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Your Army: Sicker Than Us

Abwechslungsreiches Zweitwerk mit starker Produktion
Wertung: 8,5/10
Genre: Alternative/Noise Rock
Spielzeit: 42:48
Release: 20.03.2015
Label: Intono Records / Rough Trade

Allzu alt sind Your Army noch nicht, mit „Sicker Than Us“ bringen sie dieses Jahr nach dem 2013-Werk „Ignite“ dennoch bereits ihren zweiten Longplayer heraus. Großartig geändert hat die vierköpfige Formation aus dem englischen Badeort Brighton ihren Sound in den letzten zwei Jahren nicht. Ähnlich wie auf dem Vorgänger setzt die Band auf ihrem Zweitwerk auf eine Mischung harter, treibender Riffs (als Musterbeispiel können hier die ersten beiden Songs herangezogen werden) und melodischer Elemente mit – wie bei „You“ zum Beispiel – einzelnen Ausflügen in balladeske Regionen.

Was dabei von der ersten Sekunde an ins Auge (oder doch besser Ohr?) springt, ist die Produktion des Albums. So dröhnt die Instrumentalfraktion extrem drückend aus den Boxen, jedes Instrument bekommt seinen Raum und ist deutlich aus dem Gesamtsound herauszuhören und über allem schwebt die klare Stimme von Frontfrau Lucy Caffrey. Eine rundum gelungene Produktion also, die das, was die Band an Material vorlegt, gleich noch einmal in einem besseren Licht dastehen lässt.

Das ist auch gut so, denn an sich sind die Songs des englischen Quartetts nicht allzu abwechslungsreich komponiert, der klare und deutliche Sound verstärkt aber sowohl den Härtegrat der Riffs als auch die atmosphärische Wirkung der ruhigeren Parts, sodass das Endprodukt dann doch ziemlich fesselnd daherkommt.

Wie so oft fällt eine musikalische Klassifikation des Gesamtwerks nicht allzu leicht. Am besten trifft es vielleicht „klar und druckvoll produzierter Alternativrockrock“. Für Fans der härteren Gefilde sind Your Army zwar vielleicht nicht unbedingt das Richtige, es finden sich aber doch noch genug härtere Elemente, die in Verbindung mit den atmosphärischen Elementen einen gelungenen und ansprechenden Genremix ergeben. Wer einen kurzen Überblick über die Klangpalette der Formation gewinnen will, sollte sich den Schlusstrack „Make It Right“, die Ballade „You“ sowie den Opener „Brain“ zu Gemüte führen.

Während der erstgenannte Song mit seinem drückenden Riff und den kraftvollen Drums so ziemlich das Maximum an Härte darstellt, das sich auf „Sicker Than Us“ findet, beweist die sehr ruhig gehaltene Ballade „You“, dass auch das exakte Gegenteil gut funktioniert. Der Rest der Songs bewegt sich dann im Endeffekt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen, oft, wie eben im Falle von des Openers, mit einem drückenden Riff zu Beginn, einer eher ruhigeren Strophe, in der der Fokus auf der deutlich herausstechenden Bassline liegt, und einem atmosphärischen Refrain.

Insgesamt legen Your Army mit „Sicker Than Us“ also ein durchweg gelungenes Album vor. Die Band bleibt ihrem zuvor eingeschlagenen Weg treu, und auch wenn der Großteil der Songs stark von der gelungenen Produktion profitiert, ist das Songmaterial auch an sich alles andere als schlecht. Wenn die Briten so weiter machen, sollten die Hallen auf ihren zukünftigen Touren von ganz alleine größer werden.

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