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Yugal: Chaos And Harmony

Orientalisch verwobener Thrash Groove Metal
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Groove Metal
Spielzeit: 40:23
Release: 30.11.2016
Label: Eigenproduktion

Von dem französischen Quintett Yugal konnte man im Underground bislang nur wenig hören, denn die Jungs sind leider selten hierzulande unterwegs und veröffentlichen erst jetzt ihr Langspieldebut. 2014 haben sie nach einem obligatorischen Demo bereits zwei EPs herausgebracht, von denen man von der letzten namens „Enter The Madness“ mehr lesen konnte.

Nach den orientalischen Klängen geht das Intro in einen grungigen Stil über, was sich als eine interessante und durchaus kombinierbare Mischung erweist. Diese Idee wiederholt sich, ohne sich dabei der gleichen Motive zu bedienen. Dass die Jungs ihre Instrumente sehr gut beherrschen und vor Abwechslung nicht zurückschrecken, hört man bereits nach den ersten paar Takten, die in die thrashige Ecke mit etwas Rage Against The Machine einzuordnen sind. Ebenfalls konnten Machine Head als Pate über der Band gestanden haben. Groovige Riffs stampfen über das gesamte Album im gedrosselten Tempo nach vorne, während der Gesang den Wahnsinn meist tief brüllend nach vorne treibt.

Die Rhythmussektion ist sehr tight, aber das ist nun auch der Sinn dieser Stilrichtung, sonst funktionieren die Ideen noch weniger als in manchen anderen Musikstilen. Der orientalische Schlag begleitet hin und wieder das Album, aber genau das ist der Punkt, warum die Musik interessant und kein Abklatsch der musikalischen Vorbilder bleibt. Die Platte zeugt von Originalität und Mut. Sehr filigrane Figuren wechseln sich mit Grooves ab. Diese lassen sich wahrscheinlich mit der Herkunft des Fünfers aus Frankreich erklären, wo die arabischen Einwanderer mit ihrer Musik aus Nordafrika einfach als melodischer Einfluss für die Band dienen. Die Länge der einzelnen Songs überschreitet dabei selten die Viereinhalb-Minuten-Grenze und wird auch nie langweilig oder überladen. Wenn man die Verhältnisse der Musiker miteinander vergleicht, fällt lediglich der Sänger von der Variabilität seiner Mitstreiter ab. Dieser erscheint psychotisch, ist aber auf langer Strecke etwas eindimensional. Nicht falsch verstehen, seine Death-Metal-Growls und gesprochenen Passagen passen sehr gut zur Aggressivität, aber zwischendurch täte eine gewisse Abwechslung mit Melodien in den Gesangsspuren gut, denn die Instrumentalisten spielen variationsreich. Außerdem fehlt die musikalische Eingängigkeit so mancher Passagen, die die Band musikalisch nach oben katapultieren könnte. So bleibt sie ein Geheimtipp für Musikinteressierte, die das Neuland wagen und schätzen wissen.

Der Sound ist wuchtig und bringt die nötige Energie, die einen zum Headbangen vor der heimischen Anlage treibt. Der rote Faden ist, dass die Band die plattwalzende Aggressivität des Thrash gekonnt mit orientalischen Melodien und knackigen Grooves schmückt, nach Originalität strebend, die man gesanglich etwas mehr unterstützen könnte. Nichtsdestotrotz ist das Werk eine mehr als gute Vorstellung der Gruppe. Leider spielt der Fünfer keine Konzerte, auf denen man sich mehr von der Musikalität der einzelnen Musiker überzeugen könnte.

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