Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Zerofour: The Downfall Of Humanity

Konzeptalbum über Religion, Politik und Krieg
Wertung: 8/10
Genre: Modern Thrash/Death Metal
Spielzeit: 47:22
Release: 30.11.2007
Label: Eigenproduktion

Ein Konzeptalbum, das als Thematik die Verbindung von Religion, Politik und Krieg beinhaltet? Oh nein, nicht schon wieder eine dieser Bands, die uns was von den bösen Amerikanern und den bösen Terroristen erzählen will, die dem religiösem Wahn verfallen sind, werden einige jetzt vielleicht denken.

Hier muss Einspruch erhoben werden, denn das österreichische Quartett bezieht sich nicht direkt auf irgendwelche akuten Krisenherde oder Konflikte, sondern wirft eher ganz allgemein einen Blick auf die Missstände in der Menschheit. Man hat das Album dabei in drei Teile aufgesplittet und diese jeweils „The Devil’s Aid Part I, II & III“ genannt. Hierbei geht es nicht nur um den Selbstzerstörungswahn der Menschen durch Krieg („The Enemy Within“, „Only Death Remains“) oder durch Selbstmordattentäter („Where Is Your God Now?“, „Warfaith“), sondern auch um weitere, unangenehme Aspekte der menschlichen Natur wie korrupte Politiker („The Eternal Pain“) oder die Massenverblödung durch Castingshows und Realitysoaps („Dishumanized Society“).

Ein ambitioniertes und ehrgeiziges Projekt mit vielen Facetten, bei dem einige vielleicht denken mögen, dass es für eine Band, die zuvor gerade mal mit „Only Time“ 2005 eine EP und ein Jahr später mit „The Desert Of Reality“ ein Full Length-Album veröffentlicht hat, etwas zu früh kommt und die Gefahr des Scheiterns an den eigenen Ansprüchen ziemlich groß sein könnte. Doch weit gefehlt, wie die gut formulierten Lyrics zeigen, die auf Missstände hinweisen, ohne die ganze Zeit mit dem erhobenen Zeigefinger herumzuwedeln.

Musikalisch klingt man dem Konzept entsprechend natürlich fast die ganze Zeit äußerst angepisst und bewegt sich hauptsächlich in thrashigen Gefilden, wobei sich Sänger und Lead-Gitarrist Harald Berger stimmlich eher am Death- und Black-Metal-Bereich orientiert. Sehr variable Vocals, die zwischen Kreischen, Growls und Schreien pendeln. Hier musste ich das ein oder andere Mal an Dani Filth denken, wobei Harald Berger interessanterweise auf der Bandhomepage erklärt, dass Black Metal nicht unbedingt „seine Baustelle“ sei. Aber gut, dass Cradle schon seit geraumer Zeit keinen Black Metal mehr fabrizieren, ist ja ohnehin längst bekannt...

Trotzdem kommt man nicht umhin, immer wieder an die Engländer erinnert zu werden, wenn man sich Stücke wie den Opener „The Enemy Within“ oder „Only Death Remains“ anhört, die mit ordentlich Schmackes und größtenteils im Uptempo vorgetragen, daherkommen. Natürlich jedoch hört sich das Ganze wesentlich dreckiger und roher produziert an und außerdem werden die Songs oft mit clever eingebauten, melodischen Parts garniert, bei denen eine ganze Reihe Iron-Maiden-mäßige Harmoniesoli dabei sind, was noch einmal für sehr viel Abwechslung sorgt.

In jedem Fall hat man wirklich gute, durchdachte Stücke komponiert, die teilweise sogar ziemlich gut ins Ohr gehen, wie beispielsweise „Zeronation“ oder das schön böse daherkommende „Where Is Your God Now?“ beweisen, aber immer auch gut auf die zwölf gehen.

Beschlossen wird die Scheibe mit einem über elf Minuten dauernden Longtrack („The Dreadful Genocide“), der sich kontinuierlich steigert, am Anfang mit melancholisch vorgetragenem weiblichen Gesang und Oboen-ähnlichen Sounds aufwartet und zum Ende hin in ein Gemetzel mutiert, bei dem es sogar ein paar „Schweinchen-Grunzer“ gibt, wie man sie aus der Gore-Szene kennt (nicht mein Ding, aber was soll’s...).

Fazit: Eine respektable Leistung für eine Band, die alles in Eigenregie ohne Plattenfirma gemacht hat. Das Ergebnis dieses ehrgeizigen Konzepts kann sich sehen lassen und ist mir acht Punkte wert.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna