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Xerión: Cantares Das Loitas Esquecidas

Ausbaufähig, aber keineswegs hoffnungslos
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Folk Metal
Spielzeit: 47:07
Release: 13.08.2010
Label: Schwarzdorn Production / Soulfood

Düsterer Black Metal aus dem sonnigen Spanien – na, wenn das mal gut geht. Es war im Jahr 2001, als sich Nocturno an die ersten Melodien machte. Nach Line-Up-Findung und einigen Konzert-Auftritten fand man das Label Schwarzdorn Produktionen und vor kurzem über ebendieses Label das vorliegende Zweitlingswerk heraus.

Donnern, ein Regenguss, dazu Glockenschläge, dann ertönt ein Kirchenchor - mehr muss man zu dem Intro “Badaladas Funerais No Esmorecer Da Lua” nicht erwähnen. Man schwelgt daher schon einigermaßen in Erwartungshaltung. Das, was im ersten regulären Stück namens „O Espertar Do Xerión“ allerdings am ehesten ins Auge beziehungsweise Ohr fällt, ist, dass Nocturnos Stimme erschreckend dünnbrüstig wirkt. Die nach ungefähr drei Minuten auf den Plan tretende Melodie gibt dem Ganzen zum ersten Mal einen folkigen Eindruck und hat durchaus seinen Charme.

Die Grundstimmung des folgenden „A Alquímica Dexeneración Da Ialma“ ist in musikalischer Hinsicht eine düster-beklemmende. Doch auch des Hörers Stimmung dürfte kaum gravierend anders ausfallen. Man schaut nach den Soundeinstellungen der Stereoanlage, da vermutet wird, dass alle Einstellungen verändert wurden. Doch nein, alles beim Alten. Grund des Nachschauens: Der Sound klingt wie schon im ersten Stück unglaublich dünnbrüstig. Dass so etwas von jemanden durchgewunken wird, der an einem Mischpult sitzt, ist völlig schleierhaft. Jenseits der Kritik kann das Teil durch seinen Mittelpart punkten, in dem fast gänzlich das Tempo rausgenommen wurde und das durch seine ziemlich düster-melancholische Stimmung brilliert.

Wie die „Oh. Oh…“-Cleanvocals in „Onde A Victoria Agarda” in den Kontext mit eingearbeitet wurden, gefällt sehr gut, mangelhafte Soundabmischung hin oder her. Im Vordergrund krächzt sich Nocturno ´nen Wolf und dazu folgen im Hintergrund die wirklich schönen Choreinsätze. Interessant ist auch, wie zwischen diesen Parts Passagen eingewoben wurden, die vor blackmetallischer Raserei nur so strotzen.

Größtenteils in schnellen Schwarzmetall-Gefilden wandelt man in „Nas Verdes Fragas De Amh-Ghad-Ari“. Ausnahme bildet hier das gar zauberhaft klingende Stück unmittelbar vor Songende, das durch seine filigrane Melodieführung in seinen Bann zu ziehen weiß. Es ist mal etwas anderes im Schwarzwurzelsektor und gefällt.

Das Titelstück "Cantares Das Loitas Esquecidas" bietet, bevor es wieder pfeilschnell zur Sache geht, erst einmal einen ruhigen, ganz allmählichen Songaufbau. Dieser Song kann auf seine komplette Länge trotz allerhand Variabilität in Sachen Tempo nicht überzeugen – im Gegenteil: Der Song langweilt. Ganz ungewohnt im getragenen Midtempo führt es den Hörer seine Reise weiter mit "Morte Na Iauga". Zum Glück folgt aber ein rasend schneller Part, der mit einer wunderbar melancholisch intonierten Melodie ausgestattet wurde. Die schnellen Momente stehen Xerión nämlich weit besser zu Gesicht.

Ganz wundervoll sind die Flötenklänge eingangs von „Loitas Na Néboa“, welches im weiteren Verlauf auch nette Melodien auf die Blastbeatattacken drauflegt. Weiterhin punktet die Band mit dem Chor zu Beginn von „Pvtrefacta Anima Nostra“: Es ist schon eindrucksvoll, wie hier wiederholt solch filigranes Musikwerk in die Blastbeat-Landschaften eingebettet wird. Man ist so gefangen von den bedächtigen Klängen, dass man fast erschrickt, als das Black Metal-Inferno losballert.

Fazit: Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt, doch sind auf jeden Fall schon Glanzpunkte auszumachen. Eine interessante Mixtur aus Black Metal, Folk und fragilen Soundmomenten hat man auch nicht alle Tage. Minuspunkte bringt der miese Sound. Pluspunkte hingegen gibt es für diesen interessanten Mix, der wirklich zu gefallen weiß.

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