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Yellowknife: Wooden Future

Ein schönes, bodenständiges Debüt
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock
Spielzeit: 41:38
Release: 02.10.2015
Label: AdP Records/Samsonido

Wer mal in den The-Pit.de-Archiven kramt, findet eine vollkommen euphorisierte Rezension zum Ashes Of Pompeii-Album „Places“ aus dem Jahr 2012 (meine Fresse, wie die Zeit rennt!), in der auch und immer wieder die gesangliche Qualität von Fronter Tobias Mösch gelobt wurde. Warum das hier erwähnt wird? Der gute Mann hat sich nur drei Jahre später mit einem Soloprojekt selbständig gemacht, Yellowknife mit Namen. Da die zweite Full-Length „Retain“ gerade ins Haus steht, sollte der Vollständigkeit halber doch auch das Debüt „Wooden Future“ hier Erwähnung finden. Seinerzeit kam die Platte mit einem winzigen gelben Taschenmesser als Gimmick und zehn mehr oder weniger genialen Songs. Wobei gerade die Anzahl weniger genialen Songs verschwindend gering ausfällt.

Auch drei Jahre nach Veröffentlichung und mittlerweile so einigen Durchläufen in der heimischen Anlage kann man sich ein Grinsen bei den Trompeten auf „No Sleep Till Brokelyn“ nur schwerlich verkneifen. Für solcherlei extravagante Instrumente wie Bläser, Cello oder Orgel hat sich Herr Mösch natürlich Unterstützung geholt, „nur“ Gesang und Gitarre sowie die Texte gehen eben doch auf seine Kappe. Dabei bleibt die musikalische Untermalung meist locker-leicht, mal etwas dramatischer, meist aber recht beschwingt („Automatic“), so dass man die Platte gut auch mal „nebenbei“ hören kann.

Da passt dann auch ein leicht deprimierender Song wie „Best Fit“ wunderbar in die Trackliste, untermalt vom glockigen Rhodes Piano, mit leicht hallendem Gesang – ein ruhiges, aber dennoch eindringliches Stück, das ohne große Schnörkel auskommt. So ist übrigens auch der Rest von „Wooden Future“ gestaltet: ehrlich und direkt. Und beim finalen, psychedelisch angehauchten und mit viel Hall versehenen „Veneer“ kommt dann endlich auch der Albumtitel zu Ehren: „Our future isn‘t golden/It‘s made out of wood/like every disappearing door“ - nicht unbedingt aufbauende Kost, aber darum scheint es auf dem Debütalbum des Kölners auch nicht zu gehen. Kein Wunder also, dass die Platte mit sehnsuchtsvollen Streichern endet und damit noch mal ein letztes bisschen Gänsehaut generiert.

Man darf gespannt sein, was Tobi Mösch sich für das zweite Album „Retain“ hat einfallen lassen – Neugierige können es bereits herausfinden, denn die Platte ist seit letzten Monat erhältlich. Wenn sie annähernd auf dem Debütalbum des Singer/Songwriters aufbaut, kann eigentlich nicht viel schiefgehen, denn „Wooden Future“ ist eine Indie-Platte geworden, wie man sie sich wünschen kann: Immer leicht deprimierte und deprimierende Texte, verpackt in oftmals luftig-leicht anmutende Songs, versehen mit für das Genre eher ungewöhnlichen Instrumenten und immer schön bodenständig.

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