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Zatokrev: The Bat, The Wheel And A Long Road To Nowhere

Keine besonders optimistische Platte
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal, Doom Metal, Sludge
Spielzeit: 73:56
Release: 13.08.2012
Label: Candlelight Records

Zatokrev muten etwas exotisch an, obwohl sie es eigentlich gar nicht sind, stammt die Truppe doch aus der nicht allzu fernen Schweiz. Der erste Eindruck ist aber dennoch irgendwie gerechtfertigt: Nicht nur, dass das Quartett eine nicht alltägliche Mischung aus Death-, Doom- und Sludge-Elementen spielt, Sänger Frederyk Rotter kotzt sich auch noch in drei Sprachen aus: Deutsch, Englisch und seiner Muttersprache Tschechisch. Dementsprechend kommen die Texte der Truppe noch einen Tick härter und aggressiver daher.

Hierzulande kennt die Band wahrscheinlich kein Schwein, dabei steht mit „The Bat, The Wheel And A Long Road To Nowhere“ bereits die dritte Full-Length-Scheibe der Baseler Formation in den Regalen. Bereits mit dem selbstbetitelten Demo 2003 und dem Debütalbum gleichen Namens ein Jahr später haben die Herren den Grundstein gelegt, „Bury The Ashes“ folgte dann schon 2006 – seitdem ist eine recht lange Zeit vergangen, die im Musikbusiness mal ohne Weiteres eine Band in Vergessenheit geraten lassen kann. Zatokrev schreddern sich aber so konsequent ins Großhirn, dass das eigentlich kaum ein Problem darstellen dürfte.

Mit knapp 74 Minuten Laufzeit schöpfen sie das Fassungsvermögen einer Otto-Normal-CD fast bis an die Grenzen aus, aber gerade Sludge hat ja immer sehr weitgreifende Instrumentals in petto, dementsprechend braucht solche Musik natürlich mehr Entfaltungsfreiheit. Auch bei den einzelnen Songs lassen sich die Jungs nicht lumpen, da gibt es dann auch schon mal Zehnminüter auf die Ohren, bei denen man nicht so recht weiß, wo einem letztlich der Kopf steht. Ein gutes Beispiel hierfür ist beispielsweise das finale „Angels Of Cross“, das mit schleppendem Schlagzeug und rauschenden Hintergrundsamples und -gitarren startet, bis sich Frederyks leicht nasales Organ einschaltet. Natürlich bleibt es nicht bei dem hypnotisch-klaren Gesang, dafür streut der gute Mann immer wieder gut platzierte Schreie mit ein – allein das instrumentale Fundament des Songs ist so dicht, dass es schon nach der halben Laufzeit beklemmend wirkt. Wären da nicht die ab und an aus der Versenkung auftauchenden Gitarrensoli, würde man sich wahrscheinlich weinend in der Ecke zusammenrollen.

„Rodeo With Snakes“ bewegt sich dann im nachvollziehbareren Rahmen von unter fünf Minuten und startet mit einer Introgitarre, die sogar ein bisschen Southern-Rock-Feeling verbreitet. Sobald sich das kratzige Geschrei des Fronters einmischt, hat man aber weniger das Bild von US-amerikanischen Wüstenhighways vor sich, sondern eher das eines verdurstenden Mannes, der sich durch kilometerweise Sand quält. Geradezu verzweifelt mutet der Song an und stellt damit direkt eines der Highlights der Platte dar. Überhaupt arbeiten Zatokrev viel mit stimmungsvollen Gitarren, die meistens eher in die negative Richtung gehen: Verzweiflung, Hilflosigkeit, Einsamkeit, all das und noch mehr kann man auf „The Bat, The Wheel And A Long Road To Nowhere“ hören, wenn man sich ein bisschen Zeit für die Scheibe nimmt.

Ein Herzstück des Albums sind definitiv auch die beiden „Feel The Fire“-Parts – der erste Teil kommt mit erstaunlich viel Groove daher, außerdem natürlich mit den mittlerweile berühmt-berüchtigten Leadgitarren, die man sich immer wieder und wieder anhören möchte, unterstützt von Gänsehaut produzierenden Schreien des Fronters. Teil zwei schleppt sich etwas mehr in Richtung Sludge dahin und kann nicht ganz soviel Fahrt aufbauen wie der erste Part, gehört aber trotzdem zu den besseren Songs auf dem Album.

Alles in allem lässt sich hier nur schwer eine Punktebewertung finden. Zatokev gehören in jedem Fall zu dem guten oberen Drittel in ihrem Bereich, lassen auch selten Langeweile aufkommen, übertreiben es aber manchmal ein wenig mit der Länge der Songs und den daraus entstehenden Lückenfüllerparts. 7,5 Zähler kann man aber getrost in die Schweizer Band investieren und alle Fans der genannten Musikstile sollten sich „The Bat, The Wheel And A Long Road To Nowhere“ zumindest mal zu Gemüte führen.

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