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Xerion: Nocturnal Misantropia

Black Metal mit keltischen Einflüssen
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 34:27
Release: 28.03.2008
Label: Schwarzdorn Production

Ourense, eine Stadt im westspanischen Galicien, nicht weit vom katholischen Erzbischofsitz und Wallfahrtsort Santiago de Compostela, ist Heim der Black Metal Band Xerión. Die Römer waren damals Ourense sehr getan angesichts ihrer Schwefelquellen. Brennende Wasser lautet die Übersetzung des Namens, welche die Römer für die spätere Handelsstadt wählten. Ist die Musik der Enkel dieser Stadt auch so heiß und heilend wie die Quellen von Ourense?

Ein Blick in die Diskografie der Band verrät, dass mindestens die Musiker so heiß sind, wie die Quellen der Heimatstadt versprechen. Ganze sechs Split-CDs und drei Demos brachten die Schwarzheimer aus der Bergenlandschaft schon heraus, bevor 2007 ihr erstes Output in Langzeit das Licht der Welt erblickte. Eine auf 666 Einheiten limitierte Kassette mit Old School-Cover war scheinbar so schnell ausverkauft, dass jetzt das deutsche Label Schwarzdorn Production (u.a. Taunusheim, Carved In Stone, Cerberus) erwähntes Album „Nocturnal Misantropía“ mit einigen Boni auf CD wiederveröffentlichen. Diese sind ein Extra-Song, ein Video und selbstverständlich ein neues Artwork.

Während die neue Aufmachung nun also relativ harmonisch daherkommt und das Video zum Titelsong „Nocturnal Misantropía“ teilweise auch ganz nette Momente der galicischen Wälder eingefangen hat, so muss man Nocturno, Schreiber und Denker von Xerión, ernsthaft fragen, warum der ausgebildete Nerventöter „Ate A Morte...“ mit auf das Album musste. Dieses Pseudo-Kirchenläuten auf einigen dumpfen Gongs in solch abartigen Rhythmen versaut einem jegliche Lust die bisher zwar nicht überwältigenden, aber eigentlich netten Black Metal-Klänge weiter anzuhören. Oder sollte dieser Song einfach nur eine Strafe für all diejenigen sein, die keines der auf die teuflischste Zahl limitierten Tapes ergattern konnten.

Sieht man nun also von diesem fatalen Zwischenspiel ab, so eröffnen sich dem Hörer doch noch ganz ordentliche, dunkelschwarze Klangwelten. Von Folklore und keltischen Einflüssen kann ich in der Musik bis auf das Intro zwar nichts entdecken, aber die im galicischen Dialekt geschriebenen Texte handeln wohl von keltischer Mythologie und ähnlichem. Zurück zur Musik: Der Black Metal von Xerión kommt eigentlich sehr solide daher. Man nimmt Abstand von Low-Tempo-Passagenl, man baut nicht unnötig viel Melodie ein und reine Prügelorgien lassen sich auch selten finden. Von Zeit zu Zeit spielt der Bass ein wenig verwirrt in der Gegend rum und das Keyboard ist ein wenig zu präsent, aber die Gitarren machen schon ordentlich Feuer. Obendrauf rotzt Nocturno ziemlich tief ins Mikro, um den Klangteppich so dicht werden zu lassen, dass die Quellen aus Ourense garantiert flüssiger sind. Die Melodien zeugen zwar nicht immer von größter Innovation, aber wann tun sie das schon eimal im Black Metal-Genre? Ab und an stößt allerdings auch das Schlagzeugspiel negativ auf, wenn es sich für zu lange Zeit in einem Rhythmus verfängt, der dann durch die Trommelwahl und der daraus resultierenden Lautstärke leider viel zu sehr im Mittelpunkt steht.

Fazit: Xerión aus Nordwestspanien spielen Black Metal. Black Metal mit keltischen Einflüssen. Sie sind nicht so heiß wie die die Schwefelquellen aus ihrer Heimatstadt Ourense, aber mit ein wenig Übung zur Reduzierung auf das Wesentliche kann aus den Jungs sicherlich noch was werden. „Nocturnal Misantropía“ ist Nebenbeihör-Black Metal, obwohl sich mit „Ate A Morte...“ ein ganz böser Stimmungskiller eingeschlichen hat. Wer auf dichten Schwarzmetall steht, kann gerne einmal reinhören. Aufgrund der bisherigen Veröffentlichungsflut vermute ich, dass die Spanier so schnell sowieso nicht aufgeben werden.

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