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Xiom: Glorious Sin

Rohdiamant
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 61:18
Release: 09.12.2011
Label: Label: Firefield Records

Mit „Glorious Sin“ bringt die „neue“ Combo Xiom dieser Tage ihr erstes Album auf den Markt. Allerdings ist der Fünfer gar nicht so neu. Manchem dürfte zumindest der ein oder andere Name der Besetzung aus einer Band namens Moshquito bekannt sein, so nannte sich die Band um den Gitarristen Ingo „Igor“ Lohf, bevor sie sich für dieses Release in Xiom umbenannte. Die Geschichte der Vorgängerband reicht dabei schon rund 30 Jahre zurück. Gegründet wurde Moshquito schon 1983 in der damaligen DDR und hatte in den darauffolgenden Jahren doch eher eine steinige Karriere. Nun also soll nach einigen Änderungen in der Besetzung und mit neuem Namen ein besserer Start gelingen.

Musikalisch bewegt man sich dabei im Bereich des progressiven Death Metal, auf den Spuren so großer Bands wie Death oder Cynic. Das ist kein leichtes Terrain, denn gerade hier bewegt sich eine Fülle an jungen Combos, die meist doch eher wenig Innovatives hervorbringen und häufig ihre Vorbilder imitieren. Was kann man also von Xiom erwarten?

Erst einmal eingelegt, beginnt das Album direkt druckvoll mit dem Titelsong „Glorious Sin“. Nach einem kurzen akustischen Intro wird man kurze Zeit später von präzisen Riffs und rasanten Drums überrollt. Allerdings vergessen Xiom trotz aller Härte nicht, den Song auch mit tollen Melodien zu garnieren, und so ist der Opener schon beim ersten Hördurchlauf wirklich überzeugend. In diesem Stil geht es dann über die stolzen 61 Minuten Spielzeit weiter, wobei der Fünfer es mühelos schafft, die Spannung der Songs konstant hochzuhalten. Schnelle Riff-lastige Passagen treffen dabei immer wieder auf ruhigere akustische Intermezzi und melodische Gitarrensoli. Und auch in Sachen Tempo und Dynamik finden Xiom scheinbar spielend das perfekte Maß zwischen Vollgas und Groove, so dass keiner der Songs auch nach mehreren Hördurchläufen langweilig wird.

Die mit Abstand stärkste Passage stellt dabei das Song-Dreigestirn in der Mitte des Albums dar, bestehend aus „Eternal Dream“, dem Instrumental „El Conquistador“ und „Slave Of Desire“, wobei ersterer vor allem durch seine ruhigen, atmosphärischen Parts herausstricht, die mit absolut genialen Gitarren-Melodien veredelt werden. „El Conquistador“, der einzige instrumentale Song des Albums, geht dann in eine vollkommen andere Richtung. Wie der Name schon nahe legt, kommen hier spanische Einflüsse zum Zuge, wie z.B. die sehr spanisch klingenden Gitarrenläufe und sogar eine Flamenco-Gitarre, die mit den Stakkato-Rhythmen vermischt wird. Der letzte Song des Dreierpacks „Slave Of Desire“ zeigt dann eine andere Facette von Xiom. Hier wird mehr Wert auf messerscharfe Riffs gelegt, allerdings ohne dabei den Groove des Songs zu vernachlässigen. 

In Bezug auf die technischen Fähigkeiten kann der Fünfer ebenfalls überzeugen, was allerdings bei solch gestandenen Musikern auch nicht anders zu erwarten war. Jedoch gebührt ein besonders Lob John Uhle am Schlagzeuger, sein Spiel schafft es, die Platte zu veredeln. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Drums hier nicht nur als Rhythmusgeber missbraucht werden, sondern selbst immer wieder Akzente setzen und so den Songs mehr Tiefe verleihen.

Auch in puncto Sound kann „Glorious Sin“ überzeugen. Die Produktion ist druckvoll und sauber, ohne dabei, wie heute leider oftmals üblich, nur auf Lautstärke ausgelegt zu sein. Der Sound der Platte ist viel eher klassisch gehalten und überzeugt durch ein gesundes Maß an Dynamik.

Eigentlich hört sich also alles nach einem klasse Album an. Trotzdem gibt es einen Kritikpunkt, nämlich die Eigenständigkeit der Band. An vielen Stellen scheint zwar die eigene Note der Musiker durch, in vielen anderen Passagen hört man dann allerdings doch die musikalischen Vorbilder des Fünfers zu deutlich heraus. Hier müsste man den eigenen Sound noch ein wenig mehr herausarbeiten.

Alles in allem ist „Glorious Sin“ aber trotzdem eines der Highlights des auslaufenden Jahres 2011. Starke Songs, musikalisch einwandfrei und damit absolut zu empfehlen für alle Genre-Fans. Der leichte Punktabzug soll dabei einfach nur die nötige Luft nach oben lassen, für den Fall dass Xiom ihren eigenen Stil perfektionieren. Dann nämlich ist hier auch eine Zehn absolut im Bereich des Möglichen.

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