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Your Demise: The Golden Age

Entgegen aller Skepsis um gehypte UK-Bands eine wirklich geile Platte
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore Punk, Punkrock
Spielzeit: 29:12
Release: 26.03.2012
Label: Visible Noise Records

Hört man in letzter Zeit etwas von erfolgreichen UK-Bands aus dem Hardcore- oder Metalcore-Bereich, muss man irgendwie automatisch an die maßlos überschätzten Bring Me The Horizon denken. Da gruselt es einen dann schon ein bisschen, zumal die entsprechenden Bands dann auch noch fast alle gleich klingen. Auch Your Demise sind in der Szene schon eine feste Größe, wenn auch lange nicht so gehyped und verhätschelt wie ihre ungleich erfolgreicheren Kollegen.

Mittlerweile hat sich die Truppe, die ihrerzeit als Suicidal Tendencies-Coverband begann, zu einem ansehnlichen Hardcore-Punk-Brocken gemausert. Zwei EPs und drei Alben nach der Gründung steht nun, im neunten Bandjahr, die vierte Full-Length-Scheibe „The Golden Age“ ins Haus. Wie es sich für eine HC-Punk-Combo gehört, bestreiten die Engländer ihr Album nicht alleine, sondern haben sich illustre und großartige Gäste ins Haus geholt: Neben Terror-Tieftöner respektive Down To Nothing-Sänger David Wood steuern auch Mitglieder von Last Witness, You Me At Six und Brutaliy Will Prevail ihre Stimmen bei - ein wahres Fest für Hardcore-Fans, zumal die GastsängerInnen wirklich gut ausgesucht wurden.

Nicht, dass Your-Demise-Sänger Ed McRae Unterstützung so nötig hätte, der Mann kann auch solo einiges, aber: Gerade bei Songs wie dem ohrwurmigen „Forget About Me“ kommt die Kombination von Eds klarem Gesang und David Woods wütendem Gebell richtig gut. Und mit dem Titeltrack und Opener starten die Herren gar nicht mal so zahm, wie man erwartet hätte, in die neue Scheibe: Da wird schön drauflos geprügelt, geschrien, und eine rotzige Hardcore-Punk-Attitüde versprüht, wobei natürlich die obligatorischen „Wohohoho“-Parts nicht fehlen dürfen, die aber zum Glück nicht allzu dominant ausfallen.

„Born A Snake“ räumt ähnlich aggressiv die Zweifel vom Tisch, ob Your Demise die Aggrosongs eigentlich drauf haben. Der Track walzt sich einigermaßen bedächtig durch die Membranen, erst im Refrain wird ein bisschen das Tempo angezogen und in bester Hardcoremanier geshoutet. Beim locker groovenden „Paper Tails“ darf dann mit Evarosa-Sängerin Dannika Webber auch mal Frauenpower am Mikro präsentiert werden. Erwartungsgemäß fällt der Song ein bisschen poppiger aus, dafür verfügt die Dame aber über eine angenehme Stimme - gerade noch mal Glück gehabt.

Zu „I’m (Not) The One“ gesellt sich schließlich Letlive.-Sänger Jason und, meine Fresse, geht der Song ab. Weniger Hardcore-lastig, aber dafür trotzdem mit richtig viel Geschrei und der absolut großartigen Performance des Gastsängers, schafft es der Track spielend auf die Liste der Anspieltipps.

Überhaupt haben Your Demise, wenn man sich erst einmal ein bisschen in die Platte reingehört hat, einen ganzen Sack richtig geiler Songs im Gepäck: „The Colour Of Envy“ beispielsweise prescht recht direkt und in bester Hardcore-Manier nach vorne, nur um zwischendurch mit ruhigen Versatzstücken gefüttert zu werden, die Gitarren bremsen sich ein bisschen und es wird beinahe sphärisch.

Gegen Ende hat sich mit You Me At Six-Frontsau Josh bei „A Decade Drfting“ noch ein prominenter Gast eingefunden, der sein kräftiges Geschrei zu Eds klarem Gesang beisteuert. Hardcore-Fans, die auf die ganze harte und straighte Schiene stehen, werden hier eventuell nicht ganz so viel Freude haben wie auch beim Rest des Albums – dafür verwursten Your Demise viel zu viele Melodic-Hardcore- und Punkrock-Anleihen. Entgegen der Skepsis, dass alle gehypten UK-Bands scheiße sind, entpuppt sich „The Golden Age“ aber als richtig gute Scheibe, die man auch gerne mal ein paar Tage in der Dauerschleife laufen lassen kann.

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