Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Zill: Wundland

Lyrischer Elektro-Pop mit wenig musikalischen Akzenten
Wertung: 6/10
Genre: Deutsch-Rock, Pop, Elektro-Pop
Spielzeit: 38:06
Release: 10.06.2011
Label: Fastball/ Sony

Der Lörracher Musiker Zill kann durchaus auf eine  längere und bewegte musikalische Geschichte zurück blicken. Bereits 1992 erklomm er die Bretter, die die Welt bedeuten, konnte sich an Wettbewerbspreisen erfreuen und mit seinen alten Helden BAP auf Tour gehen. Was folgte war das Ende seiner damaligen Band, Auftritte mit einer Coverband und der Ausstieg in die bürgerliche Existenz. 2006 besann er sich erneut auf die Musik und legt nun sein Debütalbum, welches den autobiographischen Titel „Wundland“ trägt, vor.

Mit „Drin“ wird gestartet, angereichert durch sphärische Keyboardklänge und leichte Gothic-Einflüsse, präsentiert man sich melodisch und schafft einen gelungenen Einstand.  Was hier schon vermutet werden kann, setzt sich in den nachfolgenden Titeln „Madeleine“ und „Wer war hier“ fort: Es wird vor allem Wert auf Text gelegt. Oft rückt die Musik in den Hintergrund und lässt dem Gesang  und damit auch den Worten viel Platz. Zill schafft es größtenteils Melancholie und Sehnsüchte in lyrischer Art und Weise zu verarbeiten, tiefgründige Texte vorzulegen und so dem oft üblichen Herz-Schmerz-Einerlei zu entfliehen. Dabei wird auf gängigen Deutsch-Pop/Rock gesetzt, der durch Keyboard-Backings erweitert wird.

„Sterne sterben sehen“ läutet Zill  mit vielversprechenden Piano-Klängen ein. Leider findet dies nicht seine Fortsetzung und man gleitet in einen Singsang über, der zum Ende glücklicherweise noch etwas durch einige Stakkato-Rhythmen aufgewertet wird. Desweiteren wünscht man sich gerade bei diesem Song etwas mehr stimmliche Präsenz.

Was nun folgt ist der kürzeste Song „Schleicher“, ein Instrumentalstück, was übergangslos in „Wunderland“ mündet und eine gute Verschmelzung der beiden Titel darstellt. So wird „Wunderland“  zu einem Highlight des Silberlings. Zu diesem Status  trägt auch der Wechsel aus ruhiger Strophe und rockigen, treibenden Refrain bei, der den Songtext bestens unterstreicht. Setzt man im ersten Teil der CD auf Synthesizer, wird nun auch härteren Gitarrenriffs größere Wertung beigemessen.

Mit „Was brennt“ hält ein weiterer rockiger Titel Einzug, der mit seinem dichten, energiegeladenen Sound über Ohrwurm-und Radiopotential verfügt. „Haus der Sinne“ schließt sich im Pop-Rock-Stil an und bringt die Sehnsucht kraftvoll zum Ausdruck.

Abschluss des Werks bildet die Neuinterpretation des Die Toten Hosen-Klassikers „Disco in Moskau“.  Musikalische Unterstützung bekommt Zill hier durch Chanty, der Frontfrau von Fräulein Wunder. Dies erweist sich als wahrer Glücksgriff, harmoniert man doch stimmlich bestens miteinander und kann so eine überzeugende Version des Titels schaffen, die sehr viel Energie versprüht.

Zill legt bei seinem Debüt ein Pop-Album vor, bei dem er vor allem mit gelungenen Songtexten überzeugen kann und mit denen er sich vom breiten Einheitsbrei  abhebt.  Musikalisch werden jedoch wenige Akzente gesetzt und man  kippt stellenweise, wie zum Beispiel bei „2 Minuten Glück“, in die Belanglosigkeit. Leider fehlt es teilweise an Volumen oder sensibleren, aufwendigeren Kompositionen, die die Worte besser zum Tragen bringen. So ist der angebotene Elektro-Pop zwar  eingängig und die CD sicher auch als gut zu bewerten, aber es bleibt durchgängig das Gefühl, dass man  sich musikalisch noch nicht gefunden hat.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands