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Yellowtooth: Crushed By The Wheels Of Progress

Trotz Southern-Rock-Anteil ein echter Dampfhammer
Wertung: 7/10
Genre: Stoner Rock, Metal, Southern Rock, Sludge
Spielzeit: 46:48
Release: 21.07.2015
Label: Orchestrated Misery Recordings

Auf den ersten Ton rocken Yellowtooth schlicht und ergreifend. Im zweiten Anlauf fällt aber auf, dass die Band aus Michigan City in Indiana wesentlich mehr kann, als zu klingen wie „backyard Lynyrd Skynyrd“ – die Truppe mischt neben Southern Rock und Metal nämlich auch noch Stoner und Sludge mit in ihren teils schwerfällig dahinsiechenden, teils alles zermalmenden Sound und fährt damit gar nicht mal so schlecht.

Sämtliche der drei Bandmitglieder haben bereits einige Jahre Musikkarriere auf dem Buckel, spielen und spielten bei Truppen wie Sea Of Tranquillity oder Chronic Disorder und beherrschen somit ihr Handwerk erwartungsgemäß gut. Zudem hat Basser und Sänger Peter Clemens mit Orchestrated Misery Recordings sein eigenes kleines Label aufgezogen, auf dem 2012 bereits das Yellowtooth-Debüt „Disgust“ erschien.

Damit sind die Hintergrundinformationen gegeben, nun kann man sich der Musik zuwenden. Schwierig zu beschreiben ist die Truppe, und im ersten Moment auch etwas schwierig zu hören, weil man nach einem Brecher-Opener wie „Meet Mr. Mossberg“ nicht davon ausgeht, dass es auch noch ein bisschen experimenteller werden könnte. Dass Yellowtooth sich aber gerne auch mal den Abseitigkeiten des Lebens hingeben, beweist dann in erster Instanz „Manifesto“, bei dem thematisch der so getaufte „Unabomber“ Ted Kaczynski abgehandelt wird, der Ende der Siebziger bis Mitte der Neunziger in den USA dergestalt wütete, dass er Bomben per Post verschickte wie andere Leute Care-Pakete. Mit einem entsprechenden Nachrichten-Intro ausgestattet, kommt „Manifesto“ als ziemliches Brett daher, während sich der folgende Titelsong mit seinen über acht Minuten Laufzeit zuerst eher unspektakulär, aber dafür umso unheilvoller dahinschleppt, bevor Peter Clemens kurz sein Löwengebrüll hören lässt, das immer mal wieder Erinnerungen an Gorefest-Sänger Jan-Chris de Koeijer weckt, mit dem Unterschied, dass Peter Clemens nicht so gepresst klingt. Allerdings braucht der Song beinah drei Minuten, um aus dem Quark zu kommen, was ein bisschen schade ist, da die Band voll auf die Zwölf wesentlich besser wirkt.

Der Southern-Rock-Anteil wird dann zumindest im finalen „Virgina Creeper“ mit einem schönen Riff herausgearbeitet, dem sich bratende E-Gitarren anschließen und letztlich fast schon einen Stadionrocksong fabrizieren, der sich aber schnell wieder in ein recht rasantes Rock’n’Roll-Gewand kleidet und unter dem Mainstream abtaucht.

Nicht mal 800 „Gefällt mir“-Angaben bei almighty Facebook? Das kann’s nicht sein für eine Band wie Yellowtooth, die auf „Crushed By The Wheels Of Progress“ zwar schon mal mit ein paar Längen daherkommen, aber im Großen und Ganzen knackig nach vorne rocken. Wer genug von langatmigem Southern Rock hat, bei dem einem die Füße einschlafen, und auch mal nach nicht ganz so trockenen Stoner-Anleihen sucht, der sollte sich die Herren mal zu Gemüte führen.

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