, denn hier wird dem Käufer eine weitaus höhere Spielzeit vorgegaukelt als man dann in Form von Songs letztenendes geboten bekommt.

Saft – und kraftlos, das sind die Attribute, welche die Produktion dieser Scheibe ausmachen. Mit mehr Wumms im Hintergrund kämen die Stücke eindeutig besser rüber. Klarer Schwachpunkt sind die Female- und Cleanvocals. Da besteht ganz dringender Nacharbeitungsbedarf.

Fazit: Das ist wirklich schade, dass dem Thema um den Grafen aus dem dunklen Transsilvanien solch eine Intonierung erfahren ist. Eine Frechheit, die auch noch Punkte meinerseits kostet, ist dieses hemmungslose Aufblähen der Spielzeit. Das ist nämlich einfach nur Verarsche. Da fragt man sich, ob die Griechen zuviel Tzaziki geschnupft haben.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen