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Zebrahead

Zebrahead: Call Your Friends

Das Leben ist eine Party und Zebrahead spielen mittendrin
Wertung: 7/10/10
Genre: Punk-Rock, Crossover
Spielzeit: 47:41
Release: 16.08.2013
Label: Granted Records (Soulfood)

Zebrahead sind nach eigenen Angaben eine unpolitische Band, die nicht die Welt retten möchte, sondern einzig und allein dafür steht, Spaß im Leben zu haben. Dass die amerikanischen Punk-Rocker auch bei ihrem neuesten Werk „Call Your Friends“ nicht von ihrer Devise abgehen, lässt sich schon anhand des Covers abschätzen. Das Bild eines recht gut gefüllten Dekolleté mag sicher das Herz einiger pubertierender Knaben höher hüpfen lassen, wirkt aber auf Menschen jenseits der Pickelfraktion eher platt.

„Sirens“ ist der Einstieg und damit herzlich willkommen im Alkohol-Titten-Party-Universum von Zebrahead. Von hier an dreht sich alles genau um diese Themen und man darf sicher zurecht behaupten, dass das Niveau der Lyrics mit dem letzten Bier hinunter gespült wurde. Da allerdings auch niemand vorher behauptet hat, dass die Amerikaner als Botschafter der schöngeistigen Musik umherziehen, kann man über die genannte Tatsache im weiteren Verlauf einen Mantel des Schweigens decken.

Musikalisch zeigt sich die Scheibe anfangs ähnlich, wie das Coverbild: ziemlich prall und gut gepusht. Was bedeutet, Zebrahead präsentieren sich durchaus als eine sehr kompakte Band, der man das handwerkliche Können mitnichten absprechen kann. Ganz im Gegenteil, die Songs gehen größtenteils durchaus ins Ohr. Das Quintett aus Orange County bedient sich dabei bei den verschiedensten Musikrichtungen, die von Pop über Punk bis hin zu einigen Metaleinflüssen gehen. Bemerkenswert ist bei einem großen Teil der Titel vor allem, mit welcher Lässigkeit die Rap-Einlagen von Ali Tabatabaee um die Ecke kommen und sich in das Gesamtgefüge einordnen.

Songs wie „With Friends Likes Theses, Who Needs Herpes“ oder „Public Enemy One“ sind durchaus ansteckend und eingängig. Außerdem geben die Amerikaner von der ersten bis zur letzten Sekunde unheimlich Gas und der Sound dröhnt ordentlich aus den Boxen, auch wenn er hin und wieder etwas überproduziert wirkt. Aber immerhin bringt dieser positive Eindruck die Frage mit sich, warum die Botschafter des umnebelten Frohsinns nicht auf jedem zweiten Sommerfestival spielen. Zumal hier die Wenigsten die Texte interessieren dürften und man die extrem häufigen nonverbalen Chorusse selbst im schlimmsten Suff noch mitgrölen kann. Nüchtern gesehen nervt aber Letzteres ungemein, ebenso wie die gefühlten hundertsten Wiederholungen einiger Passagen. So zieht sich das Album spätestens ab der Mitte doch deutlich in die Länge und der Finger scheint sich ein gewisses Eigenleben zuverschaffen, um vorfristig auf den nächsten Titel zu springen.

Mit „Nerd Armor“ schaffen es Zebrahead allerdings nochmals, der Tristesse zu entweichen, laufen wieder zu Höchstform auf, um bei „Until The Sun Comes Up“ das Feierabendbier zu köpfen und schließlich mit „Last Call“ das Album zu beschließen.

Zebrahead gönnen weder sich noch dem Hörer auch nur eine Sekunde Pause. Melodien, die zum Mittanzen einladen, und Refrains, die überaus eingängig sind, stehen einer gewissen Gleichförmigkeit gegenüber, die stellenweise doch sehr anstrengend wird. Insgesamt liefern sie mit „Call Your Friends“ ein anständiges Album, welches absolut partytauglich ist und somit dem gesetzten Ziel der guten Laune entspricht.

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