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Zeraphine: Whiteout

Altbewährt
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 49:53
Release: 11.06.2010
Label: BMG Rights Management

Vier Jahre hat es gedauert – in so einer langen Zeit kann sich so manche Erwartung bei den Fans ansammeln. Mit „Whiteout“ liegt von Zeraphine nun das erste Studioalbum seit der Veröffentlichung von „Still“ im Jahr 2006 vor und brachte schon im Vorfeld zumindest optisch einige Veränderungen mit sich: Das Schwarz, das in den letzten Jahren auch auf der Webseite der Band vorherrschte, ist einem (schon nahezu blendendenen) weiß gewichen.

Doch diese Veränderung ist lediglich optisch und zieht sich nicht durch das ganze Konzept: Musikalisch sind Zeraphine sich treu geblieben, jeden einzelnen der zwölf Songs auf „Whiteout“ kann man einwandfrei beim ersten Hören dieser Band zuordnen. Auch vier Jahre Pause und ein Ausflug von Sänger und Frontmann Sven Friedrich in die Welt der elektronischen Musik mit seinem Nebenprojekt Solar Fake haben nicht viel verändert. Im Gegenteil, die „Whiteout“-Tracks könnten von der Machart her so auch auf den bisherigen Scheiben der Band vorkommen.

Ein paar Neuerungen lassen sich aber dennoch vermelden: Man bekommt als Hörer den Eindruck, dass die verwendeten elektronischen Elemente, etwa bei „Waiting For The Day To End“, stärker als früher herausgehoben werden, wenn auch nur durch ein aufgeräumteres Klangbild.

Dieser Eindruck entsteht vor allem durch das komplett elektronische Intro, welches passenderweise mit „Erwachen“ betitelt wurde. Auf ebendiese Einleitung folgt mit „Lieber allein“ einer der Ausnahmesongs des Albums. Er wirkt aufgewühlter und härter als die restlichen Stücke, was durch den leicht verzerrt (wie durch ein Megaphon) eingesetzten Gesang von Sven noch verstärkt wird. In diesem Sinne wird allerdings auch die Gefühlslage eines Menschen dargestellt, der sich gegen äußere Einflüsse wehren will.

Dieser Auftakt mündet dann in die bereits beschriebenen typische Zeraphine-Stimmung, die bei den weiteren Songs zum Ausdruck kommt: Ruhig gehaltener Rock mit mal mehr, mal weniger schwachem Einsatz des E-Pianos.

Der gefühlsbetonteste Song, den „Whiteout“ zu bieten hat, ist dabei mit Abstand „Louisa“: Im Refrain klingt Svens Stimme geradezu leidend, während er Zeilen wie „Louisa, you're my last memory“ intoniert, was von einem sehr dominanten Bass, einer höhenlastigen, dünn wirkenden Gitarre und keyboardgenerierten Ambient-Sounds begleitet wird. Die in den Strophen zusätzlich sehr sparsam verwendete Instrumentierung aus Bass, tiefer Cleangitarre und Schlagzeug verstärken den bedächtigen, zurückblickenden Aspekt des Songs noch weiter.

Insgesamt ist das neue Zeraphine-Album vom Härtegrad her wenig aufregend, auch sind keine großartigen Änderungen gegenüber den Vorgängeralben vorhanden. Vielmehr wird auf altbekannte Qualität gesetzt – man bekommt, was man von Zeraphine erwartet, nicht mehr und nicht weniger. Für das Genre des ruhigeren, melancholischen Gothic Rocks durchaus ein Werk, in das man zumindest reinhören sollte.

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