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Zerbirst: Eternal Ruin

Ein Hassmanifest, gebannt auf Kassette
Wertung: 9,5/10
Genre: Blackened Deathgrind
Spielzeit: 11:02
Release: 29.03.2019
Label: Black Omega Recordings

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere, der die letzten Jahre in der süddeutschen Coreszene unterwegs war: 2011 erschien das wunderbar deftige „Break The Illusion“-Album einer deutsch-amerikanischen Hardcore-Death-Band namens The Hand Of Glory, die nicht nur auf Platte, sondern auch live einschlugen wie eine Bombe. Bereits zwei Jahre später löste sich die Band auf, die Musiker zerstreuten sich in alle Winde, kamen zwar für einen Hoffnungsgig 2015 noch mal zusammen, mehr kam dann aber bedauerlicherweise nicht mehr. Gitarrist „Flüm“ ist mittlerweile in einer ziemlich coolen Limp Bizkit-Tributeband unterwegs, Sänger John Morton ist nach Familiengründung und Weltenbummel anscheinend auch langweilig geworden: Mit der grandios benannten Blackend-Deathgrind-Truppe Zerbirst meldet sich der US-Amerikaner jetzt ziemlich lautstark zurück – und das auch noch auf Tape, veröffentlicht auf dem eigenen Label Black Omega Recordings.

Mit fünf Songs und gerade mal elf Minuten Laufzeit tendiert „Eternal Ruin“ in eine ziemlich deutliche Richtung und Titel wie „Weltschmerz“ lassen keinen Zweifel daran, dass der Fünfer sich hier heftig austobt. Das halbminütige Intro „Consumption“ findet schon deutliche Worte: „These people harm the earth every single day with their needless consumption“ – ein Spaziergang wird das hier definitiv nicht. „Parasitic Construct“ zerlegt dann ohne viel Federlesens die komplette Inneneinrichtung, John betreibt akustischen Raubbau, die Gitarren zersägen das Innenohr und das Schlagzeug knüppelt sich taktvoll und an vorderster Front direkt in die Herzen der Hörer. Meine Fresse, was für ein Abriss. Schön vor allem zu hören, dass John trotz grauem Bart immer noch eine derart kraftvolle Performance abliefern kann.

Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige, wenn man sich noch kurz die Lippen befeuchten kann, hat man schon Glück gehabt, denn der Titeltrack knüppelt erst mal übergangslos weiter in die Kauleiste, bevor ein schwarzmetallisch-episches Riff verbaut wird, das dem ohnehin düsteren Track eine absolut apokalyptische Wendung gibt – „Eternal Ruin“ eben.

Mittlerweile gibt es ein brandneues Video zur gerade mal zwei Minuten kurzen Abrissbirne „Weltschmerz“, das entsprechend düster gehalten wurde – ein Todesstoß ins Herz aller Melodien, tief gestimmt, dumpf und mit ordentlich Geschrei. Tatsächlich bietet auch das finale „Social Nausea“ keinen Ausfall, hier wird dem Old-School-Hardcore etwas deutlicher gefrönt, heraus kommt eine beinah tanzbare Struktur, die sich anfühlt wie ein permanenter Schlaghagel mit dem Baseballschläger.

Wenn man die rasante Fahrt überstanden hat, kann man sich nur selig grinsend zurücklehnen. „Eternal Ruin“ mag kurz geraten sein, aber es ist ein derart leidenschaftliches Hassmanifest geworden, dass das gute Stück sicherlich noch eine Weile im heimischen Kassettendeck (!) feststecken wird. Weniger als die volle Punktzahl darf man hier eigentlich gar nicht geben, wir lassen aber einen Hauch Luft nach oben.

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