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Zanthropya Ex: Hure meiner Sinne

Ein unverhoffter Tiefpunkt
Wertung: 3,5/10
Genre: Death Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 62:27
Release: 02.05.2014
Label: SAOL/H'Art/Zebralution

Polarisieren um jeden Preis, das scheint die neue, vordergründige Ambition der Herren von Zanthropya Ex zu sein. Auf "Hure meiner Sinne" bewegt sich die Band eigentlich ständig an der Grenze des guten Geschmacks und oftmals auch jenseits dessen, was inhaltlich wirklich noch vertretbar ist, denn während man musikalisch einen ziemlich unspektakulären aus Slayer und Death Metal kredenzt, sucht man in den lyrischen Ergüssen fortlaufend nach neuen Extremen, die mit teils abgeschmacktem Vokabular in Szene gesetzt werden. Nur: Mit Zeilen wie 'Meine Mami fickt so gut, ich will nicht mehr sterben, wenn ich in ihr bin' bewegt man sich auf einem Niveau, das selbst Combos wie Eisregen zu echten Poeten macht.

Das Ganze wäre aber vielleicht halbwegs in Ordnung, würden Zanthropya Ex beim Songwriting ein paar Glanztaten vollbringen oder wenigstens mal derart überzeugend die Sägen kreis(ch)en lassen, dass man sich von den Songs packen ließe. Doch dies bleibt auf die Gesamtdauer von immerhin 15 Kompositionen vollkommen aus. Egal ob man es nun im forscheren Midtempo versucht oder doch mal die schnellere Variante wählt - am Ende erscheint das alles nebensächlich, weil die Band mit ihrem Textmaterial Aufmerksamkeit erlangen will. Und das geschieht tatsächlich, nur eben nicht zum Vorteil dieses neuen Albums.

Ganz gleich, in welcher Tonlage derweil das Gebrüll in den Vordergrund gerückt wird, die brachiale Schlagseite der meisten Nummern ist schlichtweg nervtötend und langweilig. Da fehlen die zündenden Ideen, da fehlt die Qualität, und bei der Performance muss man auf "Hure meiner Sinne" auch noch diverse Abstriche machen. Der Gesang ist flächendeckend eintönig, im Gebiet der Riffs wird auch größtenteils wiedergekäut, und wenn dann doch mal die Chance besteht, mit einem dynamischen Arrangement ein paar Schwächen auszuhebeln, verwelkt der kreative Input auch wieder flotter, als man es überhaupt wahrnehmen kann.

Nein, das ist alles bieder und lediglich provokativ und führt am Ende nur zu einigen Aufregern. Zanhthropya Ex waren in der Vergangenheit schon einmal in wesentlich besserer Form. Doch ihr viertes Album ist ein unverhoffter Tiefpunkt, der wahrscheinlich nur diejenigen begeistern können wird, die bei Eisregen auch heute noch steilgehen - und das soll es ja in der Tat noch geben. Alle anderen dürfen gerne ihren Geldbeutel zurückstecken, denn diese Investition wäre nicht verdient.

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