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Yngwie Malmsteen: Relentless

Genial oder banal?
Wertung: 4/10
Genre: Classic Metal
Spielzeit: 68:29
Release: 26.11.2010
Label: Rising Force Records

An der Spitze ist es einsam. So ist es und war es schon immer. Das gilt auch für den mythischen Weltenberg Meru. Dort sitzt Shiva, reinkarniert als Lars Johan Yngve Lannerbäck (alias Yngwie Malmsteen), und spielt die Konkurrenz mit seinen Hochgeschwindigkeits-Soli schwindelig, bis sie entweder völlig demotiviert auf den Boden des Übungskellers zurücksinkt oder die Gnade eines schnellen Todes erfleht.

Daran ändert sich auch nicht auf „Relentless“, dem insgesamt 21. Album des zerstörerischen Gitarrengotts aus Wasa-Land. Auch hier gewährt er nur auserwählten Lakaien einen Platz in seiner Nähe, bedient ansonsten aber sonst mit jedem einzelnen seiner sechs Arme am liebsten alles selbst – Gitarren sowieso, aber auch Bass, Keyboards, Cello und Sitar. Zu den Erfüllungsgehilfen zählen (bereits zum zweiten Mal) Iced Earth-Vokalist Tim „Ripper“ Owens - der immerhin bei der Hälfte der 15 Songs den Mund aufmachen darf), Nick Marino (der zuvor unter anderem bei KC and The Sunshine Band („That’s The Way I Like It“) über die Tasten flog - und Haus- und Hoftrommler Patrick Johansson.

„Der Albumtitel sagt eigentlich alles“, ließ der Meister übrigens vorab lakonisch verlauten. Schließlich heißt „Relentless“ soviel wie 'unbarmherzig' oder 'unnachgiebig'. Aber: Damit meinte Flitzefinger Malmsteen mal nicht seine notorische Angeberei vor der Heerschar halbtalentierter Nachahmer, sondern den „Drang, meine eigenen Fähigkeiten zu überbieten. Nach all den Jahren des Komponierens und Spielens verspüre ich noch immer die Leidenschaft, mich selbst an die Grenzen zu bringen – an das höchste, anspruchsvollste Level, auf dem man überhaupt spielen kann.“
Oha. Nun war Lars Johan ja ohnehin schon weithin bekannt als der Streber auf dem Gitarristen-Internat (Überlebens-Motto: „Wer braucht schon Freunde, wenn er eine elektrische Gitarre und einen protzigen Marshall-Turm sein Eigen nennt?“), aber ein derartig inflationärer Gebrauch von Superlativen sollte skeptisch machen – und lässt vor allem die Frage aufkommen, ob „das höchste, anspruchsvollste Level“ nicht schlicht gleichbedeutend ist mit „noch schneller“?

Ein Eindruck, der sich auf im Laufe des Albums nur bestärkt. Malmsteen gniedelt hierauf seine Soli nach wie vor hoch und runter (und wieder zurück), und das alles in einem Affenzahn, dass die Grenzen zwischen Virtuosität und Belanglosigkeit nur allzu oft verschwimmen, verpackt in ein pompöses Rauschen aus Orchester-Sounds. Nach „Shot Across The Bow“ ist für den durchschnittlich gebildeten Hörer eigentlich schon alles gesagt, aber Malmsteen dehnt mit seiner programmatischen Unnachgiebigkeit das auditive Martyrium ganze elf Stücke weiter, und reißt  zwischendurch bei  „Look At You Now“ auch noch das Mikro an sich. So war es schon immer und so wird es wahrscheinlich immer sein. Abgeliefert, zur Kenntnis genommen und zu den Akten gelegt.

Immerhin lässt sich ob des wahrlich „höllischen“ Hochgeschwindigkeits-Finales mit dem Titel „Arpeggios From Hell“ mutmaßen, ob der alte Schwede bei aller zur Schau gestellten Instrumenten-Beherrschung zumindest über einen Restanteil Selbstironie verfügt. Für das vorliegende Großwerk indes gilt vor allem eines: Malmsteen kennt zwar das Kamasutra des Gitarrenspielens aus dem Effeff – leider macht er es sich auf „Relentless“ über weite Strecken wieder nur selbst.

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